Wieder frisch zurück
Das war nicht mehr das eine Bild, das von der in dem anliegenden Schört und den ewig langen Haaren, die dann plötzlich fettig strähnig aussahen, als hätte sie sie Tage, wenn nicht sogar Wochen nicht mehr gekämmt und gewaschen. Woraufhin die Szene urplötzlich nicht weiter wirkte, als wäre das eine, dort in der erleuchteten Garderobe, die ausgehen wollte. Sondern eine, die aus einem Krankenbett herausgemacht hat. In dem sie tagelang ihre Zeit verbrachte. Dann und wann muß aber jeder mal dort raus, und sie konnte das anscheinend, ihr Bett verlassen. Sogar die Treppen war sie heruntergestiegen, hatte die Idee, bei sich in ihren Klamotten nach Kleinigkeiten zu sehen. Jedenfalls kramte sie da rum.
Jetzt war das alles lange nicht mehr wahr. War sie mit am Tisch zu sehen, gegenüberhockend eine der Schwestern, die neben sich einen Gutaussehenden von der Männerpartie hatte, wie auch neben ihr einer saß, von dort. Seitlich am Tisch, wie so eine Hauptperson und Vorstandsvorsitzende: die Mutter.
Die eine hier Angesagte: immer noch mit jenem langen Haar. Jedoch nun voll gepflegt, ausgekämmt. Ledigklich ein wenig kürzer, bei der Länge. Als hätte ein Friseur die Spitzen geschnitten; ein paar Zentimeter durften fallen.
Anscheinend wieder alles voll da bei ihr, der Schönen. Bei der, die so toll küssen kann. Daß jeder bei ihr vielleicht mitkriegen könnte, was mal der Unterschied zwischen einem guten oder schlechten Kuß ist, den sie einem schenkt. Bei der ganzen Übung, die sie bereits in sehr jungen Jahren bei so was hatte.
Und dann, wäre mittendrinnen bei so was was passiert. Geldsorgen kennt man dort nicht so sonderlich, setzt man keine größeren Geschäfte in den Sand. Hat sich wo mit Aktien oder dem und dem verpokert. Wonach die friedvolle Szene auch nicht ausschaute, dort an diesem Abend am Familientisch, bei der Gegenwart der Mutter, die ehedem gerne für Verbote und was Verdruckstes, Insgeheimes und den und den Tränenreichtum bei den Schwestern bei deren Liebesleben sorgte. Heute jedoch: zwei ansehnlich zu betrachtende Kerle für den Schmuck der Frau, wohl ausgesuchtere Typen, erlesener, passender. Anders wie früher öfters, als man erst klüger werden mußte. Der bei der einen Schwester seitlich und der neben ihr: in der Jetztzeit so ins Haus Hereingelassene, Geprüfte. Das vor Ort, das schien entspannte, angenehmste Atmosphäre. Hätte sicher jeder gerne drinnen dabeihocken wollen.
Wenn demnach einer irgendwie mal mitkriegte, daß es einem schlechter ging. Davon konnte jetzt nicht mehr die Rede sein. Bei einem Aussehen, einer Betrachtung, wie das blühende Leben. Bei der Tatsache nebenher: daß man sie sich leisten konnte, die allerbesten teuersten Medikamente. Der Kostenpunkt von was, der nicht unbedingt interessieren mußte. Sogar sehr alt werden kann man denn in der Gegenwart mit was. Sorglos fast schon uralt. Hat es nichts mit einer Besonderheit einer Erkrankung auf sich, die man eigentlich nicht mehr los wird, sondern höchstens eindämmt. Sex kann man nun außerdem haben, Kerle, wie man möchte, wenn man möchte. Dafür hat man schließlich Kondome. Und Küsse, von guten, schlechten Küssen kriegt man das nicht unbedingt. Alles geht, solange man aufpaßt, nicht das Verkehrte anstellt.
Man ist also wieder auf den Füßen. Der eine Schub, der ist längst passé. Der, der tagelang reinlegte, ins Krankenbettchen. Allen möglichen Sport kann man aufs neue treiben. Schließlich hat man auf die eigene Figur zu achten. Alles, was gut und teuer ist, das hilft nebenher aus. Für die Beruhigung, ein Rundumsorglos-Paket. Anzusehen ist niemandem mehr was irgendwas. Sagen wird's man auch keinem. Sicher niemandem, den man nicht besser kennt.
Das Leben, aufs neue gebongt. Fährt man nicht zufällig mit einer Karre wo dagegen, baut einen Unfall, gibt's im Verkehr wenig.
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