Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

Das Jahr '18, ziemlich früh gefeiert

3. Januar 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Schwer zu sagen, was Leute so vom Jahr '18 nach dem Millenium erwarten.

Auf alle Fälle haben sie es begrüßt, als wären sie bereits voll begeistert, würde es ein ganz tolles Jahr.

Wobei, denke ich nach, meine Begeisterung angesichts der vielen unterirdischen, andersweltlerischen Sichtungen so deutsch-regional, die hält sich in Grenzen.

Während hier bereits von vielen was erzählt wird, etwas, das sich nebenher lange so eingeschlichen hat, in diverse Kommentare, Meinungsäußerungen. Als hätte es das auch bei einem geben müssen, Meinungen. Den beiläufig atmosphärischen Wandel. Dabei nicht irgendwie in einer fremden, nie gelernten Sprache. Sondern auf gut Deutsch. Als wäre mancherorts irgendwie Nützliches, Brauchbares zu verorten. Auch wenn es welche solcherart tatsächlich auf weichgepolsterte Parlamentssitzplätze spülte. IHNEN sind Diäten, echt wahr.

Trotz der deutschen Sprachäußerung  scheint hier Deutsch von zu vielen nicht verstanden, begriffen zu werden. Oder gedenkt man nun, scheinbar auch das befremdlichste Unterirdische für sich noch an- und hinzunehmen? Den grobschlächtigen Planeten von ganz weit unter drunter, bei einer vertrauten deutschen Sprache?

Fast in Eintracht mit so einem Geist, wie er Anno dreiunddreißig umging. Als es bestimmte Kräfte schaffen konnten, mit ihrer Gedankenwelt im Grunde deutschsprachig mitten zwischen das Volk zu geraten. Als wäre das schwerhörig, die befremdliche Sprachenlandschaft nicht zu begreifen. Daß da angesichts jener Fremdartigkeit, die in Wirklichkeit von der Rednerbühne runterdröhnte, einem oberkomischen Gehabe, das es eigentlich erkennen ließ, lautest hallig applaudieren mußte. Zustimmend johlen.

Damals war sie schlagartig hinwegzufegen, die "Weimarer Republik", eine Demokratie, von allzu vielen diffamiert. Abgetan.

Aber - für was?

Denen damals kann man noch ein wenig zugutehalten, daß sie manchmal nicht so recht den Überblick über alles haben konnten. Bei ihnen hatte es erst mal eine Entwicklung zu nehmen. Was immer sie lasen, auf die Lauscher kriegten, es mußte sich einiges erst noch deutlich herausstellen, bewahrheiten. Ob es denn DAS würde.

Aber - was dann denn zur Wirklichkeit wurde: Heutzutage kann man es in haarklein in sämtlichen Einzelheiten erfahren. Die Vergangenheit ist dafür ein offen aufzuschlagendes Buch. Nichts läßt es im Rückblick zu wünschen übrig. Jede Seite ist ungläubig durchzulesen. Bildwerke davon sind anzuschauen noch und nöcher. Vielerei Einzelheit, der dunkelste Winkel ausgeleuchtet. Das Ergebnis der damaligen Geschichte, dem von früher, nichts müßte einem unentdeckt bleiben. Wie eigentlich jedes Kind was des Schauderhaften weiß.

Daß jemand an die Staatsmacht herangelangt war ... Der seine tristesten Ideen, Vorurteile für die Reichsbürger zur Wirklichkeit werden ließ. All seinen Rassismus, jedes Vorurteil gegen irgendwen oder eine Minderheit. Ob es nun das war, das "unwertes Leben" genannt wurde. Mit der sexuellen Orientierung des einzelnen was zu schaffen hatte. Oder dem Wort von "Zigeunern". Um das kümmerte er sich. Genauer gesagt: sorgte dafür, daß sich drum gekümmert wurde. Von Amts wegen. Hinter Beamtentischen saß man rum. Beamtentum, dem er gewissermaßen dadurch auch ein Gesicht verlieh, daß es nicht zu fassen ist. Beamtenstubenleute, die ihre Anordnungen an so Ausführungsorgane bei der Gestapo und der SS weiterleiteten, von Damen mit großem Tippvermögen und weniger orthografischen Mängeln in Vorzimmern auf Papier ins Reine gebracht.

Und nachdem der zweite Weltkrieg im Rollen war und ein paar Gebiete mehr besetzt werden konnten, ließ er das noch größer anrollen. In den von deutscher Soldateska besetzten Landstrichen verorteten er und seine Beamtenschaft die Örtlichkeiten, wo man all das beruhigter im ganz großen Stile umsetzen könnte, was man sich im reichsdeutschen Kernland so weniger vorstellen konnte.

Die Konzentrationslager errichtete man vor allem Dingen dort. In der "ferneren Umgebung". Damit dem Reichsbürger in der Heimat nicht all zuviel davon zu dauerhaft wurde. Er sich nicht doch größer erregen könnte. So ohne Unterlaß Gerüchen ausgesetzt. Zu nahe an den Lagern wohnend, zu leicht zu vielköpfig heranzugelangen, rumzuschnüffeln, daß zu viel des nicht enden wollenden schreienden Leides von einem Spaziergänger zu häufig wahrgenommen werden hätte können.

Mit der Entfernung verhinderte er eine Aufregung im großen Stil. Sorgte außerdem ständig ein wenig für Beruhigung bei denen, die heimatlich die Folgen des großen Krieges immer härter verspürten. Weil ihnen Bomben aufs Dach fielen. Währenddessen er das Treiben in den Konzentrationslagern noch verstärken ließ.

All das auch eine Folge des Jahr-'33-Wahlergebnisses. Das, daß ER mit den SEINEN die Allmacht im Staate erlangen hatte können. Für ein "Ermächtigungsgesetz" durften sie gehen, einer Gleichschaltung aller staatlichen Institutionen.

Aber nicht alleine der Wählerwille war es, der IHM damals half. Dazugeholfen werden mußte ihm darüberhinaus von Moderatoren. Bestimmte, die bei Polizei und Militär beruhigend, moderat sprachen. Damit dort nichts dazu getan wurde, von jenen, die eigentlich der Weimarer Republik verpflichtet gewesen wären. Ihren Eid hatten sie auf die Weimarer Republik abgelegt.

Die Polizeikader und Militäreinheiten waren allesamt auf die Weimarer Republik eingeschworen. Deswegen vollbrachte man dort in Wahrheit einen Treue- und Eidbruch, indem bei Polizei und Militär auf so für den EINEN und die SEINEN moderierende Stimmen gehorcht wurde. Solche, die es den Oberen an der Polizeispitze und Spitze des Militärwesens auseinandersetzten, ruhig zu bleiben, den Gehorsam zu verweigern, sobald zu ihnen ein Hilferuf schallte. Nichts sollten sie gegen DIE unternehmen, die doch die "Wahlsieger" hießen. Die, die den mit Bärtchen umstanden. Zu viele bei der polizeilichen Behörden nicht unbekannt. Und die nun nicht nur einfach so in der Weimarer Republik vor dem Parlament herrschen wollten, sondern den Wunsch hatten, die Weimarer Republik auch noch auszulöschen. Für einen Einparteienstaat. Mit einem einzigen allmächtigen "Führer" am Thron oben. Der von nichts anderem als Jasagern und Befehlsempfängern umstanden war.

Die Folgen davon, die waren bodenlos. Dieser Verrat der Polizeikräfte und in den militärischen Institutionen der Weimarer Republik, der ziemliche Folgen hatte. SEIN blutiger Willkürstaat und SEINE Anweisungen führten am Schluß zu einer Teilung des ursprünglichen Reiches. Mehrere Besatzungszonen gab es jahrelang. Und viel zu viele hatten mit dem zurechtzukommen, in was sie sich mit dem Dritten Reich noch mehr oder weniger bewußtlos eingefunden hatten. Mit dem, von dem sie natürlich was undeutlich ahnten oder ebensogut wußten. Woran es kaum was zu beschönigen gab, wenn man eventuell selber beteiligt war. Alles, was sie unter die Nase gerieben bekamen. In aller Deutlichkeit. Erkennbar daran, daß es nun über siebzig Jahre her ist, das seitdem.

Erst jetzt, nach über siebzig Jahren ... Gerieren sich erneut verschiedene Gestalten, als hätten sie mit dem normalen Politikbetrieb was zu schaffen. Wiewohl sie ganz anderes im Sinne tragen.

Bei Parlamentsbänken sind sie plaziert, hinten denen sie das Wenigste was angeht. Außer fürs Beschädigen. Sollte man schwer daran denken, daß ihre Absichten die aus dem Vorgestern sind. Die des Jahres dreiunddreißig. Der Zeit vor Adenauer, Erhard.

 

 

 

-----

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post