"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 645
7. Oktober 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: An einen Tropf gehängt? Wie im Krankenhaus ...?
Frau Uschke: Mit so einem Gestell - das wissen Sie doch sicher auch - kannst du als Patient im Krankenhaus durch die Flure fahren, überall rumgehen, obwohl du am Beutel angehängt bist. Statt im Krankenbett liegen zu müssen. Sag ich doch: wie aus dem Krankenhaus ausgerissen, die Frau ... Anders kann ich das nicht sagen. Vorstellen müssen Sie sich das selber.
Detektei Umschau: Sie malen das Bild für unsere Zwecke anschaulich genug. Alles gut genug verständlich.
Frau Uschke: Den Kopf habe ich gegenüber der Rothaarigen geschüttelt. Am liebsten hätte ich mich abgewandt, hätte mich in meine Wohnung zurückbegeben. Weitergemacht, meine Schuhe zu putzen. Oder meinen monatlichen Wohnungsputz angefangen. Statt am Hinterhof alleine mit einer wie der herumzustehen, in Dinge verwickelt zu sein. Jetzt, wo es wieder still unten war, kümmerte sich sicher keiner mehr um irgendwas, was vielleicht am Hinterhof los war. Hoffte, es könnte vielleicht trotzdem plötzlich jemand von oben im Haus den Einfall haben, die Stiegen herunterzukommen. Müll runterbringen oder so. Die Rothaarige: 'Sie können vielleicht doof gucken.' Frage ich: 'Was haben Sie denn hier am Hinterhof getrieben?' Antwortet die Rothaarige: 'Was wohl? Spaß gehabt. Sehen Sie doch, daß Leute hier Spaß hatten, oder?' Ich: 'Spaß? Wie Sie aussehen, mit dem Dingens da ...?' Die Rothaarige: 'Na und? Das hat keinen behindert, glauben Sie mir.' Ich: 'Nein?' Die Rothaarige: 'Kann doch alles machen, oder? Bin doch nicht bettlägrig. Aus dem Beutel da läuft es in mich rein. Gibt mir Kraft. Das ist alles, was ich brauche.' Ich schüttle den Kopf. Die Rothaarige: 'Uschke heißen Sie, nicht, Frau Uschke?' Ich: 'Ja.' Die Rothaarige: 'Das ist schön. Sie können mir wieder mal helfen. Heute will ich aber nicht zu Beate hinauf. Heute möchte ich einfach hier die Straße rüber. Und Sie helfen mir rüber, ja?' Ich glotze nur. Die Rothaarige: 'Was denn, Frau Uschke? Etwa nicht?' Ich: 'Hier am Hinterhof war viel Geschrei. Flaschen wurden zerschmissen, Mülltonnen umgekippt, eine ausgeschüttet ... Drei sehr junge Kerle sind hier herausgelaufen, mir entgegengekommen, als ich nachschauen gehen wollte ... Und wieder finde ich Sie vor ...' Die Rothaarige: 'Die Jungs waren nur freundlich zu mir. Haben mir geholfen, hierherzukommen. Mich hierher reingeführt. Nur leider bin ich hier drinnen falsch. Habe das denen zwar gesagt. Aber sie haben nicht hören wollen. Na schön, bin ich hier drüben. Kann ich vielleicht was dafür, wenn die Leutchen weglaufen, obwohl's ganz spaßig war, hier hinten am Hof? Jetzt sind aber Sie da, Frau Uschke. Erst helfen Sie mir rüber über die Straße. Dann räumen Sie hier am Hof auf, ja?' Ich: 'Warum ich? Warum können Sie das nicht alleine? Alleine über die Straße gehen? Sagten Sie nicht, heute geht's Ihnen besser, Sie hätten mehr Kraft ...?'
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