"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 81
15. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Der heimische Garten mit grüner Rasenfläche, paar Bäumen und verschiedenem Gebüsch, der reichte mir dann nicht hin. Schaute an der Sonne vorbei, auf die Fassaden benachbarter Häuser. Und ich drückte die Klinke der Gartentür. Für einen Spaziergang weiter weg.
Auf dem Feldweg bin ich zum Waldrand hin ausgeschritten. Lauschte auf die Dauerdröhnung des unablässigen Fahrzeugverkehrs rundherum, dem sich vereinzelte Vogelgesänge beimischten.
Schließlich war ich am mit Kies aufgeschütteten Geh-, Fahrweg am Waldrand angekommen. Ein paar Momentchen drauf war ich zwischen den Bäumen.
Und mußte bald stehenbleiben.
Das komische Gefühl hatte mich befallen, als wäre da irgendwas. Das mich beobachten würde.
Immer stärker wurde das Empfinden einer Bedrohung. Auf dem Absatz hab' ich mich im Kreis herumgedreht. Mehrere Male die volle Umdrehung.
Nirgendwo eine Kleinigkeit zu blicken, daß meine Empfindung Hand und Fuß bekäme.
Plötzlich, der Gedanke: MANUELA!!!
Wenn Manuela da wäre, sie, Manuela ...
Manuela, die bei mir am Haus war, Manuela, die mich von dort hierher verfolgt hätte.
Manuela, die sich hinter einem dickeren Baumstamm versteckte - noch. Um jeden Moment von dahinter vorzutreten. Mich anlächelnd. Mir spöttisch winkend.
Die Sonne hat zwischen dem Laub der Birken da heruntergeschienen, und in mir war die aller-, allergrößte Verzweiflung. Ich hatte nicht das kleinste Verlangen danach, Manuela zu blicken.
Pötzlich war tatsächlich Bewegung bei einem dicken Stamm. Jemand, der von dahinter hervortrat.
Und mir war, ich sehe SIE, Manuela. Manuela, wirklich dort von dahinter hervortreten.
Zusammen mit einem Mann. Ein Mann, bei Manuela an der Seite. Eine echte Penner-Type. Mir ebenfalls nicht gänzlich unbekannt, der.
Ein wildes Kreischen, das meiner Kehle entflieht. Aus dem Stand, daß ich mich herumwerfe, lossprinte.
In die Himmelsrichtung Elternhaus renne ich. Wie toll der Bedrohung davon.
Durch nichts werde ich in meinem Lauf aufgehalten. Nichts, das mich an meiner Heimkehr gehindert hätte.
Einen graubemäntelten Mistkerl mit dicker Sonnenbrille und so eine Braut mit langen blonden Haaren, die Manuela ähnlich schaut, die blicke ich, mein Tagebuch. Zumindest glaube ich das, sie nebeneinander stehen zu sehen.
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