"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 758
16. November 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Ein Herr Drako Rubertus Wankel.
Die Tafel mit der Nummer, die sich Herr Drako Rubertus Wankel - schwarzes Jackett, schwarze Krawatte, weißes Hemd - vor die Brust hält: '23-5/801/7'.
Wenn man beim nachkolorierten Bild in das Gesicht Herrn Drako Rubertus Wankels blickt, meint jeder der 'Detektei Umschau' unmittelbar, er schaue in das Antlitz Herrn Drakonie Rupertus Wanks.
Muß man sich wirklich bewußt machen, daß wir in der Gegenwart leben und das andere tiefste Vergangenheit ist. Die neunzehnhundertzwanziger Jahre. Die Weimarer Republik war das.
Herr Drako Rubertus Wankel, die 'Bestie von Lemberg'. Ein vielfacher Mörder. Zum Tode durch den Strang verurteilt.
Das Todesurteil sollte nach einjähriger Kerkerhaft vollstreckt werden.
Allerdings, Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, Herrn Drako Rubertus Wankel, dem gelang auf mysteriöse Weise die Flucht aus einem von einem Polizeipferdegespann gezogenen Kastenwagen. In dem Herr Drako Rubertus Wankel bei Nacht und Nebel woandershin verbracht werden sollte, weil die Lemberger Bevölkerung nicht zu beruhigen war und Herrn Drako Rubertus Wankel trotz des Todesurteils bei Lemberg die Lynchjustiz drohte.
Gefunden wurde der überfällige Gespannwagen von einem berittenen Suchkorps der Gendarmarie bei einem namenlosen Wäldchen hinter Gebüsch. Sämtliches zur Begleitung und zur Bewachung Herrn Drako Rubertus Wankels abkommandiertes Personal: tot.
Den zwei Wachmännern, die Gewehre hatten, an denen die Bajonette aufgesetzt waren, die mit Herr Drako Rubertus Wankel im Kastenwageninnern mitfuhren, wurde von Herrn Drako Rubertus Wankel mit den Zähnen in einem obszönen Blutrausch die Gurgeln zerfleischt. Dem Gespannlenker und den links und recht von ihm auf dem Kutschbock sitzenden Gendarmen waren, als sie gefunden wurden, die Gesichter auf den Rücken gedreht. Die fünf Reiter, die bei dem Kastenwagen hinten und vorne dabei waren, lagen allesamt erschlagen neben ihren toten Pferden. Ein beigebrachter Veterinär meinte, die Kadaver der Zugpferde in Augenschein nehmend, daß die Tiere genauso wie die Menschen erschlagen wurden: mit der bloßen Faust. Mit der bloßen Faust gegen die Pferdestirn.
Alles waren schwer bewaffnete Leute, Gewehre, Pistolen, die Reiter zusätzlich mit Degen an der Hüfte. Herr Drako Rubertus Wankel wurde von den Berittenen auch beschossen. Nur stoppen hatten Schüsse Herrn Drako Rubertus Wankel nicht können. Herr Drako Rubertus Wankel verschwand spurlos.
757
Newsletter
Gib Deine E-Mail-Adresse ein, um bei zukünftigen Artikeln benachrichtigt zu werden.
Seiten
Kategorien
- 768 "Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
- 374 mehr meilen
- 370 Kurzware
- 368 "Drei Erwachen"
- 360 hug it
- 352 allerlei
- 325 Kurzware II
- 315 kleine Szenen
- 310 Kleinteile
- 304 rundgehen
- 223 "Die Augenzeugin"
- 167 nach dem Tritt
- 152 dreimal erwachen
- 93 T-Rixi
- 57 K.K.
- 39 miles
- 22 Jäger des nächsten Textes
- 16 Kurzgeschichte