"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 723
3. November 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Niemand, der irgendwas davon wußte.
Für seine Ehefrau - Ihre Mutter, Herr Weil-Esch junior - war Herr Doktor Gregorius Weil-Esch auf einer Geschäftsreise. Daheim hegte seine Gemahlin nie den geringsten Zweifel daran, daß ihr Mann, Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, sich auch auf dieser Reise befand.
Aber, es war eine Lüge. Herr Doktor Gregorius Weil-Esch hat seine Gattin angelogen. Herr Doktor Gregorius Weil-Esch war in den Mandlinger Hof aufgebrochen, um Frau Ramona Gleibt zu begegnen. Diese Begegnungen hatten jedoch keine sexuellen Aspekte.
Was wollte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch nun von Frau Ramona Gleibt?
Herr Doktor Rupertus Weil-Esch redete mit Frau Ramona Gleibt darüber, daß er ein Zusammentreffen mit Herrn Drakonie Rupertus Wank wünschte. Den Wunsch sollte Frau Ramona Gleibt an den Adressaten weiterleiten.
Nur - weshalb wollte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch das?
Soweit wir von der Detektei Umschau in Erfahrung bringen konnten, befand sich Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihr Vater, Herr Weil-Esch junior, die letzten fünf Jahre über immer wieder in ärztlicher Behandlung. Grund: ein Krebsleiden.
Bis vor eineinhalb Jahren hieß es, was die behandelnden Ärzte Ihrem Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihrem Vater, gegenüber auch belegten, daß Ihr Vater die Chemotherapien und alles erfolgreich überstanden hatte. Herr Doktor Gregorius Weil-Esch galt als ein geheilter Patient.
Dann hat sich Herr Doktor Gregorius Weil-Esch seiner nächsten regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung unterzogen. Das Ergebnis: Wieder wurde bei Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch Krebs festgestellt. Diesesmal in der Galle. Und es wurde Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch mitgeteilt, daß der Krebs innerhalb kürzester Zeit bereits jede Menge gestreut hatte. Jede Menge Metastasen hatten sich gebildet.
Das gesamte Programm begann wieder für Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch. Die Entfernung der Galle, dann Spritzenkuren.
Die Ärzte machten Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch schließlich die Mitteilung, daß sie nichts mehr anderes tun konnte, als sein Leiden im Zaum zu halten und die Schmerzen zu lindern. In absehbarer Zeit, innerhalb den nächsten paar Monaten, würde Herr Doktor Gregorius Weil-Esch seinem Krebsleiden erliegen.
Diesen ärztlichen Befund hielt Herr Doktor Gregorius Weil-Esch vor seiner gesamten Familie, Ehefrau, Kinder, der Verwandschaft geheim. Niemand erfuhr etwas davon.
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