Was der untersten Schublade des Rechtslastigen zurück im Heute
Seltsam, was sie einem momentan wieder dauernd mitteilen. Was von der ständig latenten Intoleranz.
Um so Dinge, daß ich mich wirklich lange nicht mehr viel gekümmert hab. Zumindest nicht für mich selber.
Ohne Unterlaß unterrichten SIE einen darüber, daß es was beispielsweise an Schulen gibt. Daß in Klassenzimmer welche andere hunzen, die einem anderen Glauben anhängen. Das heißt, ist man ein paar mehr, daß man zu einer Gruppe fähig ist, die für eine Meinungsbildung sorgen kann, daß das ernster zu nehmen wäre, wird mit dem Finger auf einen gezeigt.
Und so die Fragestellung Ewiggestriger dazu, die im Heute tatsächlich aufscheint. Das, als man im letzten Jahrhundert im Volk die "Juden" als ersten Sündenbock für alles hatte. Den "Zionisten". Die "zionistische Weltverschwörung". Der "Jude" sollte ehedem bisweilen schuld an jedem Mißstand bei einem "Reichsbürger" gewesen sein. Ebenso das, was man sich von "Zigeunern" erzählte, Sinti und Roma ...
Und mit derartigem kommen dir in Echt Leute auch noch. Oder aufs neue. In der Gegenwart, man stelle sich vor. Mit so was macht man von sich Rede.
Diese altvordere "Juden"-Feindlichkeit. Diese bornierte Vorurteilsverhaftung. Die viel genaures Hinsehen zur damaligen Zeit bereits genausowenig ausgehalten hätte wie dergleichen in der Gegenwartszeit.
Trotzdem liest man davon, daß in der europäisch-deutschen Region Leute attackiert werden, die als "Juden" bekannt wurden. Was im Grunde jedem passieren kann, "Jude" zu sein. Weil das mit dem "Juden", das muß sich nicht auf jüdisch-stämmige Bevölkerung beschränken, sondern kann schlußendlich das Wort für jedermann sein, der einen nicht in den Kram paßt. Beispielsweise alle, die irgendwie anders ticken als man selber.
In den dreißiger, vierziger Jahren ging das Gesamte dann so weit, daß man das mit der vorurteilsverhafteten Verfolgung von Bevölkerungsminderheiten gipfeln ließ. Auf die Spitze, daß man es trieb.
Der mit dem Bärtchen, derjenige, der den "Tramp" Charlie Chaplins auf ewig pervertierte, gestattete es sich, das mit der Judenverfolgung richtig staatstragend werden zu lassen. Das der faschistischen, rechtslastigen Haßschriften, die er sich früher, als er jünger war, zu Gemüte führen mußte - das setzte er nun als der "Führer" aktiv in die Tat um. Genauer gesagt: von seinen Beamten ließ er von hinter dem Bürotisch in dem Sinne handeln. Daß es irgendwann anfing, daß das mit der Ermordung der jüdischen Volksminderheit zu etwas eines industriellen Maßstabs ausartete.
Dafür, daß man, für die "Endlösung der Juden", die Konzentrationslager errichtete. Selbst Großindustrielle fragte man an, daß dafür passende Brennöfen gebaut würden, metallische Rohrleitungen angeliefert und fachmännisch verlegt. Und man fand einen Stoff, den man in geschlossene Räume hineinblasen konnte, bei dem es zumeist einwandfrei funktionierte, daß wenig mit dem Leben davongekommen wurde, wenn man jener schlechten Luft in einer abgesperrten Räumlichkeit ausgesetzt war. Außerdem wählte man in den vierziger Jahren die eroberten Gebiete, die einzelnen Lager hochzuziehen.
Sicher wegen des Geruchs, der bei der Leichenverbrennung entsteht. Daheim im Kern-Reich hätte sich da darüber mancher Bürger böser aufgeregt, hätte was Duft sein Näschen schlimmer bedrängt. So jedoch war das mit den weittragenden Gerüchen weitestgehend woanders.
Was dort in den Konzentrationslager sein sollte, das wußten manche allerhöchstens vom Hörensagen. Propagandafilmchen verharmlosten es der Bevölkerung zudem. Und zu glauben war es manchmal geradezu auch nicht, was man von weiter entfernten Orten mitgeteilt kriegte. Nachdem man in der Reichsbürgerbevölkerung oft der Meinung war, hier würden Hausbewohner, die man abholte, lediglich umgesiedelt. Oder die Reise in ein "Konzentrationslager" wäre eine Art Sommerfrische. Daß die, die in ein "Konzentrationslager" kämen, regelrecht was Schönes zu erwarten hätten. Statt dem, was die Wirklichkeit war: daß man Elend und Tod in den Konzentrationslagern fand. Im Gas. Wenn man sich nicht zu Tode schuftete.
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