Der ruhige, beschauliche Sternenguckerberuf
Witzig, schon wieder ein Asteroiden-Gürtel-Bild vor Augen geführt bekommen. Außerdem ein in das Sternensystem eingedrungenes Asteroiden-Teil. Das jedoch, im Gegensatz zum Asteroiden "Oumuamua", auf einer relativ festgelegten Bahn fliegt, nur entgegengesetzt zu der Richtung, die alles vom Rest im gesamten "Solarsystem" so nimmt. Eine Exklusivität, die unzweideutiges Indiz sein soll, daß das auch von "draußen" kommt. Quasi "extrasolar" wäre. Als was, das von wegen der Flugausrichtung ein Solo spielt.
Selbst auf den Asteroiden "Oumuamua" - und wie geschwind der raus aus dem System wäre, seit einem Weilchen schon wieder -, wurde in den Textzeilen bezug genommen.
Vielleicht eine Indizienlage, daß so Forscher, Sternengucker mit größerer Spannung als zuvor die Tage in die nähere Sonnensystemumwelt hinausstarren, sich regelrecht am Asteroidenkartographieren abarbeiten. So nach der Wahrnehmung, Sichtung des einen Asteroiden "Oumuamua". Von dem man nicht sicher sagen kann, so unheimlich wie der war, ob der nun nicht jederzeit in das Sternensystem zurückkehren könnte. Bei der irren Fluchtgeschwindigkeit - stimmt die Zahl, die sie gemessen, errechnet haben wollen -: 108.000 Kilometer in der Stunde.
108.000 Kilometer in der Stunde: ein Drittel der Lichtgeschwindigkeit.
Ein Drittel Lichtgeschwindigkeit!
Ein Drittel Lichtgeschwindigkeit, da könnte ein Flugkörper, der kehrtmacht, praktisch morgen, übermorgen zurück sein im System von Sonne, Mond und Sterne.
Mit der unheimlichen Frage: Was wäre das dann? Was würde serviert? Was könnte man da damit anfangen? Wenn man all das des Asteroiden "Oumuamua" auf ein neues wiedersähe. Wie gehabt. Vielleicht erneut auf einer Bahn, die Richtung Erde zielt. Überhaupt nicht schnell im Tempo. Um damit irgendwann in Wochen in Erdnähe einzutreffen. Auf der Wiederholungsschiene. Jedoch alles andere als so rasant, wie was von einem Drittel der Lichtgeschwindkeit. Sondern etwas, was mit "Schrittempo" zu umschreiben wäre. Statt so das Drücken aufs Gaspedal in einem Auto, daß man über 200, 220 hochschalten kann.
Gut, nicht?
Gut möglich, daß nach dem Erscheinen des Asteroiden "Oumuamua" das mit dem Sternengucken wieder ein wenig spannender ist. Bei dem, was da auftauchen könnte, als was jenseits jeder Wahrscheinlichkeit in der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Überlegt man sich, daß plötzlich das schierste, ungeheuerlichste Unwahrscheinlichste Wahrscheinlichkeit werden kann. Wie irgendso ein Lottogewinn, der einen belästigt.
Bei der Frage: Waren das nun Schriftzeichen, das, das sich auf dem Asteroiden "Oumuamua" auf der Oberfläche darbot?
Bei viel was anderem, was bei so Betrachtung in den Bereich des Denkens geraten könnte. Etwa die Frage: Hatte der Asteroid "Oumuamua" eine Seriennummer dran?
Wäre da nebenher was einer Zahl in Blick gewesen, könnte man eine Sekunde festhalten, da könnte was Teil einer größeren, kleineren Flotte sein.
Was tut man dann mit so was? Wenn was nicht bloß vereinzelt ist, sondern ein ganzer Schwarm sein kann?
Da wird einem die Schwärze des Weltraums seit ein paar Monaten geradezu schrecklicher, unheimlicher als früher noch, nicht? Ein Drittel Lichtgeschwindigkeit, hätte man die gesichert gemessen, da hört man auf zu gähnen. Da fürchtet man eher, bei der Oberflächenbetrachtung eines Asteroiden, Ähnlichkeiten mit was anderem zu entdecken. Überlegt man sich die Verhältnisse mal genauer. Und den Umstand: Da war was ein Weilchen in Erdnähe, hatte eventuell Datenerheben. Mit dem ist man nun erst mal aus dem gesamten System ausgereist. Vielleicht, daß man das reingekriegte Material eben zur Sekunde eingehend sichtet. Irgendwo in einer sternenübersäten Dunkelheit des Äthers voranfliegend.
Ganz davon abgesehen, daß der Grund fürs Schnellerwerden beim Asteroiden sein konnte, daß man im Innern mitkriegte, daß von der Erde aus auf mancherlei Frequenzen rumgemessen wurde. Vielleicht, daß man deswegen so an Geschwindigkeit zulegte, abrupt. Fortmachte, sich der unvermittelten Aufmerksamkeit mit einem Muskelspiel entzog. Ein Drittel Lichtgeschwindigkeit, das ist rasende Geschwindigkeit; damit könnt wer reisen.
Bedenkt man das, möchte einem ja die Hand am Morgenkaffee leicht zittern, wenn man sich an seinen Arbeitsplatz begeben hat, die Anlage hochfährt, die man für sich alleine hat. Die nächsten Rechnerbilder des Asteroiden, daß auftauchen, den man sich kurz vor Arbeitsende am Vortag noch vorgenommen hatte. Nun, daß man damit weitermacht.
Das scheint aber nichts als ein Gesteinsbrocken zu sein. Jedenfalls erst mal nichts dran zu erkennen, was mit was von "Oumuamua" zu schaffen hat. Keine Art milchige Kristallglasur, keine eingebackene Schriftsymbolik unter der Oberfläche, nichts als der gewöhnliche Staub samt Einschlagkratern.
Alles wie's sein sollte, an dem einen Asteroiden. Nichts Fremdes, Befremdliches, Gruseliges, Schauderhaftes. Alles dran an ihm, wie's vorgestern noch ungefähr war, vor "Oumuamua".
Nichts, daß man beim Hinsehen Angst haben müßte, sich die Hosen vollmachen, im beschaulichen, ruhigen Beruf. Daß man rumgähnen kann. Weiß man sowieso nicht, wie man je was Außerirdisches entdecken könnte. Wird wohl ein Scherz sein, die Aufnahme von "Oumuamua". Eine "künstlerische Darstellung". Aber - ein Drittel Lichtgeschwindigkeit ... Das wären nur ein paar Jahre mehr, so Richtung was "Tau Ceti". Im Elf-, Zwölf-, Dreizehnlichtjahreradius. Außer "Tau Ceti" noch zwei verkackte Möglichkeiten, die da im Bereich des Möglichen sind. Eine geringe, übersichtliche Auswahl. Eins, zwei, drei. Locker was für die Herkunftsbestimmung. Wenn was von dort herkommt, muß es vierzig Jahre reisen, fünfundvierzig, fünfzig Jahre. Bei einem Drittel Lichtgeschwindigkeit. Was war vor sechzig, siebzig Jahren auf "Terra" los?
Da ist wahrscheinlich nicht jeder Mensch auf Erden kühl, abgebrüht im Augenblick der Jetztzeit. Daß er nicht erst mal genauer hinsieht, was da neue Asteroiden-Bilder reingekommen sind. Ob da was wie Drecks-"Oumuamua" ist. Oder ob das dieser Drecks-"Oumuamua" wieder ist. "Oumuamuas" Rückkehr.
------