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Blog von TeddeMehr

(K)eine Dritte-Welt-Wahl

30. Dezember 2016 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Das war nun aber mal eine ruhmreiche Wahl, die im November '16 in den Vereinigten Staaten.

Nicht nur, daß einer als Sieger aus ihr hervorging, der mit fast drei Millionen in den Miesen war. Daß man sich wundert, wie der sich nun überhaupt im Januar des Jahres '17 nach dem Millenium am Präsidentenstuhl einfinden kann.

Was hat ihm dazu verholfen?

Einmal, er war ein "Wirklichkeitsherzeigstern" am Fernsehhimmel. Oft konnte man ihn sich wochenlang einschalten, wenn man das wollte. Sein Treiben und das seiner gesamten Familie in für die Zuschauerwelt spannend geschnittenen Fernsehsendungen bewundern. Er und seine superreichen Freunde und das, die Späße mit denen. Und dann präsentierte er sich noch als Spott-Herr für Leute, die Berufswünsche hatten. Dabei ging es zu, wie in Europa in den tagtäglichen Sängerwettstreiten mit all dem Spott, der Häme, der Vorführung und Zurschaustellung einzelner. Dem Ganzen, was es da so mitzubekommen gibt. Nur eben, daß sich hier bestimmte Leute für eine Berufstätigkeit auf einer höheren Karriereleiter bewarben.

Daher kannten ihn die Massen also. Lachten anscheinend über so Geschehnisse in seinen Bildschirm-Schauveranstaltungen. Einige, denen es sicher selber nicht zu gut gegangen wäre, hätten sie sich für eine derartige Schau beworben und hätten am Schluß dort auftreten dürfen, um eine Zurschaustellung zu erleben.

Klar, so ein Fernsehsessel daheim ist was anderes. Da kann man sich besser schadenfreudig auf die Schenkel hauen. Ohne selber größer von was betroffen zu sein.

Das war das eine. Das sich bei ihm fand. Solcherlei Art Berühmtheit.

Das andere beginnt mit so Wahlautomaten, die an Orten zum Einsatz kamen. Um den, der zur Wahl ging, später unter Umständen als "Leerstelle" abzubilden, obwohl er als Wähler in den Anwesenheitslisten für den Wahlgang steht. Wobei es unübersichtlich ist, inwieweit diese Automaten nicht ein gewisses Eigenleben führten. Schwer zu sagen, so aus der Ferne.

Was jeder weiß, ist eigentlich nur, daß es der Anwendungen reichlich gibt. Und daß zu allem Überfluß sogar noch so Gerätschaften aufgestellt wurden, die bei der Präsidentenwahl zuvor schon ihre Fehlfunktionsmöglichkeiten unter Beweis gestellt hatten. Fast, als hätte man sie absichtsvoll an Orte plaziert. Damit sie erneut ihre Fehlerhaftigkeit beweisen könnten.

In drei Bundesstaaten ging es dabei besonders eng zu: Die Schwarzen, Latinos, Asiaten und Frauen, die wollten sie, die weiße Frau, nicht so recht wählen, nicht, wie sie den "schwarzen Präsidenten" dort die Amerikawahlen zuvor wählten. Aus irgendeinem Grund zog es sie mit ihrer Wählerstimme vertrauensvoll oft zu IHM hin. Bis das Ergebnis so knapp wurde, daß ER die Wahlmänner dieser Staaten unvermittelt gewann.

Daher kommt ja das nordamerikanische Problem gerade: Die Wahlmännerstimmen sind republikanisch. Das heißt, sie gingen allesamt an ihn. Daß er Präsident werden kann, im Jahre '17. Obwohl er nicht weniger Großverlierer ist, wie all die republikanischen Präsidentschaftskandidaten die US-Wahlen davor.

Und das dritte, was es da noch größer in den Nordamerika-Staaten als Phänomen auftrat, war, daß so Meinungsmacherfirmen aufschienen. Private Wirtschaftsunternehmen. Geld-Verdiener. Meinungsmacher, die für das Monitäre die Stimmung im Amerika-Land so und so beeinflussen wollten.

In fünf Charaktere wurden Wähler von den Mitarbeitern einer derartigen Stimmungsbeeinflussungs-Firma eingeteilt. Mit diesem Hintergrund verschickten sie Werbematerial bis hin zu Kurznachrichten an Einzelpersonen. Das Verhalten dabei, wie es so ähnlich bei der "personalisierten Werbung" läuft. "Personalisierte Werbung", besonders im weltweiten Netz sichtbar, die auf den einzelnen zugeschnitten wird. Für den einzelnen auf den Rechner des einzelnen draufgeladen.

Das ist das andere Merkmal dieser Präsidentenwahl: daß eine Firma anscheinend versucht hat, in den USA ein Stimmungsbild für einen Kandidaten zu erzeugen. Dafür eigens millionenfach Personen-Profile anlegte. Daten, die unter anderem im weltweiten Netz mit ihren verschiedenen sozialen Netzwerken gesammelt wurden. Um punktgenau zu wirken. Den einen Kandidaten, der die Ware eingekauft, zu bevorteilen, seine Wahl eher möglich zu machen als die des Gegenkandidaten.. Am Schluß sollte denjenige, der das Paket bei der Unternehmung eingekauft hatte, der Wahlsieger sein.

Der Charakterzug: die Bonität. Ansonsten könnte das eigentlich jeder sein, gleichgültig welchen politischen Hintergrund er hat. Hauptsache, er, sie, es bezahlt die verlangte Kohle. Dann ist alles paletti.

Ebenfalls etwas, das demnächst überall auf der Welt stattfinden könnte: solcherart Versuche, eine Bevölkerungswahl mit psychologischen Tricks und für die Einzelperson maßgeschneiderter Werbung in eine gewünschte Richtung zu drehen..

"Gib mir Bares, und ich kurbel das dann für dich an. Der Rest, die Politik, für die du stehst, ist mir, was das anbetrifft, total piepe. So was von piepegal, wer du bist. Welche Absichten du hast mit dem Land. Nur das Geld zählt für mich. Die Kohle muß bei mir stimmen."

 

 

 

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