"Etwas durfte 'Alpha' werden ...": 10
11. Februar 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzgeschichte
Weiter, daß der Bodenlägrige sich zu nichts aufraffen konnte.
"Na, was ist nun?" Der SA'ler in Sommerkluft ohne Uniformjackett streckte seinen Schlagstock vor. "Was hast du dir überlegt? Du kannst da nicht bis morgen da drunten rumliegen. He, willst du nicht bald was von mir? Kommst du nicht endlich her zu mir ...? Mensch - hahaha! -, um mir die Stiefel zu küssen, mußt du auch an mich rankommen ..."
Was war nebenbei mit dem hübschen Fräulein mit dem keck schief am Kopf sitzenden Hütchen und dem die Hüften betonenden dunklen Kostüm, die der gutaussehende Mann im Anzug mit sich mitgebracht hatte?
Mitten in der Nacht, daß er und sie herbeigeschlendert gekommen waren. Als konnte man das so einfach, abends, nachts ausgehen, wie immer, wie ehedem. Folgenlos. Als beträfe nach jenem Wahltag im Jahre '33, an dem das Volk SIE an die Macht gewählt hatte, niemanden nichts. Als wäre damit nicht unvermittelt etwas anders geworden in den deutschen Landen.
Eine Schönheit war sie, die Frau.
Außerdem konnte die junge Dame, aus der Sicht von dem von der SA, so alles mögliche sein, so nachtflügge. Daß man sie sich in aller Ruhe in einer Schreibtischräumlichkeit ansehen mußte. Sich bei ihr nach dem Stand der Dinge zu erkundigen.
Ansonsten - dieser Schönling im teuren Zwirn. Mit der hübschen Braut an seiner Seite. Einer, die auch anderen gut zu Gesicht stehen würde. Nichts als die Wahrheit, daß sie ihm nicht gehören mußte.
Wirklich, eine hundsmiserable Sachlage, die sich bei dem Bruder in Zivil eingestellt hatte.
"He, wir sind heute die, wir haben die Macht", wiederholte der in der SA-Uniform dem, der am Teerboden sich langgestreckt rumräkelte, ansonsten nichts weiter mit sich anfangen konnte, wollte. "Wir sind die, die die Befehle geben. Mensch, schau dich an, was für ein Kerl bist du? Wer bist du? Was bist du? Ich sag' dir, was du bist. Nichts bist du. Gar nichts."
Straßenlaternenschein.
Der vom SA-Kommandotrupp, der es nicht über kriegte, sich an der Bodenlage von dem Anzugträger zu weiden.
Die ansehnliche Schönheit hinter dem Vogel von der SA, die guckte. Ohne Unterlaß guckte sie die ganze Zeit.
Nichts, das sie bis dahin unternehmen hatte wollen, davonzulaufen, die Flucht vor irgendwas zu ergreifen, das möglicherweise sie bedrohen könnte.
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