"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 761
17. November 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Holzdrucktechnik. Kunstvoll, detailreich.
Bis auf zwei Ausnahmen auf den Abzügen alles Männer. Die Gesichtszüge, die Gestalt der Abgebildeten mit höchstem handwerklichen, künstlerischen Geschick einwandfrei herausgearbeitet.
Ließ für den Betrachter ebensowenig zu wünschen übrig wie eine Fotografie späterer Jahrhunderte.
Stellen Sie sich vor, Herr Doktor Weil-Esch, auch bei einem der dreißig Gesichter aus dem Almanach von 1838 gab es einen Treffer.
Schon mit bloßem Auge ist die Ähnlichkeit zu erkennen. Als Frau Professor das ausgedruckte Almanach-Blatt dann durch das Bilderkennungsprogramm überprüfen ließ, gab es eine Übereinstimmung.
Etwas, was es nicht geben sollte. Wobei die Gesichtserkennung außerdem ausschloß, daß das ein Verwandter, ein Urururgroßvater des einen sein könnte.
Was das Programm aussagte, war, das war ER. ER, Herr Drakonie Rupertus Wank.
Wobei das Computerprogramm einwandfrei funktionierte, sich bei weiteren Überprüfungen keine Fehler herausstellten. Auch mit einem zweiten benutzten Programm der gleichen Art ergab sich das ganz genau gleiche Ergebnis.
Das, Herr Doktor Weil-Esch, was mit dem ausgefeilten Phantombild Herrn Augustins, das ich Frau Professor mal so zugeschickt habe, angefangen hat, das ist meiner alten Freundin und den Mitgliedern ihrer Studentengruppe zu einer unübersichtlichen, unverständlichen Angelegenheit geworden. Etwas Unglaublichem.
Denn: Herr Drache Apolonius Wänk, hingerichtet 1909.
Herr Drako Rubertus Wankel, der sich seiner Hinrichtung 1924 entzogen hat.
Und schließlich Herr Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz, dessen Abbild in einem Mörder-Almanach aus dem Jahre 1838 zu entdecken ist.
Diese drei sollten ein und dieselbe Person sein. Das sagten fehlerfrei auf funktionierenden Rechnern laufende Programme zur Gesichtserkennung.
Sämtliche biometrische Daten stimmen überein. Mit denen des Herrn Drakonie Rupertus Wanks.
Als ob jemand tief aus der Vergangenheit bis heute weiterlebt. Alterslos.
Ein menschlicher 'Freak', einer, der nicht stirbt. Der, unbemerkt von seiner normalmenschlichen Umwelt, die Jahrhunderte überdauert hat.
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