Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 738

9. November 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Es war Toni.

Toni, Gustl Strauchingers bester Kumpel Toni.

Gustl Strauchingers engster Freund seit den frühesten Kindertagen.

Als Gustl Strauchinger das erste Mal im Sandkasten spielte, hat er mit Toni gespielt, während Gustls Mutti und die von Toni beisammenhockten, dem Treiben ihrer Kinder zuguckten.

In die Disko hatten Gustl und Toni fahren wollen, sich ein paar geile Bräute aufzureißen. Deswegen hatte Toni Gustl am Hof von Gustls Eltern abgeholt.

 

Wer oder was ist Toni aber?

Toni ist Anton Heinrich.

Tonis Mutter heißt Antonia Gerlinde Therese Aulinger.

Den Namen Anton Heinrich Aulinger, den hat Toni in der Gegenwart geändert.

Heute nennt sich Toni nach seinem Vater, von dem er ein uneheliches Kind ist, zu dem Toni allerdings nur das beste Verhältnis hat. Noch ein besseres Verhältnis als zu seinem leiblichen Vater hat Toni aber noch zu Hans-Georg, einem jüngeren Bruder seines Vaters.

Tonis Vati ist Heinrich Tabert, der ältere Bruder Hans-Georgs.

 

Geht Ihnen ein Licht auf, Herr Weil-Esch junior? Sie haben sich doch durch die Nähe zu Ihrem eigenen Vater, des Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, einen Überblick über die Materie verschafft, die wir hier behandeln, oder?

 

Gustl Strauchinger hat einmal Gitte - Brigitte Senfter -, einer Klassenkameradin, die Gustl, stockbesoffen wie Gustl war, die Windel voll, nachts vom Geiersdorfer Sommerfest im Rollstuhl nach Hause zu seinen Eltern rolllte, erzählt, wie sehr er Toni hasse. Er hasse Toni. Den Tod wünsche er Toni. Toni, der wäre lange nicht mehr sein bester Kumpel. Lange nicht mehr. Weil Toni, der hätte nach dem Unfall in der Kurve ohne weiters aufstehen können. An Toni war nichts kaputt; nicht das geringste.

Toni hätte ihn, Gustl, seinen Freund, für tot gehalten. Gustl aber war bei Bewußtsein. Gustl konnte mitbekommen, daß Toni mit seinem Phone nicht etwa sofort den Notarzt anrief, sondern sich davonmachte. Toni hätte ihn, Gustl, liegen gelassen, wäre weggerannt. Keine Ahnung hätte er, Gustl, warum zu der Zeit gerade keine Autos die Geiersdorfer Bergstraße herauf- oder hinunterfuhren. Jedenfalls lag er, Gustl, rum, starr den Blick in den blauen Himmel. 

Dann kehrte Toni unvermittelt auf die Bildfläche zurück. Sein Phone hatte Toni am Ohr, Toni telefonierte.

 

 

 

 

738

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post