Bei viel Religion
Es wären sicher die Zeiten, die Möglichkeit zu nützen, die einem geboten werden. Angesichts von so Geschehnissen, daß Leute mit religiösem Hintergrund, bösartig zudringlich und ziemlich hemmungsbefreit ... Quasi das Motto: die Verbreitung des eigenen Glaubens mit dem Schwert.
Voll die Intoleranz gegen Denkweisen anderer. Auch Teil des Wettbewerbs der Religionen untereinander. Wobei im Grunde jede Religion mit seinem geschlossenen Weltbild, das der Gläubige am Ende nur ohne Unterlaß reflektieren dürfte, assoziieren, gerne für Exklusivität stehen würde.
Und wenn man Leute das mit dem Exklusiven gestattet, bei den tausenderlei Möglichkeiten, die sonst noch so aufscheinen könnten ...
Persönlich denke ich dabei, daß ohne den einen und diesen einen Glauben alles geht. Wie ohne jeden weiteren anderen Glauben weiterhin alles geht. Schließlich muß man sich eine Religion oft auch erst mal langwierig anlernen. Praktisch von klein auf orientiert, ausgerichtet.
Was braucht man allerdings von so was soviel heutzutage? Diese einem vorgefertigten, seit halben Ewigkeiten wiedergekäuten "Glaubens"-Systeme? Die zu "Kirchen" ins Gigantische aufgewachsene Sekten?
Mit was Dauergeschichten, die einem pseudo-historisch ankommen. Halbgar, halb wahr. Daß man am besten möglichst wenig davon mit der Wirklichkeit in Bezug setzt. Am Wirklichen könnt es beim genauren Hinsehen oftmals tatsächlich ziemlich hapern. An Schärfe. Daß man irgendwann wieder lieber das Wort "Glauben" statt "Wissen" nimmt.
An so Begebenheiten könnt geradezu so viel der Wahrheit entsprechen, daß alles darüberhinaus anzuzweifeln wäre. Und das bei jeder Art Religion.
Daß einem zusätzlich mal aufgehen könnte, daß "Religion" viel öfters Geschäft ist. Eine Ware, die einem am Basar, Marktplatz verkauft wird. Bei einem wegen so Massen an Volk gutem Geschäft, das allzu viele nährt. Etwa die Vorbeter, Priester, Tempelvorstände, von denen man sich vorndran was ansagen lassen soll, die Devotionalienverkäufer längs der Straße, die Göttern doch auch mal gern ein Gesicht geben.
Was einem ja alles auch egal, piepe, schnurz sein könnte. Wenn die Religiösen nicht dann und wann in der Absicht hätten, aggressiv vor einen hintreten zu wollen. Selbst vor dem Irrsten, etwa den unvermittelsten Messerangriffen und dergleichen ist man als Ungläubiger nicht gefeit. Als hätte da irgendwie jemand seinen Überblick verloren, dürfte jede Verhaltensweise in die Tat umsetzen, von wegen eines gleichgeschalteten Glaubens meinend, das Letzte an Wissen parat zu halten. Ohne dem das nicht mehr sein könnte, das Geschehnis des Lebens.
Mich interessiert ja eigentlich nicht, welchen Glaubens jemand ist, solange der mich nicht mit ihm belästigen möchte. Sich das mit seiner missionarischen Weise samt seinem "Glück" für sich behält. Daß ich das von ihm oder von ihr nicht unbedingt nehmen müßte.
Eine schreiende Ansage jüngst: "Lies!"
Dabei, gegen das mit dem Lesen steht ja nichts an. Möglicherweise hat man durchaus was davon gelesen. Ohne deswegen "Fan" geworden zu sein. Daß man so und so den Inhalt demnach denn kennt. Ohne allerdings irgendwie für sich zu persönlich was davon zu brauchen, irgendwie annehmen zu wollen.
Noch dazu die regelmäßige Einkehr in Tempelorte mit ihren Regeln. Im Angesichte der Vorbeterischen, die einen zwischendurch auch noch kurz ansprechen, was bei einem in Erfahrung bringen und einem das und das beiläufig für die Aufmerksamkeit ansagen wollen. Während man in einem Tempel beisammenhockt, sogar was miteinander speist und trinkt, um mitzukriegen, daß schon wieder die nächste Gebetszeit am Horizont erschienen ist. Auf ein neues geht es zurück auf die Teppiche oder die Kirchenbank.
Nee!
Ich wüßte ja nicht, daß mich interessieren würde, welchen Glaubens irgend jemand aus meiner Nachbarschaft hat. Wo da jemand regional herkommt. Wenn jemand ungelenker Deutsch spricht, wird das sicher irgendwann besser. Spätestens bei den Kindern.
Noch herrscht Religions-Freiheit. Das heißt, man muß keinen einzigen Tempel-Ort europäisch-deutschregional besuchen, wenn man dazu keine Lust hat. Wenn man wo hingeht, dann allerhöchstens freiwillig. Schließlich: nichts ist hier letztendlich Verpflichtung: kein Gebet, nichts. Ob man sich an so Regeln hält oder nicht: einem selber überlassen.
Auch diese Freiheit hat man noch. Hierin ist man unkontrolliert.
Bei dem ebenso, dieser Art der Religionsfreiheit: der Freiheit von jeglicher Religion.
Am Schluß muß es nicht heißen: Christlich? Was mit der Religion Islam? Dem Judentum? All das, was es da an den Verkaufsständen noch gibt an marktschreierischer Sektiererei.
Eine Antwort könnt man hier auch noch als Möglichkeit in Betracht ziehen: nichts davon.
--------