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Blog von TeddeMehr

Zwei nicht in der Heimat unter der Fünf

12. Dezember 2017 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware

Was ist das nur für eine Jahr-'17-Neuausgabe! Die sich ab und an lange nun auf Parlamentsbänken versammelt.

Das hatte man total außerhalb des Blickes gelassen, daß welche mit ihrer altgewohnten Unter-fünf-Prozent-Romantik umgehen müssen. Als Leute, alles andere als daheim. Momentan nicht in ihrem Zuhause. Fern der trauten Heimat von unter fünf Prozent geraten, von der von ihnen die ganze Zeit über ständig geredet wird. So sehr wünscht man sich schließlich nach dorthin zurück.

Man selber war tatsächlich nicht das Problem. Man hatte sich seine schöne Unter-fünf-Prozent-Welt im Grunde gesichert. Sprach kaum je was anderes an, als alles unter der Fünf. Mit herablassender Gestik. Spöttisch, höhnisch. Mit einem hintergründigen Grinsen im Gesicht, das einfach übersehen wurde. Über Augenaufschläge: hinweggesehen.

Daß eins deutlich sein hätte müssen: Man ist als was für jede einzelne Zahl unter den fünf Prozent Geeignete nicht der Kummer. Es scheinen vielmehr die der Kummer, die einen nicht in der schönen Heimat lassen wollten. Trotz allem von allem unter fünf Prozent, mit dem man ihnen in Wahrheit beständig unterkam. Derart unter fünf Prozent belassen war man, unter den fünf Prozent hätte man bleiben können.

Der Ansage, wo man hin will. Schon alleine das. In die Zeiten vor Adenauer, Erhard. Reicht das nicht jedem als Wissen aus? Genügt das niemandem?

Im Ernst! Vor Adenauer, Erhard!

Da möchter einer, eine ernsthaft hin? Heutzutage?

Die Jahre zwischen '33 und '45, die man als "Alternative"-Ansprecher beständig nicht als so schlimm anzudeuten versucht. Als wäre da auch nur ein bißchen irgendwas, was einer, der so eine Zeit nicht erlebt hat, denn doch mal erleben würde wollen. Diese übelste Tristheit in einem reinen, böswilligen gleichgeschalteten Willkürstaat. Geführt von einem irrlichternden, oberseltsamen Personenkreis, der in den Krieg ziehen wollte. Darauf zielte die gesamte Politik ab: den nächsten Weltkrieg anfangen zu können. Auf das bereiteten sie sich jahrelang vor. Geradezu ungeduldig. Als wäre so was wie ein Krieg was Erstrebenswertes. So was zu beginnen.

Und man spricht hier einer heutigen Zuhörerschaft Kleinigkeiten vor, diese betäubten Jahre, zwölf geradezu, die da wer als "Führer" mit seiner Partei bei den Reichsbürgern vorherrschte, die wären auch nur für einen, eine der Gegenwartswelt irgendwie gut? Solches könnte man für sich nehmen, gebrauchen?

Echt unfaßlich, diejenigen, der einem so was als bare Münze verkaufen möchten - diese Jahre, die zwischen '33 und '45, wären auch nur irgendwie was Annehmbares für irgendeinen europäisch deutschregionalen Gegenwartsbürger? Gerne würde er was Gestriges erleben wollen?

Geradezu wie was einer Feststellung, wer so was für annehmbar findet, daß Redensprecher abgebildet zu sehen sind, die beinahe selber so "alternativ" fast nicht glauben können, fassen, was sie vor Publikum so in den Raum schmeissen. Und die scheinen Gehörtes hinzunehmen. Die Inhalte, bei denen man sich zuhört, was man höchstselbst von der Redekanzel runter verzapft. Im Ernst, wer seid ihr denn da drunten? Echt wahr, ihr nehmt was von diesem Geschwätz für bare Münze? Ab und an sind durchaus längst so ungläubigere Redner-Gesichter auf Fotos aufgeschienen. Angesichts der Tatsache, was man vor Leuten daherspricht, vielen auseinanderzusetzen versucht, ohne von denen gegenüber mit Gejohle von der Bühne heruntergepfiffen zu werden.

Die eigenen Inhalte, jede einzelne gemütliche Zahl von unter den fünf Prozent. Wirklich nicht die große Problematik bei all ihrer Abseitigkeit. Sondern bald das, daß es da Volk gibt, das von einem so die Sachen von unter den fünf Prozent für sich annehmen will. Von allem unter den fünf Prozent hat es denn jetzt auch vertreiben müssen. Unbegreiflicherweise. Daß man die Idee hatte.

Sogar zwei Parteien geradezu, die in der Gegenwart darunter leiden, aus der Unter-fünf-Prozent-Heimat ausgetrieben worden zu sein. Am Schluß überdeutlich, wie sehr man sich damit abmüht, demnächst wieder nach Hause unter die fünf Prozent zurückzukehren. Sogar im Gleichschritt geht man dafür, läßt sich im neuen Bundestag nebeneinander mit Eingaben sehen. Als hoffe man lange auf die nächste Wahl. Unter fünf Prozent hat man seine angestammte Heimat, und man ist heimatfern geraten. Geradezu ausländisch.

Beschweren dürfte sich dann aber am Ende keiner. Wenn er denn das von unter fünf Prozent auch als Ware für sich kriegt. Vor allen Dingen abkriegt. Wie früher schon mal so die Reichsdeutschen. Die damaligen Reichsbürger, als die im Jahre '45 so richtig zu sich kommen mußten. Bei sich sich vorfanden. Sich sorgenvoll mit was zu entdecken hatten. Dabei hätte man was im Jahre '33 am einfachsten besser nicht gewählt. Sich nicht in diese Richtung verleiten lassen. Statt denen noch zu applaudieren - Buhrufe!

Zwölf geschlagene ewige Jahre der Tristesse später. Zwischen Trümmern. Und nebenher mit einem Charakter zu sich und ins Bewußtsein zurückzugelangen. Eine Art Bewußtwerdung zu erleben. Mit jedem Tag deutlicher, daß man was bei sich mitzukriegen hatte. Schwer abzustreiten, zu leugnen. Damit umzugehen, ziemlich schwierig. Es gab am Ende gute Gründe, warum die es in die besetzten Gebiete auslagerten. Ein bißchen weniger im reichsdeutschen Kernland ... Auch das mit der "Euthanasie" im größeren Maßstab, das hörte im Heimatgebiet auf. Dafür hatte man dann die Züge, geschlossenen Viehwägen. Die Lokomotiven, die dampften und ratterten, ächzten und krächzten. Alle paarmal gab's ein lautes Signal. Voll unter Dampf fuhr man.

 

 

 

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