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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 646

7. Oktober 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Detektei Umschau: Was ist, Frau Uschke? Erzählen Sie doch weiter, ja?

Frau Uschke: Hört sich alles so komisch an ...

Detektei Umschau: Das macht doch nichts. 

Frau Uschke: Vielleicht hätte ich doch nicht zu Ihnen kommen sollen. Daheimbleiben ... Ist doch Klapsmühle, was ich rede.

Detektei Umschau: Ach was, Frau Uschke. Alles ist genau richtig. Das Aufnahmegerät läuft. Erzählen Sie nur weiter. Alles, was die Rothaarige anbetrifft, die Sie auf dem Foto wiedererkannt haben, interessiert uns. Ganz gleich, wie sich die Geschichte vielleicht anhört. 

Frau Uschke: Ich redete mit der Rothaarigen darüber, daß sie doch gesagt hätte, daß es ihr heute doch besser ginge. Warum braucht sie dann meine Hilfe? Die Rothaarige: 'Die Sonne schmerzt trotzdem. Die morgendliche Sonne ist viel, viel gefährlicher als die nachmittags, abends. Erwischt mich die Morgensonne, ist es besser, ich bleibe nicht alleine. Nicht, daß ich wo liegenbleibe, wenn ich einen Zusammenbruch habe.' Ich: 'Ich soll also nur bei Ihnen bleiben, Sie auf die andere Straßenseite hinüberbegleiten?'

Die Rothaarige: 'Wir verstehen uns, Sie und ich. Schon schlimm, so eine Lichtempfindlichkeit. Sehen Sie, meine Haut kriegt langsam wieder diese Flecke. Und wenn sie schartig wird, kriegt sie echte Löcher. Das dauert, bis mir die Löcher wieder vergehen. Schaut nicht schön aus, eine Zeitlang. Kommen Sie, machen wir, daß ich zu Änschie hinüberkomme. Zu Änschie-Baby ... Änschie-Baby wird sich freuen. Änschie-Baby freut sich immer so, mich zu sehen. Müßten Sie sehen.'

Detektei Umschau: Mit Frau Manuela Dombrowski sind Sie also aus dem Hinterhof hinaus, die Passage hoch ...?

Frau Uschke: Ja. Sie konnte zwar alleine flott voran, aber trotzdem habe ich mich bei ihr untergehaken müssen. Wieder war ich bei der, war der eine Hilfestellunggeholfen. Diesmal parfümiert, trotzdem hatte sie einen ekelhaften Duft an sich. Wie eine der toten Ratten, die ich aus den Fallen im Keller heraushole. Und diesen Geruch ertrage ich bei der. Ertrage ihn. Keine Ahnung, warum. Obwohl ich sonst leicht die Nase rümpfe. In die Nase steigt mir leicht was. Ich habe gehofft, während ich die begleitet habe, daß nicht zu viele aus der Nachbarschaft mich mit der sehen. Keine Ahnung, wem sonst die schon unangenehm aufgefallen sein könnte. Gehört hatte ich zwar nichts mit der Beschreibung dieser Manu. Aber ... Es konnte immer was geben, was ich nicht wußte, und dann würde ich angeredet, daß ich die doch kenne. Gesehen hätte man die und mich. Die Straße hätten wir Arm in Arm überquert. Wie die und ich es in Wirklichkeit auch getan haben. Sie, mit einem Rollending aus dem Krankenhaus, an dem ein Klarsichtbeutel befestigt war, mit Schlauch, aus der ihr Flüssigkeit in der Kanüle in die Armbeuge hineinlief. Außerdem, das weiße Kleid, das sie anhatte, eine jede Menge freie Sicht auf Körperregionen bei der Rothaarigen erlaubte, wenn man das erst mal entdeckt hatte. Ein Kleid, mit jeder Menge komischer Blutflecke dran ... Ich war alles andere als erfreut darüber, was mir meine Hilfsbereitschaft einbrockte.

 

 

 

 

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