Eher der Erwachsene gespiegelt im Kind
Eine seltsame Debatte herrscht, Jahr '18 nach dem Millenium.
Es geht um so Dinge in Kindergärten, bei Schülern im Grundschulalter. Welche Kinderlein, die einem anderen was von was "Jüdischem" erzählen, einer anderen Hautfarbe als der eigenen. Dergleichen.
Direkt was Obskures, das mit der Kinderschar an sich in Verbindung zu bringen.
Normal weiß ich nicht, daß Kinder, wenn sie wo miteinander spielen, den anderen am Spielplatz nach was "Jüdischem" fragen. Oder nach einer Hautverfärbung. Oder ob jemand mehr hat als der andere, um denjenigen dann beim Spielen irgendwie außen vor zu lassen. Auch Religion spielt bei Kleinkindern sicherlich selten eine besondere Rolle, sind sie sich selbst.
Wohl aber ist das Obige eine Art Erwachsenenbespaßung.
Wenn man was an Intoleranz und so bei jüngeren Kindern wahrnimmt, dann hat es mit Sicherheit eher was mit einer Heimatwelt zu tun, dem Elternhaus. Als daß es viel mit was anderem großartig was zu schaffen hätte.
Da kann man dann sicher die Tatsache bemerken, daß die Kleinkinderlein den Erwachsenenhaufen wiederspiegeln, wissen sie im Kindergarten, im Schulgebäude plötzlich über so eine Hautfarbe Bescheid. So die Frage, "Jüdisch", nicht "Jüdisch". Im Ernst, welchem Kind juckt das? Oder das der eigenen Religion im Gegensatz zu der von jemand anderem, mit dem man auch noch zufällig zusammentrifft. Genauso wie das, daß ein Kind plötzlich was davon weiß, daß jemand anderes weniger Eigentum besitzt als es bei einem selber mit seinem Elternpaar ist.
Also, das Ding mit dem "Juden", der hellen beziehungsweise dunkleren Haut, Reich, Arm, einer bestimmten Religion im Gegensatz zu noch einer, das wird den lieben Kleinen vielmehr beigebracht. Wenn man so was an Kindergartenkleinen oder die ersten Schuljahre wahrnimmt, dann erzählt einem das, was von denen daheim so durch die Gegend gesprochen wird. Teilt was davon mit, wie weit es da mit der eigenen Vorurteilsfreiheit, Toleranz gegenüber anderen her ist. So die Fragen der Abstammung, Religion, Denkweisen noch dazu. Das heißt, die vom Nachwuchs waren gelehrige Zuhörer. Haben was für sich angenommen, weil heimisch so Ansagen üblich waren.
Die lieben Kleinen sind demnach nichts als der Spiegel, der einem vorgehalten wird. Wenn man denn in ihn hineinblicken möchte.
Sonst ist das nichts.
Der Erwachsene weiß was von "schwul", nicht "schwul". Denen juckt, wenn's borniert sein muß, die Haut von jemand anderem, welche Farbnuance die hat. Die Kinderlein können aufhorchen, wenn ihnen gesagt wird, was Arm und Reich ist. Die lieben Kleinen sind dann in dem Sinne allerdings auch bestimmt wahrheitsmäßiger, unverstellter als man selber. Während man denn die Toleranz verlogen bei jemandem abbildet, derweil man dem oder der in Wahrheit nichts als die Intoleranz entgegenbringt. Das jedoch lieber nicht so offen ausgesprochen hätte. Solange man nicht unter sich ist, das noch einen gewissen Schaden bringen könnte, bei jemandem Dritten, äußert man das mit ureigenen Borniertheit zu offen. Die vom Nachwuchs sprechen das dann allerdings glasklar aus, packen in der Pause am Schulhof oder am Kindergartengelände die "Jüdin", den "Juden" an.
Das heißt, das Antijüdische, von dem hier geredet wird, das ist wohl eine Wiederspiegelung von Dingen, die einem Kind tagtäglich irgendwo zu Gehör gebracht werden. Äußerungen aus dem Elternhaus und so. Als daß es tatsächlich eine Anlage im Kind an sich hätte.
Allerdings kann das Problem dann in einem Dopplereffekt am Ende so weit gehen, daß dein Kind dir das mit der Vorurteilsverhaftung, dem Rassismus, der Exklusivität des und des Glaubens, der kleinteiligen Bornierten auch noch zu dir nach Hause bringen kann. Wenn es DAS von jemand anderem hat. Wenn wer in der Umgebung vielleicht in der Mehrzahl war oder ist. Als Meinungsmacher.
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