"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 683
20. Oktober 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: Weiter wissen Sie nichts, Frau Müller, Herr Müller?
Herr Müller: Die Wände hier im Haus sind dick. Wenn Vio und ich, wir uns streiten, muß es schon sehr laut bei uns zugehen, daß das nebenan oder unten drunter jemand genauer mitkriegt. Seien Sie doch glücklich drüber, glücklich über das, was Vio Ihnen Schönes erzählt hat. Vielleicht war Vio die letzte, die was von diesem Hänsel mitgekriegt hat. Danach war in der Wohnung drüben wieder alles wie immer, oder, Vio?
Frau Müller: Ja, Gerd. Nur sie, Mona, die habe ich immer wieder gesehen, wie sie ins Haus reingekommen ist. Oder aus dem Haus raus ist. Habe sogar hin und wieder öfter drüben kurz an der Wohnungstüre gelauscht. Aber - gehört hab ich nicht mehr viel von drinnen.
Herr Müller: Ist eben die Tür nicht immer auf, bei den Leuten ...
Detektei Umschau: Zehn Tage ist das heute her?
Frau Müller: War vorletzten Mittwoch.
Detektei Umschau: Ja? Die junge Frau - Mona - war am Mittwoch vorletzter Woche um neunzehn Uhr rum hier im Haus, nicht früher?
Herr Müller: Was wollen Sie? Was wollen Sie von meiner Frau? Seid ihr zwei denn Polizei? Nehmen Sie die Geschichte Vios wie sie ist, oder lassen Sie es bleiben. Sie haben gehört, was Vio zu erzählen hatte. Anderes hat Vio auch den Polizeibeamten am Präsidium nicht erzählt. Sie könnten jetzt auch gehen, wenn Sie zum Beispiel Lust haben. Würd ich schon sagen, mich würd's freuen ...
Thomas und Regina, die Mitarbeiter der Detektei Umschau, haben dann die Wohnung der Müllers verlassen.
Frau Viola Müller hat Thomas und Regina noch an der Wohnungstüre verabschiedet, dort zu Thomas gemeint, sie hätte die von der Spurensicherung zu Kriminalkommissar Tischer und seinem Kollegen reden hören, daß der junge Hänsel wahrscheinlich in der Badewanne ganz ausgeblutet und zerstückelt worden sei.
In der Badewanne hätten sie Infrarotspuren des Bluts Hänsels gefunden. Außerdem an Messern aus dem Messerblock in der Hänsel'schen Küche.
Mit diesen scharfen Messern - unverwüstlicher Edelstahl - sei zerlegetechnisch gearbeitet worden.
Ob das jedoch die junge Frau - die Freundin des Toten, die Tatverdächtige in dem Mordfall -, alleine ausgeführt haben könnte, das wäre die andere Frage. Hatte die Frau die Kenntnisse in Anatomie, Messerführung, ihren Partner Josef Hänsel nicht irgendwie, sondern richtig fachmännisch, nach allen Regeln der Kunst, auszunehmen, die Gliedmaßen abzuschneiden und kleinzumachen?
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