Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 739

9. November 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Nicht das bißchen, daß Toni sich um Gustl kümmerte, der nahe der Leitplanke am Boden herumlag. Statt dessen durfte Gustl mitkriegen, mit wem Toni telefonierte. Mit seinem Vater Heini, Heini Tabert, den Toni also zu der Zeit schon nicht mehr haßte.

Laut wiederholte Toni, was er sagen sollte, wenn der Rettungswagen eintraf. Daß Toni zu den Sanis sagen sollte, daß Gustl an allem die Schuld hatte. Gustl wäre voll blöd gewesen. Gustl hätte sich in der Kurve einfach nicht mit dem Fahrer zusammen seitlich gelegt, wäre aufrecht geblieben. Dadurch wäre das Motorrad Gustls ins Rutschen gekommen.

Das war das letzte, was Gustl, der rumlag, an der Geiersdorfer Kurve mitkriegte. Plötzlich überwältigt Gustl die Bewußtlosigkeit.

Als er, Gustl, nach Wochen im Koma in der Spezialklinik, in die er verbracht worden war, das Bewußtsein zurückkehrte, erfuhr er von seinem Vater Gustav schnell, wie die Geschichte sich abgespielt haben sollte. Genauso, wie Gustl das in seinem bewegungsunfähigen Zustand am Teerboden der Kurve belauscht hatte, hatte Toni jedem, der den genauen Unfallhergang hören wollte, das erzählt.

 

Und die Verhältnisse, Herr Weil-Esch junior, waren so, daß Gustl Strauchinger von seinem Vater Gustav instruiert wurde, ja nichts anderes als das, was Toni von sich gegeben hatte, hören zu lassen.

Das hatte mit der Hypothek zu tun, die Gustav Strauchinger senior auf sein Haus aufgenommen hatte, um mit dem schnellen Geld eine Hausrenovation und einen neuen Traktor mit Anhänger zu bezahlen.

Wegen einer Mißernte und weil er keine neuen Gäste kriegen wollte, die bei ihm Ferien am Bauernhof machen wollten, woran die Tabert-Bande schuld sein sollte, konnte Gustav Strauchinger senior den Bankkredit nicht mehr bedienen. Praktisch war Gustav Strauchinger senior in die Insolvenz gegangen.

Von der Bank erfuhr Gustav Strauchinger senior, daß jemand bereit war, die Hypothek zu übernehmen. Die Taberts, die in der Nachbarschaft wohnten, wollte ihm, Gustav Strauchinger, helfen. Namentlich genannt wurde Gustav Strauchinger senior Herr Hans-Georg Tabert.

 

Am Schluß war das für Gustav Strauchinger eigentlich egal, wer das war. Gustav Strauchinger war mit allem einverstanden, die Hypothekenlast loszuwerden. Auch wenn er danach ohne Haus und Hof dastand. Mit seiner gesamten Familie sollte Gustav Strauchinger innerhalb von drei Monaten ausziehen, verlangten die Tabert-Leute.

Diese Situation änderte sich mit Gustls Unfall auf Toni Aulingers Motorrad schlagartig. Auf Toni Aulinger, dessen Vater Heinrich Tabert war, sollte in der Öffentlichkeit kein schiefes Licht fallen.

 

 

 

 

739 

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post