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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 641

5. Oktober 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Detektei Umschau: Das mußten Sie dann nicht.

Frau Uschke: Zum Glück nicht. Fräulein Ettnach - Beate Ettnach - höchstpersönlich ist für die Rothaarige heruntergekommen. Ziemlich bleich im Gesicht auch die, Beate Ettnach. Hat für mich ausgesehen, als die sich bei mir bedankt hatte, daß ich Manu geholfen habe, daß Fräulein Ettnach sich jede Sekunde herabbeugen könnte, mir vor die Schuhe zu speien. Das Verhältnis zwischen Beate Ettnach und der Rothaarigen muß zu der Zeit auch nicht das Wahre gewesen sein. Weil, ich war noch dort bei den beiden, Beate Ettnach steht nur rum, glotzt die Rothaarige schief dumpf an. Fährt die Rothaarige Beate Ettnach dermaßen von an, daß ich mich fragte, richtig zu hören: 'Kommst du nicht her, Miststück? Greif mir unter dem Arm, hilf mir, endlich hier weg- und zu dir hochzukommen.' 'Ja, Mann, komm ja schon, Manu', säuselt Fräulein Ettnach, nähert sich der Rothaarigen, faßt bei der unwillig unter. Dann sehe ich die beiden, Beate Ettnach und die Rothaarige, wie die in meinem Haus langsam die Stiege hochsteigen, ohne daß sie sich viel zu sagen gehabt hätten. Fand das alles wirklich seltsam. Vielleicht redeten die beiden aber mehr miteinander, nachdem sie wußten, daß ich weg war.              

Detektei Umschau: Es gab weitere Begegnungen mit der Rothaarigen - Frau Manuela Dombrowski -, haben Sie gesagt, daß Sie sich jetzt daran erinnern, ja?

Frau Uschke: Ja. Ein paar Tage drauf. Es war gegen sechs Uhr. Draußen war es am Hellwerden. War schon eine Stunde wach, hatte gefrühstückt, alles. Hatte angefangen, mir die Schuhe aus dem Schuhkasten zu nehmen, sie am Flurboden aufgereiht, um sie zu putzen anzufangen. Höre ich draußen, vom Schlafzimmer her, als wäre es unmittelbar bei mir, plötzlich so Männergeschrei. Höhnisches Gelächter einer Frau. Einer kreischt, als würde er abgestochen. Wieder junge Leute, denke ich mir. Was immer das von denen sein sollte - es war laut, und es war Ruhestörung. Auch wenn es bereits früh am Morgen war, Leute wollten noch schlafen. Die wußten das ganz genau, daß man auch morgens nicht so herumplärren durfte. Habe ich mein Handy aus dem Wohnzimmer geholt, mir die abgespeicherte Nummer der Polizei gesucht, die Nummer gewählt und das sofort weggedrückt. Die Nummer der Polizei war also einsatzbereit, ich mußte nur noch drücken, wenn ich es brauchte. Dann habe ich den dicken, schweren Gehstock meines Mannes genommen. Habe die Wohnungstüre aufgesperrt, bin dann zur Haustüre raus. Kaum bin ich draußen gestanden, habe überlegt, ob ich mir das wirklich antun müßte oder ich nicht sofort bei der Polizei anrufen sollte. Da höre ich weiteres Gekreische. Junge Kerle. Einer, der wild 'Fotze, Fotze' schreit. Eine Frau kichert gemein. Was da los war, keine Ahnung. Ich konnte endlich auf meinen zittrigen Beinen weitergehen. Schritt für Schritt die Zwischenhauspassage hinunter, bewaffnet mit dem Gehstock und meinem Handy.

 

 

 

 

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