Nirgendwo nie nichts zu entweihen (Alles wieder sauberzumachen)
Es ist einfach zu lustig: Bei den Austrianern auf der Planetenfläche oben kann man nichts entweihen. Selbst dann nicht, wenn es die Wiener Hofburg, Sitz des Bundespräsidenten der Austrianer, ist.
Da machen unsäglichste Leute wildeste Party an dem Ort. Figuren, angefüllt mit Spott, Häme.
Fern aller Hemmung waren DIE irgendwann, durfte alle Welt vom Austrianer Planetengrund erfahren. Haben übelste Gesänge aus hinterletzten, vorvorgestrigen Liederbüchern angestimmt. Dröhnend abgelassen. Als wäre da dran was von ein Bringer für so den verschärften Kerl bei seinen verschiedenen Bräuten. Was, mit dem er großtuen könnte. Vor denen. Bei denjenigen. Als wären die ebenfalls plafond, fern jeden Gespürs, Gefühls geraten.
Also, wenig was zum Herumreden: Es war nirgendwo Weihevolles, Würdiges, Angemessenes unterwegs. In der altehrwürdigen Wiener Hofburg. Würde, Ehre, mit der Lupe zu suchen. An einem stolzen Plätzchen.
Wie seit längerem jedes Jahr üblich eigentlich dort, seitdem so obskure "Burschenschaften" für was eines "Akademiker-Balls" dort hinkommen. Man bemerke das Wort "Akademiker". Das ist hier von allergrößter Bedeutung. Der Deckmantel des "Akademischen". Mit dem sich jedwede Plumpheit tarnt, selbst das Ordinärste.
Für die Austrianer gibt es also wirklich nur überall so Hallen, Örtchen. Sind da wieder welche Sudler, Schänder zu den Türen draußen, ist späterhin alsbald alles wieder wie gehabt. Dann kommt im besten Fall mal der Bundespräsident kurz dorthin, guckt nach, ob er seinen nächsten Staatsgast schon dortrein führen könnte. Oder für ihn weiterhin vorbeizugehen wäre. Wie weit das Reinemacher-Personal eben schon mit den Arbeiten gekommen ist. Was man vom Putzdienst für Besorgungen hat, die einem untergekommen wären.
So Liedgut, Gesänge, ohnehin nur Schall und Rauch.
Jetzt sind diese zukünftigen "Akademiker" mit denen, die längst Akademiker, Professoren und all das heißen, wieder draußen vorm Burgtor. Werden, wenn alles gut läuft, erst nächstes Jahr wieder ins Örtchen zurückkommen. Drinnen hallig umzugehen.
Muß den nächsten hohen Staatsgast echt nicht interessieren, wer zuvor durch die Hallen, Räume geisterte, spukte. Mit sich. Wo was materialisiert hin- und reingefaßt, es ein paar Hinterlassenschaften gegeben hat, wo nicht.
Ist mal was ernsthaft kaputt, gibt's selbst noch so bestens ausgebildete Restauratoren. Selbst für Gemälde, Statuetten, Scherbenzeug kann man so jemanden kommen lassen. Das hat man alles im Budget.
Lach sich einer weg.
Nichts mehr vom Auftrieb in der Wiener Hofburg mitzukriegen. Bloß die nervigen Schlagzeilen, auf die hätte man mit Sicherheit verzichten können. Die stinken eigentlich mehr an, als alles stank, was man wo zufällig entdeckte. Das, was Bevölkerung bis tief nach Europa hinein von Geschehnissen an der Wiener Hofburg erfahren durfte. In ziemlichen Einzelheiten.
Als hätte man es DENEN nicht seit altersher angesagt gehabt: Sie sollen bitte acht haben. Sauber bleiben. Anständig. Dem würdigen Ort einigermaßen angemessen. Keine Selbstbildnisse mit Hintergrundsgeräuschen von sich verfertigen. Nichts in Netzwerke verschicken, daß es weltweit öffentlich auffindbar sein könnte. Nichts, das jemand selber an Nachrichten für die Öffentlichkeit unterbringen sollte. Deshalb ja auch am Ende kein investigativer Journalismus, keine Kameras.
Trotzdem war einiges los. Mit üblen Nazi-Gesängen kam man am "Akademiker-Ball" irgendwann groß daher. Voll der Häme, Spott. Bei dem Ball in der Wiener Hofburg, bei dem ähnlich wie am Wiener Opernball getanzt wurde. Rechtsrum. Oder so. Ein echtes Opernball-Doppelgänger-Späßchen. Mit haufenweise trauten Bräuten in Ballkleidern, die sich nicht für den einen, den wahren Opernball aufsparen konnten, DORT. Bei DENEN. Gewissen Schärpen-Trägern, bündlerischen Schein-Uniformierten. Mit Kappen auf den Schädeln. Die bei den Austrianern dann tatsächlich demnächst "Akademiker" sind. Weil sie anscheinend trotz allem, was sie abbilden, kundgeben, durch die Semester gelangen.
Ein akademischer Titel, der schafft jedoch lange keinen besonderen geistigen Horizont. Außer wenn man den der rechten Last gutheißt, mit dem an der Wiener Hofburg auf schauderhafteste Weise gegeistert wurde.
Unsäglich viele Jahre bereits, daß man den Trauerspuk mit JENEN augenblinzelnd hinnimmt. Überhaupt nicht mehr entgeistert ist von NICHTS durch DIE.
Wenn man nichts an Sudeleii wo entdeckt, keine Entweihung zu sehen vermag. Keine Gesangsstrophen wo hört und kennt. Obwohl die nichts zu wünschen übrig lassen. Groß, mit welcher Verve sie an einer Örtlichkeit wie der Wiener Hofburg untergebracht wurden. Drinnen, in dieser Burg, muß das Singen von so Zeilen noch angeschärfter was gewesen sein. Gerade eben dort. Das Lachen untereinander. Nahe dem Professorenohr, den Bundespräsidenten der Wienerischen in der Vorstellung. Bei dem Gekichere der Bräute. Dröhnend, daß SIE reinsangen in das hellhörige Gemäuer.
An Tanzpartnerinnen mangelte es an der Wiener Hofburg längst keinem. Als wäre was Vorteil, Opernball lange gewesen. Mit all den "Debütantinnen" und so.
Wer weiß, wer da an der Wiener Hofburg "debüttierte". Mitten in dieser Gesellschaft. Am normalen Opernball mit all der internationalen Prominenz war das späterhin keiner anzumerken. Wie dort auch keiner eine Burschenschaftler-Uniform vorzeigte.
Wie jedes Jahr seit einer halben Ewigkeit war für so welche "Akademiker" die Wiener Hofburg vorbereitet worden. Der Sitz des austrianischen Bundespräsidenten. Der dort Staatsgäste von überallher vom Globus empfängt, sie in die ehrwürdigen Gemächer hineingeleitet, staatmännisch mit denen zu reden.
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