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Blog von TeddeMehr

"Soros" - ein Wörtchen im Gebrauch

5. Januar 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Mir ist wieder mal ein Wort untergekommen, um das ich mir erst mal nicht so große Gedanken machte.

Nur, jetzt wiederholte sich das Wörtchen öfters: "soros". Das ich bei einem Kommentar zu einem Artikel über Milliardäre und manch seltsam rechtslastigem Denken bei denen mit der vielen Asche in den Dagobert-Duck-artigen Silos erstmals am Ticker hatte.

"Gewöhn dich dran. Kannst solange noch deinen soros frönen" - so klang der kleine Text.

Dachte erst, das hätte was mit dem Englischen "sorrow" zu tun, daß es von dem her auf Leute gemünzt würde. Eben ohne ein paar Buchstaben. Wie man es ungefähr klangmalerisch spricht: "sor-o".

Nur, jetzt hab ich doch noch mal was Genaures wissen wollen, hab nach dem Begriff "soros" bei Suchmaschinen geguckt.

Soros ist demnach der Name eines ungarischen Milliardärs. Eines Wirtschaft-Tycoons. Eines Großindustriellen, für den es so Umschreibungen wie im Deutschen "Baulöwe", im russischen "Oligarch" gibt.

Auf alle Fälle hat der Mann, der ziemlich an den Weltbörsen aktiv ist, Geld wie Heu. Unterstützt mit seinem Reichtum allerdings ein klein bißchen was anderes als etwa der eine Milliardär, der für den "Brexit" gesorgt hat, für so was über ein Jahrzehnt lang Auftrieb veranstaltete. Oder der eine, der seit dem Jahr '17 nach dem Millenium offiziell der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist, dabei "america first" ruft. Oder: "make america great again". Als müßte man bei den US-Amerikanern Aufbauarbeiten leisten, die großen USA wieder größer aufgestellt scheinen zu lassen. Gegenüber anderen "Großnationen".

Bei der Größe Nordamerikas also DER einer, eher mit einem Lokalhorizont. Wie der bei den Commonwealth-Bewohnern ebenso einer ist, der für die britische Bevölkerung den Inselkleingeist verbreitet, mit ihm sogar nebenher noch durch die europäischen Lande zieht, weil er Einzelstaatlichkeit hinter strikt geschlossenen Grenzen mit all dem dazugehörigen Beiwerk, von dem man derzeit viel in Geschichtsbüchern was lesen kann, als das Größte ansieht.

Währenddessen Soros mit seinem Stiftungen und dergleichen mehr eher nicht mit beengtem Nationalhorizont in Verbindung gebracht werden muß. Nichts Umständlicheres hat mit den "Nationen", wie es sie in dem Sinne lange genug jahrhundertelang ewiglich bis zum Abwinken gegeben hat. Vielmehr bevorzugt Soros ein europäisches Denken.

Wofür man ihn etwa in Ungarn, Polen und Tschechien und den Nationalstaatbefürwörtern dort in den Regionalgebieten ziemlich anfeindet. Weil Soros mit seinen Handlungsweisen den dort Mächtigen widerspricht. Ihnen auch zuwiderhandelt. Eher den europäischen Hintergedanken, den er hegt, statt, wie erwähnt, das enghorizontale Nationale mit den diktatorischen Anwürfen aus dem Ewiggestrigen größer befördern zu wollen.

Wenn man sich nur ein wenig vor Augen hält, wer das ist, der seit längerem in Ungarn bald in einem Einparteiensystem herrscht, was in Polen umfänglich getrieben wird, in Tschechien. Denen allen applaudiert Soros nun einigermaßen nicht. Wird von denen und ihren jeweiligen Herrscherparteien auch ablehnend bis feindlich betrachtet. In Ungarn, als Beispiel, wurden freigeistigere Universitäten geschlossen oder wenigstens umorientiert, bei denen der Ungar Soros für Lehrmittel und dergleichen sorgte.

Große Feindseligkeit für den Mann, diesem Soro, was die östlich beheimateten abgrundtief verlogenen Nationalstaatler anbetrifft, die derweil weiterhin Teil der europäischen Union bleiben. Wohl aus Angst vor was aus noch weiter im Osten. Faktisch als eine Art "Nestbeschmutzer" wird Soros von JENEN  in der ungarischen Heimat herabgewürdigt. Ebenso darüberhinaus.

Wer die aber sind, die Soros Anfeindungen entgegenbringen, wie man die in Wahrheit benennen müßte. Beguckt man nur kurz die, die dort im Jahre '18 nach dem Millenium die Polen beherrschen, in Ungarn durchregieren. Und manch anderen Personenkreis, der solcherart Bestrebungen an den Tag legt. Unschwer zu erkennen, daß diese immer besser eingeschlossenen Gebiete sich langsam eher in Diktaturen wandeln, dem Gusto eines einzigen Staatenführers. Wie im besten Faschismus aus alten Zeiten. Nur, daß sie sich selber mit ganz anderen Worten umschreiben. Sich Faschisten zu heißen, das würde Bestimmten in Polen, Ungarn oder woanders nie recht einfallen. Vielleicht auch, weil die simple Benennung "Faschismus" jedermann bereits viel zuviel von einem erzählt. Viel lieber umgeben sie sich mit anderen Wortwolken, der eigenen Bevölkerungen dieses faschistische Übel durch SIE umzuformulieren. Das, daß SIE den Versuch unternehmen, auf Polnisch, Ungarisch und so weiter staatliche Institutionen gleichzuschalten. Das ganz uralte Faschisten-Gusto demnach.

Die mit den Nationen auf den Fahnenstangen, die hassen Soros wie die Pest. Und die, die das Wort "soros" auf einen münzen, die scheinen also eines gewissen politisch rechtsdrehenden Geistes zu sein. Da scheint das "soros" jenen bei Unterhaltungen was Geläufiges zu sein. "soros", bezüglich dieses ungarischen Milliardärs, der bei ihnen, den Nationalen, verhaßt ist. Bei IHNEN mit dem enghorizontalen, altvorderen Nationalgeist. Einem von vorvorgestern. Der von ihnen jedoch mit anderen Worten als denen aus dem Gestern zu umschreiben versucht wird. Schließlich benennen sie sich höchstens hinter vorgehaltener Hand als DAS, was SIE sind. Nehmen so beispielsweise die Maske des "Tramp"-Pervertierers.

Jener Soros, der sein Geld demnach wirklich in was anderes steckt, als so manch anderer Milliardär. Eher nicht viel für das grundordinäre Nationale aus der Vorvorgesternwelt mit seinem ganzen Drum und Dran übrig zu haben scheint.

Also gewissermaßen eine andere Mentalität mit seinem Geld stützt. Als jener eine namenlose Brite. Oder der oberkomische US-Amerikaner. Zumindest, wenn ich alles richtig gelesen hat. Wofür Soros die immer diktatorischeren Machtgroßtuer mit ihren Applaudierern ostwärts nicht unbedingt dankbar sind.

Gewaltig mit Feindseligkeit begucken sie Soros. "soros", ein geflügeltes Wort bei ihnen. Für so andere Hintergründe als die der rechten Last.

 

 

 

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