"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 648
8. Oktober 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: Sprechen wir es klar aus, Frau Uschke: Sie meinen, daß Sie das alles vergessen haben, das kann kein Zufall sein. Jemand hätte dafür gesorgt, daß Sie Dinge vergessen.
Frau Uschke: Genau, junger Mann. Drei Ereignisse, und ich war jedesmal mittendrinnen - und ich hatte sie beinahe vollständig vergessen. Stellen Sie sich nur mal vor, hätte ich alles parat gehabt, hätte ich, als ich die Rothaarige mit der anderen am Flachdach des Hauses gegenüber ringen hatte sehen, bei der Polizei eine Aussage gemacht, ein paar mehr Beziehungen herstellen können. Statt dem habe ich nur so von ungefähr gewußt, daß ich die Rothaarige kenne. Wußte knapp, wie sie ausschaute. Aber sonst ... Der Rest, was alles mit der los war, daran erinnere ich mich allerdings erst heute wieder.
Detektei Umschau: Was denken Sie, warum haben Sie alles vergessen?
Frau Uschke: Weiß ich doch nicht. Keine Ahnung. Vielleicht sollte ich das sogar für mein ganzes Leben vergessen. Trotzdem erinnere ich mich jetzt zumindest an die drei Begebenheiten. Vielleicht fällt mir noch mehr ein, in der nächsten Zeit ...
Detektei Umschau: Tja, der Mensch ist manipulierbar. Für Erinnerungsblockaden kann gesorgt werden. Zum Beispiel mit Hypnose.
Frau Uschke: Ich kann Ihnen das nicht beantworten. Alles, was ich weiß, ist, daß ich mich plötzlich wieder an Dinge erinnere. Sogar ziemlich deutlich. Als wären sie nicht ein paar Jahre her, sondern erst gestern gewesen. Zur Polizei gehe ich aber trotzdem damit. Vielleicht, wenn Sie als Detektive mehr haben, wenn Sie damit irgendwann zur Polizei gehen ... Für Sie ist die Sache heute immer noch von Interesse.
Detektei Umschau: Was Frau Manuela Dombrowski angeht, haben wir aber länger nichts Neues gehört. Derselbe Fall, aber dauernd andere Namen, Zusammenhänge.
Frau Uschke: Verstehe.
Detektei Umschau: Kommen wir auf das zurück, was Sie noch erzählen wollten ...
Frau Uschke: Die Studentinnen, die mit Frau Beate Ettnach in einer Wohngemeinschaft zusammenwohnten, sind dann alle so schnell wie ihnen möglich abgereist. Bei einer hat ihr Vater die Sachen geholt, sie in einen Kleintransporter hinabgeschafft. Bei der zweiten ist der Freund mit Freunden gekommen. Sie haben Schränke zerlegt, so was. In ihren Autos haben sie alles weggefahren. Wegen Beate Ettnach ist niemand zu mir ins Haus gekommen. Ein Möbelwagen einer Umzugsfirma war da, die Männer haben das, was Beate Ettnach gehörte, hinabgetragen. Von Beate Ettnachs Familie ließ sich wirklich nie jemand blicken. Als wäre Beate Ettnach das schwarze Schaf der Familie. Der Mietvertrag Beate Ettnachs wurde nach einem Anruf der Familie Beate Ettnachs bei meiner Anwaltsfirma mit meiner Zustimmung augenblicklich aufgelöst.
648
Newsletter
Gib Deine E-Mail-Adresse ein, um bei zukünftigen Artikeln benachrichtigt zu werden.
Seiten
Kategorien
- 768 "Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
- 374 mehr meilen
- 370 Kurzware
- 368 "Drei Erwachen"
- 360 hug it
- 352 allerlei
- 325 Kurzware II
- 315 kleine Szenen
- 310 Kleinteile
- 304 rundgehen
- 223 "Die Augenzeugin"
- 167 nach dem Tritt
- 152 dreimal erwachen
- 93 T-Rixi
- 57 K.K.
- 39 miles
- 22 Jäger des nächsten Textes
- 16 Kurzgeschichte