Neu in der Stadt und all die besseren, angesagtesten Plätze da
Da scheinen erst kürzlich so Angewählte auf großer Stadtreise. Als hätten sie lange viel zu viel Geld, machen sie sich um nichts mehr Sorgen. Suchen für sich mit die erlesensten Lokalitäten mit einwandfreiem Ruf aus. Ob dort überall der Freigeist, das europäische Bürgergefühl herrscht, gar das des Weltbürgers, piepeegal. Jetzt, daß sie dort reingehen. Sie selber dort reingehen können. Mit sich. Man ist Schmecker, Abtester, versteht auch das Mondäne, die Kunstwelt, all das. Was eine Welt, wo man ebenfalls seit längerem nicht mehr größer vorkam. Lange, lange her, seit da welche von dort von einem korrumpiert wurden, man allen möglichen Künstlern die scharfe Direktive gab, was was "Kunst" wäre, was nicht.
Selbst im Multikulturellen wird sich umgesehen. Ist es mit nichts aus der eigenen Sicht für andere mal bei was zu beengt. Erst mal hat man bloß so die Orientierung im Sinn. Man ist dort bespaßt. Mit bespaßt. Wo Leute rumsitzen. Hautfarbe, Herkunft, egal. Da lacht man einstweilen mit, hat seine Freude an allem.
Obwohl das alles doch im Grunde genommen nicht so gleichgültig ist, Auch nicht bei so "Schwestern", vorn in einem vor relativ kurzer Zeit erst entstandenen Parteiwesen. Geradezu ist das doch ihre große Frage, mit der SIE im Grunde überall rüberkommen. Das Wüsteste, Allerwüsteste an Fragestellung ist das bei ihnen: daß man bei ihnen von wegen eines äußeren Erscheinungsbildes auf sich aufpassen muß. All das, was anderswo gleichgültig ist, ist IHNEN tatsächlich doch wirklich nicht gleichgültig. Schwule Küsse, die man mitansieht, die Hautfarbe eines anderen, die Religion, welcher "Deutsche" er, sie, es denn wäre. Eh, ein "Jude"? Ein "Zigeuner"? Sonst woher aus einer weit entfernten Fremde, als "Deutscher"?
Aber, nun sie sind erst mal noch ein bißchen neu in einer Stadt. Haben sich umzuschauen. SO großartig hat man SIE noch nicht gesehen, zur Kenntnis genommen. Wenig vertraut, ihre Mienen, manch Antlitz, kaum je fürs Einprägen beschaut. Mancherorts hat ja auch nie einer je was davon in dem Sinne gebraucht, nötig gehabt, eigentlich. Bis jetzt.
Eine Großstadt, in der es die angesagtesten Plätze gibt. Jeder könnt sie aufsuchen. Und das tun SIE denn auch. Diese Gegenwartstage, daß man wo bloß hingeht, selbst dorthin, wo man, will man da ein paarmal reingelangen, dafür bestens monetär aufgepolstert sein muß. So, wie so was eben im Moment immer besser der Fall ist. Bestimmt dank manch drögen Wählern, Spendern, Gönnern. So Wählerschaft, die nicht lieber darauf verzichtet hat, ein Wahlkreuz bei einem hinzumachen. Selbst bei einem höchstpersönlich wurde der Name öfters angekreuzt, als wär das was gewesen, was man nicht besser bleibenlassen hätte sollen.
Jedenfalls konnten sich viel zu viele dieses Kreuz - zwei Kreuze für den gültigen Wahlzettel - nicht bei einem sparen. Deshalb sind SIE da, können alleine, zu zweit, zu mehreren umgehen. Gehen SIE gucken.
Deshalb hat man sie, die beste Großstadttournee. Geht an die besten Plätze beim In-Wesen einer Stadt. Wobei man noch nicht dafür verantwortlich ist, was "In" ist, was nicht. Dort, wo man unerkannt bei gleichgültigen Gesichtern reinmacht, ist alles noch verhältnismäßig wie eh und je. Überall das alte, gewohnt-vertraute "Estäblischment" und so. Unter dem man gewissermaßen vielleicht nur noch nicht wieder aufgeräumt hat. Für das Nachlassen an Verkäufen bei einem gesorgt. Daß der und der Schauspieler keine Einstellung an einem Theater findet. Etwas, das auch so im Heute nicht bekannt ist, wie das mal früher mit einem war, als man mitunter auch für das "Kulturelle" sorgen konnte. Ehedem, der "Reichspropagandaminister", der war ein wahrer Tausendsassa. Klang und klingelte wie eine Sirene aus der griechischen Mythologie.
Man schaut erst mal bloß wo rein, wird bei und mit sich höchstseltenst noch erkannt. Oder mit zusammengekniffenen Augen angeglotzt.
Muß zugeben, alles, was in den Nachrichtenmedien und den Artikeln drinnen gestanden war, ziemlich schlüssig. Applaus, Applaus, den Leuten. Hätt da wahrscheinlich die "Freundinnen" nicht ge- beziehungsweise erkannt. Die wären dort rumgesessen, hätten miteinander gelacht, sich an allem erfreut. Geschnattert und gegessen. Als wäre was normal. Das Normalste des Normalen. Wie bei jedermann. Und ich wär ahnungsbefreit gewesen.
Bei mir wären sie wahrscheinlich freiweg nebenan gesessen, hätten bei mir mitgelauscht. Wie ich so daherrede und so. Als könnten sie nie nichts an Worten hören, sich Gesichter einprägen. Mal was für irgendwann später im Gedächtnis behalten. Das, was sie schließlich als Versprechen in der Hinterhand haben. Wovon manche von ihnen einem sogar offen was sagen, mit dem informieren, was wäre, wenn SIE erst demnächst könnten. Nochgerade bei den vielen Wahlerfolgen, an die sie denken, daß die zukünftig noch kämen. Bis hin zu einer Machtergreifung. Für eine Autokratie. Da fällt es momentan fast jetzt schon schwer, sich dahingehend einzukriegen. Man stelle sich vor: nirgendwo das allerkleinste bißchen was einer bösen, häßlichen Fünf-Prozent-Hürde für einen weit und breit. Obwohl man die so nötig hätte. Nichts hätte man dringender nötig als DAS, unter den fünf Prozent zu sein.
Wenn man das nebenher zusätzlich betrachtet: In der "Hauptstadt der Bewegung" gehen SIE auch noch um. Wo sie doch so welche sind, denen da so was was bedeutet. Da könnten da und dort mit ihnen auch Fremdenführer unterwegs sein, die IHNEN erklären, erläutern. Daß man überall hin rumgeführt wird, wo was Plätzchen interessanter für einen sein könnte. Örtlichkeiten, an denen in der Vergangenheit dies und das war. Überlegt man sich: Bei IHNEN könnt etwa so ein Bierkeller ausschließlich dafür berühmt sein, daß so einer mit einem Breitbärtchen in der Visage eine Pistole einstecken hatte. Mit der hat er in die Decke geschossen. Um für sich im Rund für Ruhe zu sorgen.
Also, jeder Touristik sind darüberhinaus Tür und Tor geöffnet. Für was wie SIE. Der Wahnsinn. Mann, Mann!
Wie das war, in der einen Kunstwelt- und Multikulti-Lokalität, in der da welche, als so ein Frauen-Tandem, was Teureres, Exklusiveres speisen wollten, wären sie nicht zufällig doch von wem erkannt worden. Von irgendwem, der sich gewisse Gesichter doch schon einprägen konnte. Dem da was einer Miene, eines Aussehens und Daherkommens geläufig war. Jemand, der am multikulturellen Örtchen noch die richtige, die passende Ansprache hatte. Bei seinen aufmerksam machenden Worten, Sätzen nebenher tatsächlich noch von Ohren gehört wurde.
So, wie das da war, da was geschehen ist, könnt ich das selber auch machen. Bei mir in der Nähe bräuchte ich eigentlich keinen, keine von DENEN. Von DIESEN. Als eine mögliche Alternative für mich schon gar nicht. Dort ist eher das Triste, das Obertriste aus dem Vorvorgesteren das Alternative. Spöttischerweise das schöne Wort "Alternative" nun doch auch gewissermaßen glatt auch für DIE und DAS in Betracht zu ziehen. Wiewohl, das ein Hohn, sich DAS als eine Alternative für sich zu erwählen ... Das, was keine Alternative ist, auf das man als jede Art Alternative besser verzichten sollte.
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