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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 763

18. November 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Genauer berichtete Margarate, die dem Hof des hohen Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz entflohen war, ihrer Zuhörerschaft, daß Graf Egberto Hälse aufschlitzte, seine Zähne in hilflose Jungfrauen, Mädchen schlug, die ausschließlich für diesen Zweck auf das Schloß des Grafen Egberto verschleppt worden waren. Direkt an den Sterbenden trank Graf Egberto Blut. Während bei denen, die dem schaurigen Schauspiel beiwohnten, selber Kelche voller Blut kreisten. Ab und zu, daß geschah, daß Graf Egberto sich zu einem Thron begab. Davor ließ Graf Egberto sich von Dienerinnen mit einer Mischung aus Öl und Blut am ganzen Körper salben. Um sich zum Schluß feierlich eine güldene, siebenzackige Krone aufs Haupt aufsetzen zu lassen. Als wäre er eine Art König, der über die Lande herrschte, befahl Herr Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz den Anwesenden, vor ihm die Knie zu beugen. Dann hielt Herr Egberto Graf von Leutschnytz hof, sprach Recht.

Natürlich wehrte sich der hochwohlgeborne Graf von Leutschnytz gegen die verleumderischen Anschuldigungen der närrischen, ungebildeten Bäuerin, die am preußischen Königshof über ihn verbreitet wurden. Einflußreiche Freunde traten vor, Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz beizustehen, ein gutes Wort für ihn einzulegen. Trotzdem nahm das mit dem guten Ruf des hochherrschaftlichen Herrn beinahe täglich immer mehr Schaden, weil das mit den Geschichten über das Treiben des Grafen Egberto, nachdem es einmal angefangen hatte, nicht wieder aufhören wollte. Überdies stellte sich heraus, daß Herr Egberto sm Hof des preußischen Königs mächtige Feinde hatte. Intrigen gegen Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz waren im vollem Gange. Am Ohr des Königs wurde geflüstert.

 

Am Schluß kam es so weit, daß Graf Egberto sich mit seinen getreuen Bediensteten hinter den Schloßmauern verschanzte, um eine königliche Depesche nicht entgegennehmen und entsiegeln zu müssen.

Nach ein paar Tagen unverrichteter Dinge, daß sich ein Bote der besagten königlichen Delegation in ein Lager der preußischen Armee begab. Bei einem Waldgebiet in zwanzig Meilen Entfernung von dem Grundbesitz des Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz hatten mehrere Divisionen für Manöverzwecke ihre Zelte aufgeschlagen. Der General sah das königliche Siegel des Botenreiters, hörte sich die von dem Mann übermittelte Botschaft mit offenen Ohren an. Am nächsten Morgen rückte eine Kompanie Fußsoldaten, Kavalleristen und Reiter aus, machte sich auf den Weg zu Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz Schloß.

Trotzdem er sich wahrlich einer Übermacht gegenübersah, wollte sich der Graf von Leutschnytz nicht ergeben und herauskommen aus seinem Gemäuer. Vierundzwanzig Stunden Zeit, daß man dem hohen Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz gewährte, sich eines Besseren zu besinnen. Schließlich mußte er nichts weiter tun, als die königliche Depesche entgegenzunehmen, durchzulesen und seine Schlüsse daraus ziehen.

 

 

 

 

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