So nennt man sich lieber nicht
Das war eine Meldung dieses Mitte-Februar-Tages des Jahres '18 nach dem Millenium, daß da so eine seltsame rechtskonservative Regierung in Polen möchte, daß welche außerhalb der polnischen Europaregion lebende Polen im Ausland Artikel und Zeug nach Zuhause melden, in denen Polen irgendwie "verkehrt" dargestellt würde. Oder "verunglimpft".
Solch eine Empfindlichkeit von wegen den Zeiten, als die Polen noch von den Nazi-Faschisten besetzt waren.
"Polen-Lager" sollte man für das in Ausschwitz und weiterer Orte, in denen auf Polen-Gebiet in den vierziger Jahren was los war, nicht mehr sagen.
Sicherlich auch etwas Mißverständliches. das: "Polen-Lager". Weil das und das Vernichtungslager nicht von den Polen eingerichtet, sondern lediglich in der polnischen Regionalwelt errichtet wurde. Und zwar von den reichsdeutschen Faschisten, Nazionalsozialisten. Den maßgeblich dafür verantwortlichen Leuten.
Das ginge einem schon klar. Trotzdem scheint es in Polen ein gewisses Problem mit der eigenen Geschichte zu geben. Nämlich mit der so derer, die "Kollaborateure" zu nennen wären. Die polnischen Helfershelfer der Nazi-Mörder. Die Tatsache, daß es oft genug auch bei den Polen die Denunzination polnischer Juden und Pipapo gab, all das übliche Zeug eben. Hier in polnischem Zusammenhang.
Eine Tatsachenwelt, die der polnischen Zuarbeiter der Nazi-Sippschaft, die scheint bei den derzeitigen Polen-Vorherrschern nicht so gut anzukommen. Ungern, daß man an so was erinnert werden möchte. Als Mitglied einer "rechtskonservativen" Regierung insbesondere.
Einer, aus der heraus auf alte Tage bezogen mit dem Klang "Faschismus" oft woanders hingedeutet wird. Womit man unter anderem bestimmt auch von der eigenen Politik ablenkt. Dem höchsteigenen staatlichen Geschäftsgebaren. Wenn so im Namen einer Partei Sprechende im Heutigen die Faschisten immer irgendwo in weiter Ferne verorten. Sie darauf beharren, es hätte sich seit Vergangenheitstagen nirgendwo was geändert.
Muß man dabei durchaus mal festhalten: Wer in dieser Gegenwartszeit nennt sich schon offen einen "Faschisten"? Höchstens die Außenseiter. Das Wort "Faschismus" wird ansonsten weniger in Bezug auf sich verwendet, selbst wenn man selber einwandfrei eine dem Faschismus angenäherte Politik betreibt.
Anscheinend sagt das mit dem Faschismus bis heute selbst dem kleinsten Kind noch etwas. In dem Sinne viel zuviel. Ein absolutes "Bäh"-Wort, "Faschismus".
Faschist, das nannte sich der "Duce" bei den Italienern ehedem. Aber keiner so unbedingt heutiger Tage desselben Geistes, daß der derartiges in den Mund nehmen möchte. Alles ist man, nur kein "Faschist"..
In der Gegenwart ist was "rechtskonservativ", das für weiter rechts raus steht. Vor keinem Bürger Europas heutiger Tage möchte jemand ein "Faschist" sein oder gar ein "Nazi". Selbst wenn man ganz weit rechts draußen zu verorten ist. Solcherart politische Rechtsdrift hat. Man sich selbst einem Nazi annähert.
Alles wird abgestritten, weit von sich gewiesen, verneint, was auf die altertümlichen Bezeichnungen dafür verweist.
Fast könnte es auch der Ablenkung von sich dienen, wenn etwa die derzeit in Polen vorherrschende Partei, die sich sehr damit beschäftigt, staatliche Institutionen immer gleicher und gleicher zu schalten, ohne Unterlaß Richtung der europäischen Region Dschörmänie zeigt. Mit dem altvorderen Faschistenbegriff. In Bezugnahme auf jene vergangenen nationalsozialistischen Tage, als der "Reichsbürger" von den Nazis unterjocht war; die Nazis hatten den "Reichsbürger" im allerschlimmsten Joch. Und das betreibt man als eine polnische Regierung, obwohl man selber überreichlich nichts anderes abbildet als eine beständige Faschismusannäherung. Im Grunde genommen. Alle möglichen Merkmale des Faschismus legt man an den Tag. Nur daß das eben dann Gegenwartsfaschismus wäre. Jedoch, bei all den dergleichen Charakter verschleiernden Worten in der Umschreibung, die man lieber für sich verwendet.
Man hat in Polen, jener europäischen Region, schwer mit einem neuen Aufkommen des Faschismus zu kämpfen. Wie scheinbar überall in Europa. Ein irre gewaltiges Problem allerorten für jeden Gegenwartseuropäer. Der Faschismus, der mit all seinen Gegenwartsbenennungen umtriebig ist. Umschreibungen, mit denen sich der Faschist weichzeichnet, sich einer Bevölkerung besser zu verkaufen.
Bloß eins, das ist momentan sonnenklar: Faschismus heißt da direkt nichts. Man muß sich damit abmühen, Faschismus zu erkennen.
Weil sich der Faschismus mit seinen Flaschen so ausgezeichnet, passend auf Gegenwartsfragen bezogen mit neuen Etiketten versehen hat. Daß Faschisten den Umstand vielerorts empört von sich weisen, Faschisten zu sein. Selbst dann sind sie das nicht, wenn es nichts als Faschismus ist, was sie als Tagespolitik vorantreiben.
Viel lieber ist man "bürgerlichnational", "rechtskonservativ", eine "rechte Alternative", ein "Freiheitlicher".
Als solches kämpft man sogar gegen ein "Establishment" an. Die etablierten alteingesessenen Parteien. Zwischen die man längere zig Jahre auch nur beiläufig gekommen ist.
Im Augenblick ist man auch ziemlich erfolgreich in allem, was man anstellt. Rassismus, Intoleranz, dumpfe Politikabsicht, das schleicht einem so daher. Fast könnt man's selber nehmen. Wenn nebenan jedermann so freiweg ...
Muß man schon sagen: Die alten Faschisten sind in ihren neuen Masken überreichlich mit vielen Erfolgen gesegnet. Im Heutigen. Beste Gegenwartstage.
Es ist schwer, den Leuten den Faschisten unterdrunter unter der Verschleierung, Maskierung zum Vorschein zu bringen. Bei all dem Ab- und Bestreiten, in dem sich der Faschist wortreich kunstvoll übt.
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