Welch Donnerschläge, dem Jahre '18 zur Begrüßung
Ohrenbetäubend knallten Böller. Raketen zischten Richtung Himmelshorizont. Bunte Funken standen am Himmel, um im Nu ins Nichts zu zerstieben.
Wirklich, hier waren wahre Donnerschläge zu belauschen.
Selbst weit vor Mitternacht gab es schon die tollsten Böllerdetonationen. Daß man sich fragen durfte: Wo hatte man dieses Zeug denn bloß her? Europäisch-deutschregional? Wohl eher nicht. Bei der das Trommelfell bedrohenden Lautstärke, war man bestimmt weiter herumgereist, sich das und das zu besorgen, statt daheim hinter der einheimischen Grenzlinie zu verweilen.
Dicht war der Rauch öfters minutenlang. Entstand wahrlich ein stehender Nebel, wo zuvor ziemliche Deutlichkeit herrschte, davon abgesehen, daß es nachts war, die Dunkelheit bei ausgeschaltetem Licht dräute. Daß man sich fast überall erkundigen wollte: Was wird das denn für ein Jahr? Ein besonderes? Wenn man es mit derartiger Heftigkeit stundenlang donnernd und mit den farbigsten Lichtfunkeneffekten begrüßt? Weniges an Kosten, die man sich sparte. Hier hatte man was ausgegeben, sich den Geldbeutel leichter gemacht.
Wie es beinahe aussieht, ist die Möglichkeit ziemlich hoch, daß es bald demnächst irgendwann die Verkündigung geben könnte: daß Neuwahlen für die Deutschregional-Gebiete kommen. Weil keine Partei regieren kann oder will. Während die Gräben zwischen diesen und jenen viel zu tief aufscheinen. Daß es kaum zu Annäherungen kommen dürfte, überlegt man sich am Ende die Szene. Ernstlich, da an was von Übereinkünften zu glauben? Wohl kaum, wenn's beim ersten Versuch bereits scheiterte. Wenn man außerdem dauernd mitkriegt, liest, wie festgezurrt Positionen sind. Statt ergebnisoffen, nirgends nichts anderes als feststehende Ergebnisse. Festgelegte Orte, aus deren Matschepampe, bei tief eingesunkenen, durchdrehenden Rädern, sich herauszumanövrieren das Schwierigste überhaupt ist, fürchtet man denn den eigenen Gesichtsverlust vor der Öffentlichkeit mehr als alles andere.
Die tagtäglichen Neuigkeiiten untermauern nichts davon, daß jemand demnächst ernstlich um eine zukünftige Regierung verhandelt. Daß es tatsächlich eine solche Regierungsbildung geben könnte.
Eher scheint alles so, daß mit dem Wahlergebnis aus dem September des Jahres '17 sehr schwer zurechtzukommen ist. Schwer verdauliches Zeug.
Aber, manche Unverdauliche könnten durchaus noch einen Koalitionspartner oder mehrere für sich finden. Wenn dafür auch in Kauf zu nehmen wäre, daß ein Personalkarussell sich dreht, damit man mit einem unsäglichem Personenkreis erst koaliern kann.
Manche eigentlich bereits längst unterwegs, die sich im Ernst dem angenähert in Szene setzen. Vielleicht braucht es nur noch ein klein wenig, bis es so weit kommt, einen Anstoß, daß DIE das Ruder nehmen. Daß es sich lediglich um die Art und Weise noch dreht, wie man das manch anderer Bevölkerung vermitteln kann. Das, mit dem man nun nach vorn kommt.
Wechseln wo Gesichter, daß es rasch dergestalt aufscheinen könnte. Daß man sich unverblümt und grinsend endlich der Welt zeigt.
So ähnlich, wie es bereits den Austrianern, denen vom nie zuvor so gesehenen, also neu gesichteten wienerischen Oberseltsamkeitsplaneten, geschehen ist. Als hätte man jenen Planeten nie vorher am Observatorium gehabt. Möglichweise, weil das in der Charakteristik von unten drunter getan wurde. Ganz was Unterirdisches, Andersweltlerisches, das erst rauskommen hatte müssen von unterhalb. Mit einheimischer Sprache sich knapp artikulierend, besetzt es bei den Austrianern total undurchsichtig Ministergestühl. Hockt wohlfeil auf Polsterung rum. Um sich mit dem Vergehen der Tage besser und besser auf den Sitzflächen zurechtzufinden. Andere Leute durch die aus dem eigenen Kreis der hinterwäldlerischen Andersweltunsäglichkeit ersetzt werden. Die, die besser dem entsprechen, was man nun mal im Grunde ist.
Ansonsten ist das eine fremdartige Weltensichtung reinster unbekannter Unterirdischer.
Anderswo: Neuwahlen europäisch-deutschregional? Obwohl eigentlich die Verhältnisse betoniert scheinen. Nirgends was aus einer Umfrage zu erkennen wäre, daß wer seine tatsächliche Heimat irgendwie wiederfinden könnte: jene weite Bodenfläche von jeder einzelnen Zahl von unter den fünf Prozent. Mindestens die heimatlichen Gefilde zweier Parteien sind die, die undurchsichtigerweise neu an die September-'17-Bundestagspolsterung herangeraten durften.
Diese zwei, die haben in Echt ihre angestammte Heimat ziemlich verlassen müssen. Torkeln fern von ihr regelrecht vertrieben rum, schwätzen sie doch die ganze Zeit über von nichts anderem als von ihren angestammten eigentlichen Heimatregionen. Gehaben sich voll angeschlagen, trauernd, wegen der Heimatferne. Erfüllen mit ihren Trauerworten, angesichts der großen Entfernung zu ihrer urigen Heimatwelt, die Landschaften. Sehnen sich nach dem von Vorvorgestern. Ihrem Zuhause: jeder Zahl von unter fünf Prozent. Daheim ist doch daheim. Könnt's nur wer begreifen, dieses Sehnen bemerken.
Jeden Tag kann man was ihrer Trauerarbeit ganz nebenbei wortreich mitanhören, lesen. Das mitkriegen, wie sehr sie das niederhaut, hernimmt, daß sie nicht in ihren wahren Heimatgegenden sind. Eine Rückkehr dorthin, ihnen nicht gestattet, so doof einsam hoch stehen sie da in den Umfagen. Kaum für sie zu verstehen, wenn sie doch von allem überdeutlich sprechen. Was soll das? Diese Frage quält sie am meisten.
Als hätte hier wer ständig nur noch Tomaten auf den Augen.
Fast wie früher, als so reichsdeutsche Bevölkerung auch lange so von allem verlassen war, nichts mehr an und bei sich kannte, das Wenigste dran erkannte. So vollgesogen war man von einer blenderisch trügerischen Stimmung. In ihr betäubt, niedergehauen.
Richtig von allem labern sie längst, kehren deswegen aber nicht in ihre trauten Heimatgebiete zurück. In ihre bewährte Unter-fünf-Prozent-Heimat. Als könnte man nichts von dem verstehen, begreifen, was sie einem daherreden. Redeten sie in irgendeiner Fremdsprache daher. Selbst wenn sie es verdeutlichen und nochmals und nochmals es einem zu erklären versuchen. Man vernimmt sie nicht.
Schwer zu überblicken, was Wählerschaft da dran mißversteht. Leute sich denken, wer hier wer ist. Und was von ihnen wohl zu bekommen wäre.
Klar, abbekommen kann man so manches.
Doch allerbeste Jahr-'18-Perspektive.
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