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Blog von TeddeMehr

Niederbayrische Pampa- und Wildwest-Neuigkeiten

13. Februar 2018 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzware II

Beinahe hätt ich's verpaßt. Wäre ein Fehler gewesen.

Da war tatsächlich eine Reporterin in der Pampa des Wilden Westens von Niederbayern unterwegs.

Muß anständig ausgesehen haben, die Frau. Voll vertrauenswürdig. Weil sie als Reporterin überall hindurfte, Leute bei ihr so einwandfrei was von sich preisgaben. Obwohl sie in Sachen Neuigkeitensammeln unterwegs war. Eine erkennbare Interviewführerin war. Alle, daß davon wußten, daß sie eine Medien- und Nachrichtenfrau auf Forschungsreise vor sich hatten. Trotzdem: kein Zurückhalten.

Was die eine Mediendame an verbreitbarem Beitrag zustandebrachte, das hat schwer Gehalt. Bringt darüberhinaus Dinge ans Licht, daß man freiweg was Hirnschwamm davon kriegen möchte. Nur davon, nun über so Kleinigkeiten, Tatsachen ein wenig besser Bescheid zu wissen.

Da hat etwa so ein Elektromeister zu der frei von der Leber weg geredet, bei mitlaufendem Aufnahmegerät. Seine Stimme glattweg unverstellt vernehmbar, hat der sich nicht die Mühe gemacht, daß man besser verzerren sollte. Freiweg ließ er hören, daß er einer derjenigen sei, der obskurerweise die wählt. Na, eben DIE. DIE findet er für sich wählbar..

Ja, er habe DIE gewählt, aber deswegen möchte er nicht in das rechte Eck gedrängt werden, in dem er sich befindet, rumtreibt. Nein, nein, das möchte er nicht, dort im rechten Eck gesehen, wahrgenommen zu werden, in dem er sich aufhält.

Obwohl er so welchen die Wahlstimme gab, lehnt er die Sichtweise ab, so welche gewählt zu haben. Quasi, er hat SIE nicht gewählt, um so Bestimmte zu wählen. Nicht?

Dann war die Rede von so einem Chorsänger. Ein freundlicher, netter Mann soll der sein, der eine. Auch einer, der DIE wählt. So was von freundlich, nett; der Kerl, nicht zu fassen. Auf alle Fälle, in der Weise wird der nur als "Netter" beschrieben. Bis auf eins, bei ihm: eben DAS. Daß der eine DIE wählt. Jedem das bekanntgemacht hat.

Davon unterrichtete ein Chormitsänger von dem einen da, daß sie alle im Chor Bescheid wüßten. Daß zwischen ihnen allen und DEM einen aber alles beim alten wäre. Nichts anders wie zuvor auch. Nur weil der DIE wählt, in deren Sinne spricht, hat sich nichts zwischen ihnen geändert. Der eine, weiterhin dieser irre nette Kerl, angesehener Chormitsänger.

Der, der am Reporterinnen-Interviewmikrofon zu vernehmen war, meinte zum Abschluß noch - ein kleiner Gipfel seiner harmlos tuenden Rederei -, daß man ja "tolerant" sei. Man sei tolerant. Noch mal soll das hier zu lesen stehen: Man sei tolerant. In dem einen seine Richtung sei man tolerant. Man lasse auch solcherart Meinung gelten.

Das Wort "Toleranz".  Das Wort "Toleranz", in dem gipfelte es regelrecht. Eine Toleranz, hinsichtlich von dem, der so nett ist, ein ganz ein Netter, ein hochangesehenes Chormitglied. Das mit der Toleranz führte der eine zum Abschluß tatsächlich im Mund.

Beinahe hätte man sich wildlachend rumkugeln können. Der Wahnsinn.

Die dumpfe Weite der Pampa von Niederbayern; der niederbayrische Wilde Westen. Diese eher "ländlich geprägte" Region, in der sie doch so Vorstellungen von Leuten hätte, wie die einem ankommen dürften, wie nicht. Arbeiten müßten da welche eben was, so und so sich verhalten. Das und das noch dazu. Am besten niedergebeugt und bei jedermann, der einheimisch ausschaut, befehlsempfangsbereit sein. Dann ist der Bornierte, Blasierte, der Ureinwohner, der lange vorher da war, denn ein wenig zufriedener. Obwohl man nie recht weiß, was so einen glücklich macht, was nicht.

Schon klar, teilte sich mit, auch ein Grund, Arbeiten, das dürften so "Flüchtlinge" denn eigentlich nicht. Ihnen glattweg von Staats wegen nicht so erlaubt. Würden alle arbeiten, vielleicht daß dann weniger was Sozialneid herrsche. Am besten einfach nicht zu gut und neu eingekleidet als Flüchtlingsheimbewohner aussehen. Neues Gewand, das manchmal öfters viel zu lange braucht, bis es an einem gealtert rüberkommt. Modisch aussehen, daß einem fast jede Kleidung denn steht, besser nicht.

Dann, das Krasseste von allem: Eine von einer Sozialstation, die offen ins Mikrofon rein mitteilte: sie, sie wähle DIE. DIE. Sie sei eine Wählerin den denjenigen.

Erst mal, das vorausgeschickt: Früher sei sie auf der Station mit den "Arabern" nicht so zurechtgekommen. Da hätte man sich erst eine Zeitlang an sich gewöhnen müssen. Weil das nur immer Männer sind, die auf die Sozialstation kommen. Der Mann besorgt bei den Arabern eher die Einkäufe, nicht so die Frauen. Deswegen alles meistens die Männer bei der Essensausgabe. Da hat es schon mal das eine oder andere Mißverständnis, die und die grobe Schubserei, Widerworte gegeben. So was war am Losgehen. Aber jetzt. Jetzt nicht mehr so. Gewöhnt habe man sich an sich. Trotzdem, so Einheimische kommen überhaupt nicht mehr viele in die Station. Knapp noch eine Handvoll. Anders wie ehedem. Wegen ihrer geringen Rente wähle sie heutzutage DIE. Und so fort, wie sie, sich rechtfertigend, mitteilte, als Wahlvolk von DENEN. Aber deswegen hätte sie doch nichts gegen so die Zuwanderer. Sie würde ab und zu sogar mit welchen von denen zusammen kochen. Länger zusammensitzen.

Am Wahlzettel hat sie allerdings eine etwas andere Wahl getroffen. In der Wahlkabine alleine mit sich hat sie DIE angekreuzt. Gewaltig alternativ.

Unerklärlich fand das, was in Niederbayern an Abwegigem am Abgehen ist, so ein Normalo-Politiker, Kaum begreiflich, bei den wahren Verhältnissen, die im Land herrschen, warum man die einen vor Ort in Niederbayern dermaßen zu wählen hätte. Die hätten außerdem regional eigentlich fast keine Parteistrukturen. Nirgendwo einen größeren Unterbau. Trotzdem gab's so kleinere Städte, da wählten fürchterliche fünfundzwanzig Prozent DIE. Zahlen, bei denen jedes klares Denken einem die Biege macht. Angesichts von DENEN.

Einer von den besagten EINEN da, die heute plötzlich an so höheren Partei- und Gemeinderatsposten in Niederbayern geschwemmt wurde, der referierte schlußendlich davon, daß die Partei auch wirklich keine sonderlichen Strukturen vorzuweisen hätte. Normal bräuchte es erst noch zwei, drei Wahlperioden, bis man davon reden könnte, daß man so weit wäre.

Wobei: Auffüllen kann man den Laden scheinbar durchaus allerorten mit Leuten. Daß die wo in eine Gemeinderatssitzung reingehen, beim Bürgermeister glotzend rumhocken. In der Gegenwart. Leute, fast wie quasi von der Straße weggeholt. Knapp, daß man sich kennt, sich miteinander bekanntgemacht hat, jetzt sind sie auch bereits in der Partei. Haben dabei auf der Stelle auf die schnelle so hübscheste Pöstchen abgekriegt.

Hier mal ein flüchtiger Blick in die Geschichte. Zwanziger, dreißiger Jahre. Tage der Weimarer Republik. War damals nicht irgendwie dasselbe? Die Weimarer Republik, als noch der mit dem Bärtchen als Nummer eins einer Partei unsäglicher Unterweltfiguren umging? Mit der Reitgerte nebenher in der Hand, oder einer Pistole irgendwo in einer geheimen Jackettasche. Aus der Zeit klingt auch das auf, daß da Leute geschwind was in einer Bewegung, einer Partei werden konnten. Wofür sie anderswo Jahre gebraucht hätten. Durch die verschiedensten Parteikader zu kommen. Sich hochzudienen. Einer Auslese hätte man zum Opfer fallen können.

Mann, Mann, der Wilde Westen Niederbayerns anscheinend. Tonart aus der verwüstesten Pampa. Da ist was los. Da geht was groß. Gespenstisches beim niederbayerischen Kuhhirten und den niederbayrischen Kuhhirtenmädels. Des Eindunkens ist gewaltig. In die tiefbraune Sauce, eine irre Sülze undefinierbarer brauner Inhaltsstoffe.

Aber DAS, ohne Unterlaß redeten die Interviewten hinterher, das möcht man denn doch nicht sein. DAS nicht. Nein, DAS nicht. DAS ist man auch nicht. DAS ist man doch nicht.

Klar, DAS. DAS zu sein. Vielleicht ein Nazi.

Ö nein, das weiß man doch, wer oder was die Nazis waren. Was für gräßliche, fürchterliche Leute. Was DIE getrieben haben. Ö - ö!

Obwohl: Bei allem, was die eine Partei mit dem Wort "Alternative" auf der Fahne längst im Bundestag seit dem Jahr '17-Wahlabend abbildet. Was die an Eingaben samt Rednerpultbeiträgen unterbrachten. Viel überhörbar ist da denn nichts.

Hat man nicht schwer damit zu kämpfen, hier keinen unzweideutigen, benennbaren Kurs zu erkennen?

Daß ALLES einem eigentlich überdeutlich aufgehen müßte. Weil es sonnenklar am Horizont im Blick ist.

 

 

 

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