"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 759
16. November 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Das größte Rätsel in dem Fall war für die untersuchenden Kriminalbeamten aus der fernen Hauptstadt der Weimarer Republik, wie Herr Drako Rubertus Wankel sich von den schweren Eisenketten, an denen er an Armen und Beinen festgemacht war, befreien hatte können.
An den Ketten fanden sich keinerlei Beschädigung. Beinahe, als wären sie mit einem Schlüssel geöffnet worden.
Einen Schlüssel jedoch hatte nur ein Staatsbediensteter dabei, der Polizeirittmeister, der mit zwei Polizisten dem Kastenwagen voraus ritt. Der Herr Rittmeister hatte, als man ihn tot bei seinem erschlagenen Pferd fand, den Schlüsselbund, an dem man den einen Schlüssel unter vielen erst herausfinden hätte müssen, an der Gürtung seiner Hose festgemacht.
Hätte Herr Drako Rubertus Wank einen Universalschlüssel haben müssen.
Nur, wie hätte Herr Drako Rubertus Wankel sich diesen besorgt? Von wem? Warum sollte jemand Herrn Drako Rubertus Wankel solch einen Schlüssel aushändigen? Und wann? Herr Drako Rubertus Wankel hatte Einzelkerker und Sonderbehandlung. Die einzigen, denen Herr Drako Rupertus Wankel in seiner Kerkerloch begegnete, waren Kerkerwächter, die ihm zu dritt, zwei von der Tür her auf alle Geschehnisse drinnen aufpassend, das Essen in einem Blechnapf hineinbrachten.
Nicht einmal ein Kirchenmann erschien mehr bei Herrn Drako Rubertus Wankel, nachdem Herr Drako Rubertus Wankel dauerhaft die Beichte aller Sünden verweigerte, keinerlei Reue für seine Taten zeigte. Erst wenn Herr Drako Rubertus Wankel bereit war, zu bereuen, Gebete zu sprechen und zu beichten, wollte wieder ein Priester zu ihm kommen.
Toll, was, Herr Doktor Weil-Esch?
Als Herr Drako Rubertus Wankel sich noch in Freiheit befand, beging er die meisten seiner Morde in der Art und Weise, daß er seinen leicht betäubten Opfern, männlich, weiblich, das war egal, mit dem gestärkten, geschärften Daumennagel den Hals langsam aufschlitzte.
Dann beugte Herr Drako Rubertus Wankel sich vor, trank das Blut des oder der Unglücklichen.
Mehr gibt es nicht von den Mordunternehmungen des Herrn Drako Rubertus Wankels zu wissen. Eigentlich nicht viel, was vom polizeilichen Aktenordner Herrn Drako Rubertus Wankels der Nachwelt erhalten blieb. Ob Herr Drako Rubertus Wankel wieder eingefangen werden konnte, wissen wir nicht.
Der Rest der Akte ging durch das Walten der zerstörerischen Kräfte des Zweiten Weltkriegs verloren. Dafür müssen wir leider Verständnis aufbringen, Herr Doktor Weil-Esch.
Das ist immer noch nicht alles, was meine alte Freundin mir und der 'Detektei Umschau' uns an Interessantem übermittelt hat.
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