"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 762
17. November 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Oder was ist das ? Was denken Sie, Herr Doktor Weil-Esch?
Zu Herrn 'Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz' gibt es sogar eine Geschichte. Die Frau Professor, meine alte Freundin, aufgetrieben und mir mit übermittelt hat.
Mehrere eng beschriebene Seiten in altdeutscher Schrift. Wovon Frau Professor von einem eifrigen Studenten eine Abschrift in heutige Sprache übersetzt anfertigen hat lassen. Ein Text, in dem Kleinigkeiten des Treibens des Grafen von Leutschnytz von 1808 bis 1817 beschrieben werden.
Die Übersetzung, Herr Doktor Weil-Esch, bekommen Sie in der Anlage dieses Schreibens zugesandt.
Prunkvolle Feste, auf denen sich viel Adel einstellte, hat Herr Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz, der sich in der Umgebung von Leipzig ansiedelte, regelmäßig gegeben. Kostspielig bis zum Abwinken. Purste Dekadenz und Verschwendung.
Nichts, das der Graf von Leutschnytz seinen Gästen nicht anbieten konnte. Nichts an Gaumenspeisen, Trunk. Auch junge, hübsche Landmädchen und -burschen aus der Umgebung des Landguts wurden von den Helfershelfern des Grafen dazugeholt. Damit der Herr Graf von Leutschnytz und seine Gäste mit ihnen Spaß haben konnte.
Einer jungen Bauerntochter, die der Herr Graf von Leutschnytz nicht wieder aus seinem Schlosse weggehen hat lassen, gelang die Flucht vom Schloßgelände dessen von Leutschnytz. Obwohl der Schönheit gräfliche Jägersleute mit Bluthunden dicht auf der Spur waren, schaffte es die, die mit Namen Margarete hieß, früh morgens auf die Landstraße zu taumeln und sich vor die nahende Postkutsche zu werfen. Die auf dem Kutschbock hielten für Margarete, am Ende ihrer Kräfte, an. Der Kutscher hob das verzweifelte Mädchen in die Kutsche. Mit nahmen die Postleute Margarete nach Leipzig. Auf einer Polizeistation landete Margarete.
Wie ein Wasserfall plapperte es aus Margarete heraus. Gar Gräuliches wußte Margarete, das brave Kind eines armen Bauern, von dem hochwohlgeborenen Grafen von Leutschnytz und Vorkommnissen auf seinem vielräumigen Schlosse zu erzählen.
Nicht nur das, daß sich auf dem Schloß, wenn die Feste ihrem Höhepunkt zustrebten, die orgiastischsten Dinge abspielten, solche zwischen Mann und Frau, mehreren Männern und Frauen. Mann mit Mann. Frau mit Frau. Einige der Festivitäten gipfelten darin, daß Herr Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz auserwählte Gäste in bestimmte Hallen seines weiten Schlosses führte. Dort waren Altäre errichtet. Heidnische Blutopfer, gab Margarete kund, die mitten in der Nacht auf ihnen vollzogen wurden.
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