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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 83

16. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Kaum, daß sich mir deswegen der Herzschlag beschleunigt. Angesichts des Tabletten-Siebeners. Siebenfach schluckbar.

Werd' ich nicht rechtzeitig gefunden, Ableben nicht ausgeschlossen.

 

 

*

 

Neunzehnter Juli, mein Tagebuch.

Bald elf Uhr am Vormittag. Genaue Uhrzeit: 10:43.

 

 

Die Türe in mein Zimmer hinein war vor einer knappen Stunde aufgeflogen.

Nicht Vater, sondern Mutti, Mutti, die hereingelaufen kam zu mir.

 

Aufgeregt hat Mutti zu mir gemeint, daß sie endlich Helens Eltern telefonisch erreicht hätte. Helens Mutter, die habe das Gespräch am Telefon geführt. Helens Mutter hat Mutti darüber unterrichtet, daß sie und ihr Gatte für ein paar Tage außer Haus bei einem Neffen waren.

Das mit Helen und mir, daß etwas schiefgelaufen wäre zwischen Helen und mir, das täte Helens Mutti und Helens Vati sehr, sehr leid. Was sollten sie, als Helens Eltern, aber im Moment mit Helen anstellen? Helen wäre ziemlich schwierig geworden. Schlecht, daß an Helen heranzukommen war; vernünftig mit Helen zu reden, nicht möglich. Außer man würde zu Helen sagen, daß man mit ihr beten würde wollen.

 

Wie ich es vermutet hatte, Tagebuch, Helen hat eine neue Handy-Nummer. Die Helen mir, ihrem vormaligen Verlobten, nicht hatte mitteilen mögen. Logischerweise, weil zwischen Helen und mir ja Schicht im Schacht war.

Diese Nummer Helens hat Helens Mutter meiner Mutter aber durchgegeben, daß Mutti mitschreiben konnte.

Dreimal hat meine Mutti daraufhin Helen angerufen. Im Laufe dieser frühen Vormittagsstunden heute.

Beim drittenmal hat es Mutti tatsächlich geklappt, Helen hat sich auf ihrer Telefonie gemeldet.

 

Biestig war Helens Ton. Grob hat Helen bei bestem Empfang auf allen Seiten in ihr Gerät hineingeschnarrt, daß sich nichts daran ändern würde, daß ich und sie nicht länger miteinander verlobt wären. Auch wenn ich, das Bubilein, sie, meine Mutti, für mich anrufen ließe. Ganz genau wüßte ich, Muttis Bubi, das, was sie, Helen, von einem Mann, der ihr Ehemann werden möchte, erwarte. Anders bräuchte ich und meine Verwandtschft sich um nichts weiter bei ihr, Helen, zu bemühen. Außerdem hätte ich ihre, Helens, religiöse Gefühle zutiefst verletzt. Einfallen hätte ich es mir lassen, mich wiederholt in blasphemischen Äußerungen gegen Gott und die Welt zu ergehen. Dafür würden ihr, Helen, keine normalen Entschuldigungen meinerseits ihr gegenüber irgendwo hinreichen. Zuerst müßte ich meine Irrtümer in aller Öffentlichkeit wahrhaft eingestehen, hernach eine Reinigung vom Bösen in einem Ritus an mir vollziehen lassen. Erst wenn ich das täte, dann später mit einer Beschneidung mich einverstanden zeige, dann könnte ich vielleicht wieder ein bißchen was mit ihr, meiner Helen, sprechen.

 

 

 

 

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