Verstohlen wählten sie DAS
Muß sagen, das war schon spaßig, so ein kurzes Interview zu sehen. In der Wahlnachberichtssendung.
Vorne stand ein junger Student, der darüber sprach, wie überrascht und schockiert er von der Wahl des einen Rechtskonservativen in den Vereinigten Staaten sei. Begreifen könnt er das nicht, wie das geschehen konnte, daß der eine gewählt wurde..
Während im Hintergrund bei ihm eine langhaarige Blondine saß, eine, die sich flüchtig ihrem Nachbarn zuwandte, dann mit hochgereckten Zeigefingern die Arme ein paarmal auf und ab hob: kleine Bewegungen der Freude. In Eintracht mit ihrem Sitznachbarn so ein Siegertänzchen im Stillen, während der mit dem Mikrofon vorm Mund ganz was anderes daherredete.
Fast, als hätte man ihr schnell auf die Schulter tippen, ihr mal das Mikro hinhalten sollen. Daß sie sich mal äußert. Was sie zu dem Wahlausgang sagt.
So verstohlen, wie sie sich da gab.
In der Mehrheit scheint sie an der Örtlichkeit nicht unbedingt gewesen zu sein. Anderswo hätte sie vielleicht größer abfeiern dürfen. Zusammen mit den Siegern bei Umarmungen, Jubelsprüngen.
Viellleicht hat sie das später nachgeholt, irgendwo.
Eine interessante Aufnahme.
Muß auch fast sagen: Wo immer ich was zu sehen kriegte, es waren die traurigen Gesichter. Die, die flennten. Ungläubig ob des Ergebnisses waren. Oder wütend, weil der EINE die Wahl unerwartet gewann. Sogar das gab es bei mir zu blicken, daß einer aus dem Verliererlager nach einem schlug, ein satter Schwinger. Der den zweiten nur knapp nicht böser erwischte, den, der anscheinend an dem Ort seine Meinung kundgab. Mitteilte, daß er den einen gewählt hatte und jetzt fröhlich bei den Wahlgewinnern sei. Während der erstere das mit der Wahl von jenem für das Schrecklichste auf der Welt fand, daß er seinen Zorn momentan kaum zügeln konnte.
Fast nur DAS, daß ich zu sehen kriegte. Die Enttäuschten.
Nicht viel bei mir DIE.
Mir fallen DIE ja auch nicht ein. Für nichts. SIE sind am europäischen Kontinent nicht mein Kreis. Könnten ruhig dort bleiben, wo immer SIE sich aufhalten. Nach IHNEN suche ich sicher nicht, um mich zu IHNEN dazuzubegeben.
Das heißt, dieser Text hier hat gerade auch weniger Ahnung davon, was es noch für andere Texte gibt.
Für mich war das ja auch zu verstehen, was DER Gewählte früher von sich gab. Es war für mich unmißverständlich deutlich. Wenn's einem schon erzählt wird ... Ich hab einiges hören und lesen können.
Genauso wie das der übrigen aus dieser Richtung, was die so von sich geben. Worauf das abzielt. Da ist doch glasklar was zu belauschen. Um daraus Kleinigkeiten zu folgern.
Hin zu jenen zieht's mich wirklich nicht.
Fast nur deswegen beschäftige ich mich mit so was, weil ich gezwungen bin, mich damit beschäftigen zu müssen. Das Motto: Kenne deinen Feind.
Wie es bei mir mit den Religionen ist, die von mir aus im Grunde genommen auch allesamt bleiben könnten, eben dort, wo immer sie sind, solange sie sich nicht bei mir finden.
Eigentlich bräuchte ich nichts von ihnen. Würde sie gerne vollständig vergessen.
Nur, unerfreulicherweise sind sie nicht außer Acht zu lassen. Wie diese Unfreundlichkeit, dieser Geist von rechts. Der heutzutage mit einem immer breiter werdenden wissendem Grinsen im Gesicht umgeht.
Ehrlich, ich habe an dem Tag danach fast nur die gesehen, die traurig waren, Tränen vergossen haben. Kaum die Sieg- und Glorreichen.
Die Wahlsieger waren mir so was von egal. Daß ich mit einem von denen mitfühlen hätte können, irgendwas feiern hätte müssen. Nicht das bißchen was.
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