"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 82
15. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Nicht genauer, daß ich mir die zwei - wenn das Paar dort wirklich real präsent war - in meiner panischen Hast angucke. Das Bild mit ihnen vor meinen Augen wird nicht richtig von mir festgemacht. Nicht der Fall.
Sonst hätte ich sie besser, schärfer in der Erinnerung.
Das gesehene Weib, lediglich umrißhaft in meinem Kopf. Ein Scheme. Ihr Begleiter ebenso.
Im nachhinein muß das überhaupt nicht Manuela gewesen sein. Eben irgendeine Blondine von Manuelas Statur mit einem schäbig gekleideten Kerl an der Seite.
Oder ich meine, ich denke, ein solches Duo gesehen zu haben ... Reinste Einbildung von mir.
Was immer. Nur eins ist sicher, auf der Stelle hab' ich losgekreischt. Voll in Panik wirble ich herum. Ergreife die Flucht vom Platz.
Was sagt man denn nun dazu, liebes Tagebuch?
Auf dem Kiesweg da im nahen Wäldchen - mache ich mir vor Angst in die Hosen. Und zwar hinten und vorn. Daß ich mich daheim duschen und mir neue Kleidung anziehen muß.
Die alten Klamotten, die hab' ich in einer Plastiktüte in der Tonne entsorgt.
Und, frisch geduscht, komplett neu eingekleidet, nachdem ich Minuten zuvor wie von allen Dämonen gehetzt heimwärts gemacht hatte - lege ich, in meinem alten Kinderzimmer am Drehstuhl vorm Rechnermonitor herumhockend, die Reihe Schlaftabletten auf der Tasta aus. Für mich.
Mit den Tabletten, offenkundig, daß ich mich mit ihnen ums Leben bringen will. Sprich, Selbstmord möchte ich begehen.
Vor dem Tablettenhaufen und vor mir selber, Tagebuch - habe ich also keinen Schiß. Sondern erfreue mich riesig an der Idee meines demnächst bevorstehenden Ablebens.
Den hübschen, netten Tod, den mir die siebenfache Tablettenlatte bringen kann, mit Wasser nachgespült.
Ist das nicht herrlich?
Ja, wenn das nichts Spaßiges hat auf der Welt, weiß ich das nicht mehr.
Im Wald jedoch packt mich die Oberpanik, wegen zweier unverhoffter Leutchen, die ich für irgendwen halte. Wenn sie denn schließlich echte Realität waren.
Nicht das bißchen was, daß ich mich ihnen gegenüber aufbauen will. Nicht einmal für einen längeren Moment will ich sie mir überhaupt verschärfter ansehen ...
Aber, hier im Zimmer, meinem alten Kinderzimmer - hab' ich Schlaftabletten für mich parat. Tabletten, sie zu schlucken.
Davor ängstige ich mich weitaus weniger.
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