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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 4.3

30. Januar 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Das war nicht einfach, damit fertigzuwerden, wie er sich selber die Kleinigkeiten zurechtzimmerte. Angesichts des Verhaltens Margas, der Hure, auf den Einfall zu kommen, sie wäre entführt worden.

Es war die Geschichte nicht zu glauben. Fast etwas, einen der eigenen Revolver aus den Holstern zu ziehen, sich selber eine Kugel zwischen die Augen zu verpassen.

Mit so was war kaum fertigzuwerden. Schließlich war Marga, die Barfrau, alles andere, als das Opfer einer Entführung. Alles war möglich bei Marga, der Barfrau, aber entführt worden war sie von dem Willy der Willys nicht.

Trotzdem wollte sich Jo, der Revolvermann, mit solchen Hirngespinsten kommen. Um Ende die Gaukeleien selber noch für bare Münze nehmen.

 

Jener eine Willy, er hatte Marga, der Barfrau, eine Botschaft geschickt.

Daraufhin hatte Marga, die Barfrau, ihr Sack und Pack zusammengesucht, nach einem Pferdewagen schicken lassen.

Samt ihren Koffern hatte Marga, die Barfrau, ihren weithin bekannten Wohnort, ein Hotel mit Schaubühne, Bar und allem Drum und Dran, verlassen. Hinten auf dem Polstersitz einer offenen Kutsche hockend.

Die im Hotel hatten Marga, die Barfrau, nicht lange aufgehalten. Die Hotelleute dachten, Marga, die Barfrau, die spinne rum, Marga, die Barfrau, schneller würde sie wieder da sein, als daß sie den Kerlen fehlte.

 

Nur, Marga, die Barfrau, war nicht wieder zurückgekehrt. In das eine Hotel.Marga, die Barfrau, sie hatte am vereinbarten Ort nicht auf den Willy der Willys zu warten, bis sie die Geduld verlor. Jener Willy, er kam herbeigeritten, samt üblicher Willy-Bagage.

Der eine Willy, er ballerte den Kutscher nicht vom Kutschbock herunter, warf eine Giftschlange nach Marga, der Barfrau. Wie es das Beste gewesen wäre. Mit dem einen Willy war Marga, die Barfrau, weiterhin zusammen. 

In dem einen Saloon von Pain Way ließ Marga die Puppen tanzen. In einem Willy-Saloon. Und, wer dafür mit einer genügenden Anzahl an Golddollars zahlte, für den tanzte Marga, die Barfrau, selber auch.

 

Ein paar Golddollars führte Jo, der Revolvermann, mit sich.

Schwer vorstellbar, daß Marga, die Barfrau, für ihn Tänzchen aufführen würde, selbst wenn er ihr jeden Golddollar aus dem Beutel einzeln vor die Füße schmiß.

Daß Jo, der Revolvermann, den einen Willy und Marga, die Barfrau, einmal in Pain City getroffen hatte, das hatte nicht das geringste daran geändert, daß die beiden putzmunter waren. Alles gesund und bestens bei dem einen Willy der Willys und Marga, der Barfrau. Bloß Jo, der Revolvermann, der war bei einem whiskey-saufenden Doktor gelandet. Jo der Revolvermann, der war von jemandem aufgesammelt und zu abseits in einer Holzhütte hausenden Kurpfuscher verbracht worden.

Von wem, das hatte Jo, der Revolvermann, nicht viel in der Erinnerung. Er wußte nur, daß ihn irgendwer grob aus dem Saloon Empireless hinausschleifte.

Mit Sicherheit keiner der Willys, die sich für solche Beschäftigung zu schade waren.

Vielleicht war das eine eine der europäischen Tänzerinnen. Jo, der Revolvermann, konnte das allerdings nur raten. Genaures wußte er da nicht.

Was er wußte, war, daß jemand Susan, seinen Wallach, aufsammelte. Und dann kutschierte man ihn Richtung Arzt. Der ihm die Kugeln herausholte, nachdem er, in seiner Trance, einfach nicht abkratzen wollte.  

 

Deswegen konnte Jo, der Revolvermann, überhaupt wieder auf den einen Willy der Willys zurückkommen. Sich umhören, was das weitere Geschehen war, bei dem einen Willy, bei dem sich Marga, die Barfrau, aufhielt.

Mit diesem einen bestimmten Willy war Marga, die Barfrau, denn nach Pain Way, eine dieser Willy-Städte, weitergezogen.

Wie es ausschaute, wurde Jo, der Revolvermann, für tot erklärt.

Jo, der Revolvermann, er bemerkte sich beim Ausspucken. Feige Willy-Bande. Dieser oberfeige Willy der Willys.

 

Ungeduldig wurde Jo, der Revolvermann. Lange hatte er es satt, immer nur geradeaus voranspazieren.

Er war nach Pain Way gekommen, Willys umzulegen. Willys zu Boden stürzen zu sehen, das war überall nicht schlecht.

Dafür mußte er den Saloon Pain Ways nicht zwingend finden, wenn der nicht zu finden war. Nachdem er in einem an sich kleinen, überschaubaren Städtchen wie Pain Way bereits stundenlang unterwegs schien. Ohne einmal beim Saloon einzutreffen. Der eine Saloon, um den herum Pain Way im Grunde errichtet wurde. 

Alles war nichts als die Kulisse für den einen Saloon. Der fürs Glücksspiel gut war, den Auftritt tanzender Europäerinnen, die zu Cancan-Klängen die Beine hochschleuderten. Sich später in ihren Garderoben von staubigen Reitern Blumensträuße schenken ließen, um mit ihnen zusammen in einen Badebottich zu klettern.

Nichts anderem war der eine Saloon dienlich, in dem Marga, die Barfrau, Regime führte. Als den Pokerrunden, dem Tanz und der Hurerei.

 

Wenn Jo, der Revolvermann, aber nicht in jenem Saloon eintraf, weil er ihn nirgends finden konnte. Obwohl er die eine, einzige Hauptstraße beschritt, auf ihr längs marschierte.

Bereits eine ewige Strecke, zu dem einen, einzigen Saloon, der das in der Stadtmitte war. An sich nicht weit entfernt.

Wenn also alles so war, wie es war - dann war Jo, dem Revolvermann, auch die staubige Hauptstraße gut genug.

Jo, der Revolvermann, er tötete Willys allüberall. Jagte ihnen eine Kugel in die Stirn, schoß ihnen in die Brust. Die Hauptsache war, die Willys, sie lagen reglos im Staub, und sonst niemand.

 

Mehrfach hatte Jo, der Revolvermann, sich am Absatz im Kreis herumgedreht. Er wartete herausfordern. Keiner traute es sich, Jo, dem Revolvermann, gegenüberzutreten. Für ein Duell. Mann gegen Mann.

Nirgendwo durch eine der Türen aus einem der Holzbauwerke wollte ein Willy heraustreten. Um vor Jo, den Revolvermann, hinzutreten. Auge in Auge mit Jo, dem Revolvermann, dazustehen.

Sich Jo, dem Revolvermann, gegenüber in kleiner Entfernung aufzustellen. Das war einfach nichts für einen Willy. Auch nicht für den Willy der Willys, Margas Willy.

Eben die Feigheit der Willys.

Die Feigheit der Willys, anders war das nicht zu bezeichnen.

Von grundauf feige, die Willys.

Wenn man einem Willy nicht den Rücken zudrehte, war mit einem Willy nichts los.

 

Voraus von ihm, eine unvermittelte Bewegung. Aus seinen Gedanken schrak Jo, der Revolvermann, auf, ließ die Rechte reflexartig zum Revolver zucken.

Mit zusammengekniffenen Augen, daß Jo, der Revolvermann, voraus beidseitig der Hauptstraße rumstarrte.

Plötzlich waren da also doch Stadtbewohner, die Jo, der Revolvermann, mit beschleunigtem Herzschlag zu begucken hatte.

Seltsames Volk, zwischen dem sich allerdings kein einziger echter Willy fand.

Weiterhin kein einziger der Willys weit und breit.

Das Häuflein Bevölkerung, das Jo, der Revolvermann, sich besah, das war nichts als die üblichen Gesichtslosen, die er bereits aus Pain City, der ersten Willy-Stadt, kannte.

Die besiedelten nun auch diese schnöde Örtlichkeit.

 

Jo war im Voranschreiten. Um abrupt im Schritt zu verhalten.

Die ohne Gesicht, die waren ihm nun viel zu nahe.

Wie nebenher, als wäre das nichts Wichtiges, Besonderes, was er unternahm, nahm Jo, der Revolvermann, die Lederschlaufen von den Hähnen seiner beiden Revolver links und rechts in den Lederholstern herunter.

Fast war das Zauberei. Regelrecht mit jedem Blinzeln, schien es Jo, dem Revolvermann, daß sich immer mehr Stadtvolk in Grautonanzügen oder -hosen und -hemd, -frauenkleid sich zu beiden Seiten der Hauptstraße zeigte. Stetson auf oder nicht.

Bis es anfing, sich mit jedem Augenblinzeln voraus von Jo auf den hölzernen Spazierflächen der Lattengebäude auf einem Haufen zu drängen.

Bei einem blieb es jedoch: weiterhin keine Willys darunter. Alles zu überblickende Willy-Stadt-Gesindel Ausgaben jenes gesichtslosen Pöbels, wie er von Haus aus ausgezeichnet zu dem ganzen Rest des Willy-Packs dazupaßte. In dieser Stadt ebenso wie in Pain City.

 

Allesamt, wie sie sich in ihrer gesichtslosen hautüberzogenen Kugel- oder Ovalform bei einem viel zu langen Hals begucken ließen, was für den Schrecken.

Ob Mann oder als Frau grautonkostümiert, es fehlten die üblichen Merkmale eines menschlichen Gesichts.

Nase, Mund, Augen, -brauen, Ohren - nichts dergleichen war vorhanden.

Kein Härchen am grauhäutigen Kugel- oder Eierkopf oben, verbarg kein Stetson den Schädel. Etwas wie ein Bart sprießte gleichfalls niemandem.

Glatte, graue Hautfußbälle oder eine mit grauer Haut überzogene Eierform, an einem oft zu markanten Langhals.

 

Gerne hätte Jo, der Revolvermann, seine beiden Sechsschüsser herausgerissen, zu ballern angefangen.

Andererseits, er hätte auf Unbewaffnete geschossen. Nirgendwo war für Jo eine einzige Waffe erkennbar.

Irgendwie hatte Jo, der Revolvermann, aller Schießwütigkeit zum Trotz, nicht das Gefühl, mir nichts, dir nichts drauflos schießen zu dürfen.

Es schien, damit mit der Schießerei begonnen werden konnte, mußten sie mehr unternahmen, als bloß seltsam dazustehen.

Zwar war das Aussehen der Gestalten für das Grauen. Fürs Drauflosballern war das irgendwie allerdings zu wenig.

Irgendeiner der grauhäutigen Kugel-, Ovalköpfe hätte zumindest eindeutig zucken müssen, als hätte er in den Falten seines grauen Gewands eine Waffe versteckt. Eine, die er nun hervorbringen wollte.

Daraufin hätte Jo, der Revolvermann, ziehen können ...

 

Zwölf Kugeln, die er verschießen konnte.

Zwölf Kugeln, dann würde er ein wenig Zeit brauchen, die Revolver neu zu laden.

Darauf konnte er Gift nehmen, daß sie ihm nicht dabei zusehen wollten, wie er seine Revolver in aller Seelenruhe nachlud.

Seelenruhig auf der Stelle an einem Standort rumzustehen, das war nicht. Weglaufen würde er müssen, seine Verfolger ihm auf den Fersen, während er eine leere Hülse rausholte, eine neue Patrone reinschob.

Viel zu viele, die ihm unverletzt hinterrannten. Ihn verfolgten.

Die Hauptstraße zurück würde laufen können.

Das war in Betracht zu ziehen. Zwölf Schuß, die hier nicht hinreichend waren. Denn der Gestalten Jo gegenüber, denen wurde immer mehr. Und noch mehr.

So viele konnte er nicht über den Haufen schießen.

Quer rüber über die gesamte Breite der Straße begannen sie sich zu verteilen. Ohne daß Jo, der Revolvermann, ganz genau sagen konnte, wo sie alle gerade herkamen. Nichtsdestotrotz standen sie Schulter an Schulter; ob weib- oder männlich in den verschiedensten Grautonfarben gekleidet. Passend zur grau eingefärbten Haut.

 

In Fingerspielen übte Jo, der Revolvermann, sich, bezeigte damit, daß jederzeit ziehen könnte.

Die Lage, in der er sich befand, stank Jo, den Revolvermann, an.

Über die weiterhin anwachsende Bevölkerung glotzte Jo, der Revolvermann, hinweg.

Ein anderes Völkchen als diese Gestalten aus dem Gruselkabinett brauchte kein Willy. Zu solchen, daß die Willys dazupaßten. Wie die Faust aufs Auge.

Der eine Willy der Willys, für Jo, den Revolvermann, das Allerletzte.

Die Willys, dieses oberfeige Pack.

 

Viel waren sie, und sie wurden weiterhin mehr und mehr, die, die wie teilnahmslos dastanden. Als wär irgendeine Traurigkeit an ihnen.

Was Jo, den Revolvermann, allerdings nicht verwunderte: Als ein gesichtsloser Hautkopf wäre er auch traurig gewesen.

Keiner der Jo, dem Revolvermann, Gegenüberstehenden präsentierte die Andeutung einer Bewaffnung. Keine Revolvergurte waren um die Hüften gebunden. Kein Gewehr fand sich sich in irgendeiner Hand oder war per Gurt über die Schulter geworfen.

Mit fahrigen Gesten hielt man im Angesichte Jo's, des Revolvermannes, insbesondere zurück. Als wüßte man nur zu gut drüber Bescheid, wie Jo, der Revolvermann, was auffassen konnte.

 

Jo, der Revolvermann, derjenige am Ort, der mit zwei Schießeisen bewaffnet war.

Einzig und alleine Jo, der Revolvermann, konnte hier rumballern. Das blieb für Jo festzuhalten. Seine Feststellung schlechthin.

Zweimal sechs Schüsse. Zweimal sechs Schüsse hatte er. Nach den abgegebenen Schüssen würde er sich dann herumwerfen und so schnell wie möglich rennen müssen. Bei den schweren Sporenstiefeln, die er an den Füßen anhatte.

Ein paar auf der Gegenseite, das bemerkte Jo, der Revolvermann, die trugen lediglich Indianermokassins.

Anscheinend, daß man sich keine festen Stiefel leisten konnte.

Vielleicht sollte Jo, der Revolvermann, zuerst auf die mit den Mokassins schießen.

 

Die Idee war in Jo, dem Revolvermann, nun doch weiterzugehen. Voran auszuschreiten. Nachzuschauen, ob ihm die Menge Platz machen würde.

Bloß, ob das so ein guter Einfall war?

Den Kopf schüttelte Jo, der Revolvermann.

Begab sich Jo, der Revolvermann, sich mittenrein zwischen das Volk. Gefangensetzen konnten sie Jo, den Revolvermann, sofort. Bei viel zu viele Hände, die nach Jo, dem Revolvermann, grapschen konnten. In einer Sekunde konnten sie ihm eventuell die Bewaffnung abgenommen haben.

Um was mit Jo, dem Revolvermann, zu tun, hielt man ihn fest im Griff?

Sicher erst mal auf Jo, den Revolvermann, einzudreschen.

Am Schluß hatte einer einen Strick, Jo, den Revolvermann, am nächstbesten Ort, vielleicht in der Schmiede aufzuknüpfen.

Hängen wollte Jo, der Revolvermann, denn doch nicht unbedingt. Zumindest nicht, solange er noch beide Hände frei hatte.

 

Der einzige Weg, der leutefrei blieb, war der zurück, konstatierte Jo, der sich blitzschnell am Absatz im Kreis herumgedreht hatte.

Als er die vielen wiedersah, schienen sie immer noch gleichweit von ihm entfernt. Obwohl sie schon wieder mehr schienen. Ein paar runde oder ovale Grauhautköpfe, die sich dazugesellt hatten.

Das war eine verfluchte Situation, empfand Jo, der Revolvermann, der unentschlossen dastand.

Die in ihrer grauhautfarbenen Gesichtslosigkeit standen ebenfalls lediglich rum. Obwohl sie längst viele genug waren, die beste Aufhängmeute zu sein.

Auf irgendein Zeichen, daß die Gesichtslosen möglicherweise warteten, auf Jo, den Revolvermann, loszustürzen.

Oder eventuell darauf, daß Jo, der Revolvermann, etwas unternahm. Sich herumwarf, ihnen die Hauptstraße zurück davonzulaufen versuchte.

Den ersten Schritt rückwärts wagte Jo, sich äußerst unwohl fühlend.

Bei der Menge tat sich erst mal nichts.

 

Die Lippen schürzte Jo, der Revolvermann, guckte dumm aus der Wäsche.

Er überschaute die unablässig anwachsende Masse gesichtsloser Grauhautköpfe in graufarbener Gewandung, einen grauen Stetson auf oder nicht.

Marga, die Barfrau, sah Jo unvermittelt, um mit dem Blinzeln anzufangen.

Nichts als eine Vorstellung vor seinem geistigen Auge war Marga. Marga, in einem roten Kleid mit ziemlich tiefem Auschnitt. Vollke, dralle Brüste, Marga.

Hatte aber nichts mit der Willy-Stadt-Wirklichkeit Jo's, des Revolvermannes, zu tun.

Marga, die, die in einem Pferdewagen zu dem einen Willy der Willys abgefahren war.

Marga, die den einen Willy der Willys plötzlich mit anderen Augen sah. Ganz anders wie früher.

Keine Ahnung hatte Jo, wie genau das bei Marga zuging, daß sie in dem einen Willy der Willys eine Wahl für sich wähnte

Daß die Besuche des einen Willys bei Marga solch Eindruck hinterlassen hatten? Marga, die Tänzerin, der Männer Blumensträuße mit kleinen Botschaften in die Garderobe schickten.

Den einen oder anderen Mann, den Marga in seinem Hotelgemach aufsuchte. Dort sich angenehm mit ihm zu unterhalten.

Viele, viele, die Marga, die Barfrau, kannte. Unter anderem auch Jo, den Revolvermann.

Und zu Jo, dem Revolvermann, hatte Marga gesagt, daß sie immer unverzüglich für ihn da sein würde. Wenn Jo in die Stadt kam, in das Hotel, in dem sie auf der Bühne tanzte, brauchte Jo bloß kurz nach ihr schicken lassen. Bei erster Gelegenheit würde sie rasch herbeikommen. Ohne viel Verzug wollte sie für Jo, den Revolvermann, da sein.

 

Nun jedoch war alles anders. Zu dem einen Willy der Willys war Marga in der Kutsche abgefahren. Ohne ein Wort einer Nachricht für Jo, den Revolvermann, zu hinterlassen.

Das hatte Jo, der Revolvermann, zu erfahren, daß Marga mir nichts, dir nichts nach einem Ort hinreiste, den dieser eine Willy der Willys ihr mitteilte. Seine Botschaft, dort, daß sie ihn finden würde, sie, Marga.

All ihr Gepäck hatte Marga nach dorthin mitgenommen. Als wolle sie nie wieder dorthin zurückkehren, wo sie vorher immer gewohnt hatte.

Nur eins schien Marga dabei entgangen zu sein: daß Jo, der Revolvermann, erwartete, sie dort zu treffen, wo er sie immer traf. In dem einen, bestimmten Hotel. Dem in dem sie tanzte, reisende Gäste hofierte, die Bardame spielte.

Für gewöhnlich, daß Jo, der Revolvermann, sobald er nach einem anstrengenden Ritt in die Stadt kam, in das eine Hotel, sofort Marga sehen wollte.

Das, was Marga, die Barfrau, tat, zu dem einen Willy der Willys abzufahren, das unternahm sie, obwohl er Jo, der Revolvermann, war. Jo, der Revolvermann, der schneller ziehen konnte als manche schauen.

Meistens, daß Jo, der Revolvermann, das traf, auf das er zielte.

 

Seine beiden Revolver zog Jo, der Revolvermann, halb aus den Holstern. Um innezuhalten. Sie zurückzuschieben.

Die vielen gesichtslosen grauhäutigen Kugel- und Ovalköpfe waren in Bewegung geraten. Eine Sekunde wie auf ein unsichtbares Kommando gegenüber Jo, dem Revolvermann, zurückgewichen.

Erst mal, daß Jo, der Revolvermann, sie weiter enttäuschte. Nicht einen Schuß verballerte er.

Wegen dem einen Willy war Jo, der Revolvermann, nun höchstpersönlich in die namenlose Stadt der Willys gekommen. Nicht wegen irgendwelchen Gesindels. Nicht wegen ihnen.

Diesen Willy der Willys zu erledigen, ein für allemal, das wäre es denn für Jo, den Revolvermann, gewesen.

Zeigen sollte sich dieser Willy bald mal, fand Jo. Seine Linke schwang Jo, der Revolvermann, zeigte mit dem Finger zu dem Schild Willys Welcome hinauf.

Eventuell, daß man die unzweideutige Geste verstehen konnte, war man ohne Augen in der Lage zu sehen. Mitzukriegen, ob Jo, der Revolvermann, seine Sechsschüsser zog oder nicht.

 

Die Feststellung wiederholte sich: kein einziger Willy weit und breit.

Seltsam, wie das zuging. Daß das neuerdings bei Marga, der Barfrau, Eindruck machte, wenn einer feige war. Feige wie ein Willy.

Feige, daß keiner herauskommen wollte, aus dem Loch, in das er sich hineinverkrochen hatte. Es war doch klar, was Jo, der Revolvermann, wollte: mindestens einen Willy. Wenn nicht den einen Willy der Willys.

Noch viel besser: den einen Willy der Willys. Oder sie, Marga, die untreu geworden war.

Besser doch, der Willy der Willys, der stellte sich der Situation. Baute sich mit Revolvern Jo gegenüber auf. Verhielt sich wie ein Mann, nicht wie ein Willy.

Dann wußte jeder innerhalb eines kleinen Weilchens jeder Bescheid.

Wäre doch besser für diesen Willy, noch größeren Eindruck bei der Barfrau Marga zu schinden, erledigte er Jo, den Revolvermann. Oder nicht?

Das letztemal hatte der eine Willy zwar auf Jo, den Revolvermann, geschossen. Nicht allzu fein von ihm. Trotzdem, so außer Gefecht gesetzt hatte die Willy-Gemeinheit Jo, den Revolvermann, nicht. Jo, dem Revolvermann, hatte es nicht den Garaus gemacht.

 

Jo, der Revolvermann, er wartete rum. Ohne daß einer der Willys sich zeigte.

Einer weiter immer größer werdenden Meute an gesichtslosen Leuten gegenüber, daß sich Jo, der Revolvermann, gegenüberbefand. Schrecklichen grauhäutigen Kugel- und Ovalköpfen auf viel zu langen Hälsen.

Keiner der Willys, der den Wunsch hatte, dazuzukommen, aufzutauchen. Sich Jo, dem Revolvermann, gegenüberzusehen.

Der eine Willy der Willy ließ sich am liebsten schon gar nicht blicken. Trotz der Ankunft Jo's, des Revolvermannes, mitten in der Stadt der Willys.

 

Die vielen, diese Masse an Gestalten. Größer, kleiner, männliches, weibliches Kostüm. Allesamt harrten sie in Sicherheitsabstand Jo, dem Revolvermann, gegenüber aus.

Jo, der Revolvermann, der knappe zwölf Schuß hatte. Zwölfmal konnte Jo, der Revolvermann, schießen. Einen Leib treffen.

Die Rechte Jo's, des Revolvermannes, zuckte Richtung des Revolvergriffs.

Die erste, zweite, dritte Reihe der Dastehenden, allesamt, daß sie zusammenzuckten. Zurückzutreten versuchten. Um nicht recht fortzukönnen. Weil die noch weiter hinten aufhielten.

Nach der Seite linker Hand sprang Jo, der Revolvermann. Mußte für alle eine Überraschung sein. Die kleine Reststrecke sprintete Jo, der Revolvermann, so geschwind, wie er konnte.

Die fünf hölzernen Lattenstufen des Aufgangs zu Willys Welcome hüpfte Jo, der Revolvermann, in einem Satz hinauf. Wie erhofft, entdeckte er sich oben auf der leeren Schreitfläche.

 

Schwingflügel wie die üblicherweise in einen Saloon hinein blickte Jo voraus.

Jo, der Revolvermann, hielt sich mit nichts lange auf, eilte voran.

Die Flügel schwang er mit den Händen eilig zur Seite, guckte sich um.

In einer geräumigen Vor- und gleichzeitig Gästehalle von dem, das Willys Welcome in schwarzer Schrift droben auf dem Schild am Vorbau geschrieben stehen hatte, befand sich Jo, der Revolvermann. Rechter Hand jede Menge Rundtische, mit drumherum plazierten Stühlen. Auf denen niemand dahockte.

Weit und breit kein Willy. Von den anderen Kreaturen, die hinter Jo, dem Revolvermann, herkommen mochte, jedoch auch glücklicherweise nichts und niemand.

Zu erlauschen war von etwaigen Verfolgern nichts. Keine Laufschritte auf Holzplanken oder so nirgends.

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