Nicht im Stinke-Topf der Geschichte
"völkisch", "chauvinistisch", "revanchistisch" - so einige Schlagworte für so eine Partei, die im Moment wirklich Erfolge feiert in der Europaregion Gschörmänie.
So ganz versteh ich das ja nicht, was die Leute da bei denen anheizt.
Vielleicht fahr ich nur von Haus aus nicht so auf solche und ihre Oberflächen-Stimmungsmache ab. Die sind mir feindseliger als alles.
Wenn ich mir den Laden ansehe, hab ich eigentlich nur immer das Gefühl, ich sollte besser informiert bleiben, nicht das Erstbeste glauben, was mir vorgesetzt wird.
Vor Augen sollte man sich doch halten, was die sind: eine Rechtsaußen-Partei. Die sich gerne für viele wählbar machen möchte.
Wie nennen sich solche "Neu"-Rechten mit Namen denn? Faschisten, Nazis. Das sind doch ungefähre Bezeichnungen für so was.
Was allerdings, würde ich nichts als dumbe Parolen verbreiten, möglichst jeder Art von Hetze nachgehen, dem Schein dienen, sonst bloß so dumpf das erstbeste an Gemeingut daherreden, an mir wählbar wäre, schwer zu verstehen. Da würde nicht mal ich MICH wählen. Bei aller Selbstverliebtheit wäre da deutliches Abwählen angesagt. Die rote Karte: Du gehst vom Platz.
Kann es das denn sein, wenn welche erzählen, in die Zeit vor Adenauer, Erhardt zurückgehen zu wollen, daß das nicht gesehen wird, was die für eine Zeit meinen? Oder halten da welche was für eine schöne, angenehme Zeit, weil tiefe Vergangenheit? Weil ihnen was von dort nichts mehr sagt?
Warum aber nur sagt IHNEN da nichts mehr was von da?
Eine Zeit von Verlierern war das in Wahrheit. Alles haben diese Verlierer verloren. Alles verraten, was geht. Was da Vaterlandsliebe, Ehre und so was hieß. All das Zeug, das ihr Schmu war.
Geschäftsmäßige Massenmörder in Lagern waren sie, sonst nichts weiter. Weltweit gesuchte Mörder, wenn einem von ihnen die Flucht gelang. Ihre Herrschaft doch mit einem Wort zu umschreiben: unsäglich. Unsäglich waren sie. Sie loszuwerden, das Beste, was dem deutschen Volk je passieren konnte.
Eh, oder meinen die dort, die sich nach vergangenen Epochen sehnen, etwa die Weimarer Republik?
Doch nicht die Weimarer Republik, in die wollen sie zurück?
Ja, stimmt. Die Weimarer Republik, die kann man lassen. War eigentlich eine schöne Republik, die Weimarer Republik. Die erste echte Demokratie, die, die auf das Kaiserreich folgte. Jede Menge Freigeist war möglich in der Weimarer Republik, Frivolität. Jeder nach seiner Auffassung, wie ihm das gefällt. Wen interessiert's?
Allerdings, geplagt von den Nachweltkriegswehen, die Weimarer Republik. Reparaturzahlungen en masse hatte man zu leisten, was wirtschaftliche Not bedeutete. Während man im Staat immer mehr mit jenen verlogenen alten Kräften zu kämpfen hatte.
Die Weimarer Republik am Ende gepiesackt von jede Menge rechts- und linksaußen Gesindel, Lügnern, die alles und jeden in die Irre führen wollten. Der Herausragende unter ihnen: der mit dem ewigen "Tramp"-Bärtchen. Das hatte sich in seinem Gesicht festgefressen. Das kriegte er einfach nicht aus seiner Visage.
Sie behaupteten, wirtschaftliche Probleme, was immer in der Republik passierte, das hätte mit der Demokratie zu tun. Sündenböcke hatten sie, nannten sie bei Namen. Auch die "Dolchstoß"-Lüge ging um. Als hätten die obersten Generäle im ersten Weltkrieg nicht selber für ihren Untergang gesorgt, hätten dann das sinkende Schiff nicht so eilig wie möglich verlassen. Sich der Verantwortung entzogen, ihr Motto: "Macht euch euren Dreck doch selber".
Dolchstoß meint, daß die in der Heimat die Soldaten nicht mehr so unterstützt hätten, wie es sein hätte sollen.
Diese Leute sind dann mit dem Gesicht Hindenburg, einem Weltkriegs-Helden und -General, nach einem Weilchen zurückgekommen, haben es sich in den Zwanzigern nach und nach in den Weimarer Parlamenten bequem und bequemer gemacht. Um später in den Dreißigern den Nationalsozialisten den Steigbügelhalter zu geben, denen zur Allmacht zu verhelfen, die "Gleichschaltung" hieß. Die Reduktion auf einen diktatorschen Ein-Parteien-Staat mit einem "Führer" oben an der Machtpyramide.
Ja, ein Kaiser und so der echte Adel, der konnte seit dem ersten Weltkrieg bis heute nicht wieder so recht in Europa Fuß fassen. Aber, die Rechten, die einem mit dumbem Rassismus, ihren Oberflächen-Meinungen und vereinfachenden Lösungen, mit verlogener Bekümmerung und sorgenvollen Blicken kommen, die sogar was von einem Bürgerkrieg gerne reden, der in der deutschen Europaregion bevorstehen könnte, wegen den Flüchtlingen und so, für die geht scheint's immer was. Ganz komisch.
Als ob DIE nicht auch wo bleiben könnten, beim Kaiser im Topf der Geschichte.
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