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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 642

5. Oktober 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Detektei Umschau: Es war wieder Frau Manuela Dombrowski ...

Frau Uschke: Zuerst mal war ich wieder zögerlich geworden, war stehengeblieben. 'Scheiße, Mann, Scheiße', höre ich schreien: 'Was ist das hier ...? Scheiße, Scheiße! Geh von meinem Hals weg ...' Eine Flasche, die wo gegengeworfen wurde, dumpf dort abprallt, dann am Boden landet und zerschellt. Die Frau, die dort dabei war, bricht in höhnisches Gelächter aus. Sie klingt beinahe so wie eine böse, gemeine Hexe aus dem Film. In einer Sprache, die ich nicht verstehen konnte, wurde von männlichen Stimmen durcheinandergeredet. Dann schreit einer, für mich wieder verständlich: 'Weg hier! Weg hier! Machen wir weg hier! Schnell. Du auch ... Hoch die Hosen. Macht alle hoch die Hosen. Los - weg. Weg hier' Ein anderer. 'Siehst doch, er kann das nicht selber - zieh sie ihm hoch. Mach schon.' Konnte nicht glauben, was ich da hören mußte. Dann kommen sie im schnellen Schritt. Drei waren es. Einen halten sie in der Mitte. An mir kommen die drei vorüber, so dreizehn, vierzehn, fünfzehn, und ich drängele mich an die Hauswand. Sehe die drei, die nicht groß auf mich acht geben, von unten nach oben an. Allen drei hatten blaue Turnhosen an, und ich nehme vorne an ihren durchfeuchteten Hosen wahr, daß den dreien das noch nicht weggegangen ist, während sie an mir vorübereilen, steht es bei ihnen immer noch weg. Und der, der in Mitte, der gestützt werden mußte und auf seinen schwachen Beinen mitkommen mußte, und der unterhalb an dem seiner Seite, die bluteten am Hals aus mehreren Wunden raus. Als ob sie dort gebissen worden wären. Oder sich gegenseitig dort gestochen hätten. Es war nicht zu fassen, was für einen Anblick die drei geboten haben, und was mir in die Nase stieg. Übelster Gestank nach Alkohol, Exkrementen, Blut. Drei Schüler waren das, die da an mir vorübermachten. Es war werktags, Schule war. Keine Ferien. In die Schule mußten die drei sicher auch noch gehen, und anscheinend war keiner der drei nachts daheim in seinem Bett. Keine Ahnung, wo die vorher überall waren. Daß sich da keiner um die kümmerte, wo die abblieben, wenn sie nicht daheim waren, sondern sich herumtrieben. Um am frühen Morgen bei mir aus Hinterhof zu kommen. Und daß sie so flott geradeaus unterwegs waren, obwohl sie ziemlich voll waren, mußte damit zusammenhängen, daß die drei etwas angestellt hatten. Daß sie abhauen mußten, das machte sie eben wacher.

Detektei Umschau: Dann sind Sie auf den Hinterhof, um dort nachzuschauen, Frau Uschke, ja?

Frau Uschke: Die Teenager waren weg, nach rechts, den Gehsteig hoch. Weil keiner der drei zufällig liegenblieb, hatte ich keinen Grund, den Notarzt oder die Polizei zu rufen. Hoffte, einiges vom Aussehen der drei, die weggelaufen waren, im Kopf zu haben, die den Polizisten einigermaßen beschreiben zu können, wenn die denn doch noch kommen würde. Konnte sein, daß da am Hinterhof jemand meine Hilfe brauchte. 

 

 

 

 

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