Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

Welche "Akademiker"

29. Januar 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Es gehen so Worte. Immer wieder kann man von solchem was vernehmen. Es wird von einer Entweihung altehrwürdiger Orte gesprochen. Daß ein Gebäude, ein Platz von einer Anwesenheit von jemandem besudelt worden wäre. Derartiges.

Aber so am Planeten der Austrianer im Wienerischen oben, niemals die Rede von dergleichen.

Da ist man tolerant. Wahnsinnig tolerant. Nie ist dort irgendwas vollzusudeln oder zu entweihen. Durch die Gegenwart unglaublicher Personen, an und bei denen man alles Koschere abstreiten könnte. Ganz gleichgültig ist es im Austrianischen, was das für eine Örtlichkeit ist, in der DIE auftreten.

Muß man sich merken: Bei den Austrianern kann man treiben, was man möchte. Hernach wird nicht lange sich rumempört, geklagt, sondern einfach saubergemacht, in die Reinigung gegeben, entmüllt. Bald sieht alles aus wie eh und je. Ist nicht anders anzusehen. War was irgendwo?

Das geht ja jetzt schon Jahre so, das im Wienerischen. Wie es zugeht. Nahezu hemmungsbefreit. Ist zu erfahren. Seit Jahr und Tag veranstaltet es sich. Gänzlich sorgenfrei.

Ganz alteingesessen kommt es auf der Wiener-Planetenfläche regelrecht längst daher. Hatte, kriegte es ohne Unterlaß über die Jahre, wie selbstverständlich. Als hätte es auch nur den allerkleinsten wienerischen Schmäh. Wäre es nichts anderes als die Übelwelt selber.

Jetzt war das aufs neue. Hatte es sein Auftreten. In den hohen, ehrfurchtsgebietenden Räumlichkeiten der Wiener Hofburg war es zurück.

Die Rede ist von einem "Akademiker"-Ball.

Frage: Was denn für "Akademiker", bitteschön? Führt so was wie DIE im Grunde nicht jeden akademischen Grad ad absurdum? Solcherart Personenkreis. So grauenvolle Burschenschaftler, mit allem aus dem tiefsten Vorvorgestern in der Gegenwart. "Studenten" nennen sie sich. Dergestalt Leute - "Studenten"? "Studierte"?

Was immer DIE rumstudieren, bei Semesterprüfungen erscheinen, DAS wird ihnen nebenher nicht auseinandergesetzt, klargemacht. Größere Konsequenzen mit so was haben SIE anscheinend an ihren Universitäten nicht im mindesten zu befürchten.

Was ist denn da am Ende denn jedweder Titel wert, bei so einem geistigen Horizont?

So was kommt nun Jahr für Jahr auf der wienerischen Planetenoberfläche in die Wiener Hofburg, als wäre es was Lobenswertes. Die Wiener Hofburg, einer der exklusivsten Orte in Wien. Dorthin kommen SIE als Burschenschaftler für ihren Spuk, wo der austrianische Staatspräsident residiert.

Quasiuniformierte aus einer geistigen Bodenfläche unterdrunter. Die wahrlich mal jeder Worte spottet. Kappen am Kopf. Schärpenbehangen. Mit "Ehrenbändern". "Ehre", die? Samt so Partnerinnen in teuren Abendkleidern. Daß man es nicht glaubt: Weiber haben die auch noch zur Hand. Jede Menge Weiber. "Tanzpartnerinnen".

Nicht ein bißchen am Irrweg, die Weiber? Ist schließlich öder, profaner Burschenschaftsball. Nichts wie der echte, weltweit bekannte "Wiener Opernball" mit seinen Debütantinnen und so. Obwohl ähnlich getanzt wird. Die Burschenschaftlertypen tun bloß gut als ob.

Wird da keiner schlecht, angesichts so eines Tanzpartners? Oder redet sie am Ende dasselbe daher wie der und DIE, die jener rechtslastigen Geisteshaltung? Sind sie, die gerne "Damen" sein wollen, nun selber mitgenommen, angefaßt von DEM Denken? Von dem die Öffentlichkeit nebenher nicht so umfänglich viel erfahren sollte. Das Fotografieren, der Umgang mit Phons und so, nicht übermäßig gerne gesehen auf diesem "Akademiker"-Ball des schlechten Witzes bei einem Ungeist im Hintergrund, den man scheinbar besser öffentlich zu beschreiben bleibenlassen sollte.

Trotzalledem: Das alles sind Akademiker. Doktorwürden. Zukünftig sollen SIE alle möglichen akademische Berufe ausüben. Mit alten Nazi-Gesängen und allem Pipapo sind sie "Akademiker". Daß einem ein Mengele einfällt. Mengele war nicht einfach nur Mengele, so als handelsüblicher KZ-Rampenverteiler. Sondern er war Doktor Mengele. Ein Arzt. Jahrelang hatte er was an einer Universität studiert. Semester um Semester. Deshalb hatte der es geschafft, geradezu in einer obskuren Bevorzugung, als erster unter den verschiedensten Mitbewerbern, mit denen er also darum rang, in das KZ zu dürfen. Dahingehend hatte er denn Erfolg, war ihm Vorzug gegeben worden. Von seinem Bürosessel im KZ aus durfte er Professoren im Reich Bericht erstatten. Universitätsprofessoren, die dann und wann was von seinen "Erkenntnissen" in ihren Vorlesungen einstreuten, sie damit an interessierte Studentenschaft weitergaben. Was aus der Mengele'schen Übelkeitsforschung, die der Mann hemmungsbefreit betrieb, kühl, abstrakt überall in allem. Forschungsarbeit, der ungefähr derselbe Geistesblitz entspringt, wie er neuerdings von europäisch-deutschregionalen Autobauern mitgeteilt wird, die auch Forschung anstellen ließen. Affenscharen - und auch Menschen, wie jetzt bekannt wird -, haben sie stundenlang jene trauten, alltäglichen Dieselabgase einatmen lassen. Wirklich wahr. Die Innenstädte reichten dafür nicht, Stadtteilbewohner, die man vielleicht regelmäßig besuchen hätte können. Dort wagte man sich eventuell nicht so hin, wollte lieber nicht vorstellig werden.

Mann, da wäre auch "Doktor" Mengele sofort dabei gewesen. SEINS. Diese Art "Forschung".

Find ich echt klasse, die hohe Toleranz der Austrianer. Bei denen gibt's wirklich keine Besudelungen heiliger Hallen, Plätze oder so. Nirgendwo. Das muß sich jeder mal merken: Die im Austrianischen, die räumen hernach wirklich einfach nur immer alles wieder auf, machen sauber, parfümieren neu. Oder lassen restaurieren. Dann sieht irgendwann urplötzlich für sie die Umwelt wie eh und je aus. Nirgends in ihr mehr was zu bemerken.

Demnächst macht man einen Opernball dort. Nichts erinnert an DAS. Den Auftritt von so "Akademikern". Haufenweise rechtsdrehenden Burschenschafts-"Akademikern", die die Elite in einem Land sein möchten, sein sollen. Der Wahnsinn schlechthin, DIE "Elite".

Echt was, sich wegzuschmeissen.

Seit Jahren reinigen die im Wienerischen die hohen Räume der Wiener Hofburg nur immer wieder. Dann kamen und kommen dort, wo so die "Akademiker" mit der rechten Bräune umgingen, Bespaßung hatten, wieder die hochgestellten Staatsgäste rein. Wissen, ahnen von nichts größer was. Auch nicht mehr das geringste davon zu blicken. Auf was da alles in der Hofburg draufgespuckt wurde. Welchen Spott wer trieb. Was die für Lieder sangen. Die vom besonderen "Akademiker"-Nachwuchs. Burschenschaftler. Was die für Unsäglichkeit waren und sind.

Irrste Toleranz herrscht in Wien. Seit Jahren. Für so Leute. Nur, ein wenig eine geschlossenene Gesellschaft ist bei denen schon noch immer. Aufmerksam werden sie darauf gemacht, daß nichts zu laut werden solle. Nicht zuviel nach "draußen" dringt. Deshalb: Fotografier- und Presseverbot. Auch selber unterläßt man das besser, schaltet sein Phon aus, statt mit Grinsen "Selfies" zu posten. Was Gesang mitzuschneiden. Daran teilnehmen zu lassen, wie so Burschenschaftler sangen, redeten, grölten. Spöttisch großtuerisch umgingen.

 

 

 

------

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post