Anderer Leute Meinung - unertraeglich
Verhaftungen über Verhaftungen kurdischer Parlamentsabgeordneter, Andersdenkender, Oppostioneller in der Türkei.
Die türkischen Machthaber können einfach mit keiner Opposition mehr leben. Widerworte, Erklärungen in den Zeitungen, was ihr Tun und Lassen angeht, das ist ihnen das Unerträgliche schlechthin. Am besten, keiner sieht mehr genauer irgendwo hin, damit nichts mehr öffentlich wird.
Andere Denkweisen als IHRE kann's nicht geben. Darf es auch nicht.
Verhaftete Abgeordnete dabei: vom Volk gewählt. Genauso wie der eine, der großen Wert darauf legt, deutlich darauf hinweist, daß er ein Gewählter wäre. Das Volk hätte ihn und seine Partei ins Amt gewählt. Woraus er seine Legitimation für jegliches bezieht.
Obwohl das ja auch nicht sehr unwahrscheinlich war, daß DER mit seiner einen Partei nicht gewählt würde. Wenn das Volk kaum mehr was anderes an Nachrichten vorgesetzt bekommt, als die Meinungen, die ER und Seine immer hochherrschaftlicher werdende Partei vertritt. Samt dem, daß seine Religion natürlich die einzig Exklusive ist.
Geradezu zeigt ER den religiösen Fanatikern da in Syrien, wie was funktioniert. Wie man Dinge anzustellen hat.
Immer weniger darf sich heutzutage in der Türkei was anderes zeigen. Gegenrede: verboten. Und das Kalifat nebenan zerbricht. Während die Türkei, in der Türkei herrscht ER mit SEINEN Leuten.
Dort hat ER sämtliche Fäden in der Hand.
Der Angriff auf die Kurden, der kann dabei mit Sicherheit jederzeit in etwas ausarten. Vielleicht haben die Regionalfürsten, Parteigänger des Ober-Herrn, in der Türkei schon so Pläne in den Schubläden ... Pläne wie sie sie im osmanischen Reich mit den Armeniern entwickelten. Könnten sogar eins zu eins übernommen werden, die alten Planungen. Als damals die Armenier ungebärdig waren. Nicht mit der Politik der Zentralregierung im osmanischen Reich einverstanden. Etwa, mit wem die Osmanen da so verbündet wären. Mit wem sie mitkämpften. Das sahen die Armenen nicht ein, sie blickten woandershin. Das gaben die Armenier denn auch deutlich kund, daß ihnen die Politik des osmanischen Reiches nicht passe. Redeten offen dagegen. Die Armenier waren Unruhestifter.
Als Leute, die was gegen die Seite hatten, auf die sich die Osmanen im Ersten Weltkrieg schlugen. Was dann 1916 das zur Folge hatte, was sich bei den Armeniern abspielte. Ihnen passierte.
Auf einen langen Marsch hatten sie sich zu begeben. Haus und Hof, allen Besitz zu verlassen. Begleitet von türkischen Leuten, deutschen Kaiserreich-Reitern. Deren Pferde Planwägen zogen.
Während die Deutschen immerzu an ihren Uniformen zu erkennen waren, war das bei den Osmanen nicht so der Fall. Die Osmanen liefen auch in Zivil. Als hätten sie was zu verbergen, gaben die sich eher wie zivile Milizen, bemühten sich, weniger militärische Struktur vorzuzeigen. Gerne ließen sie ihre guten Uniformteile in den Spinden.
Auf manchen der Bilder sieht man sie auch lediglich mit Stöcken, als wären sie so Wanderer, die möglicherweise angreifendes Getier abzuwehren hätten. Sie, auf Wanderschaft, wie die Armenier. Einfache Mitgeher, Begleiter bei einer Fußreise. In ein gelobtes Land.
Kein Gewehr mit aufgesetztem Bajonett weit und breit. Etwas in der Art. Nicht viel zu blicken.
Heute sind die Kurden fast die neuen Armenier. Werden lange von jenen bestimmten National-Türken gehaßt. Denen, denen sie ein Dorn im Auge sind. Ihre Anwesenheit auf ihrem eigenen kurdischen Land, jenen verpönt. Diese kurdischen Region, die sich die Türkei vor Jahr und Tag einverleibt hat. Ebenso wie die Perser, die Syrier, die Iraker Kurden-Gebiete einverleibten.
Die Kurden werden zwar auch Türken genannt. Haben einen türkischen Paß.
Aber, so richtig ernsthaft assimiliert, die - nein! Da sind schon Unterschiede zwischen Kurden und Türken. Und es ist eins sicher: daß es die Türken stört, dauernd mit Polizei ausrücken zu müssen. Oder Soldaten zu schicken, die mithelfen sollen, das nächstemal für Ordnung bei den Kurden zu sorgen.
Es gab ja auch schon was in den Nachrichten zu hören, was manche türkische Polizei und Soldateska öfters in kurdischen Häusern treibt. Was sich so abspielen kann, wenn sie die Gebäude betreten haben. Dabei gut und gerne zivil gekleidet aussehen, Art Miliz..
Auch wenn die Eindringlinge oben in den Räumen niemanden finden.
Vielleicht befinden sich doch welche im Keller unten? Den Kelleraufgang, den kann man sicher mal versperren.
Daß keiner von dort drunten heraufkann.
Wenn da wer zu husten anfängt, nachdem er keine Luft mehr kriegt ...
Irgendwann ist's auch wieder still. Doch keiner da im Haus.
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