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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 4.5

4. Februar 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Nichts regte sich. Platz wurde nicht gemacht.

Jo, der Revolvermann, er hatte zwölf Schuß. Je sechs Patronen in seinen Revolvern links und rechts in ihren Holstern.

Bei der Menge, die sich ihm gegenüber befand, war das nicht viel.

Rasend würde er feuern müssen, jeweils mit den Daumen seiner Rechten und Linken die Revolverhähne zurückziehen und auf den Abzug drücken.

So oft, wie irgend möglich.

Jo, der Revolvermann, starrte. SIE, sie wollten den Willys doch nicht die Arbeit abnehmen, oder? Letzte Sachen für die dreckigen Willys riskieren?

 

Alles zu überblickende Willy-Stadt-Gesindel Ausgaben jenes einen gesichtslosen Pöbels, der Jo, dem Revolvermann, aus Pain City bekannt war. Solche, die aussahen, wie lebendig gewordene Kleiderpuppen aus einem Kramerladen.

Seltsame Kreaturen, wie sie von Haus aus ausgezeichnet zu dem ganzen Rest des Willy-Packs dazupaßten. In dieser Pain Way geheißenen Glücksspielerstadt ebenso wie in Pain City.

Kugel- und Ovalkopfformen Darunter: immer ein viel zu lange hautfarbener lederartiger Hals.

In Pain City, daß SIE zwar ein klein wenig anders ausgesehen hatten ... Trotzdem war SIE dieselben, oder?

 

Eigentlich war das, diese zu begucken, etwas, Angst zu kriegen.

Langsam wich Jo, der Revolvermann, Schritt um Schritt zurück. Um Zeit zu gewinnen, sollte er dann mit dem Schießen beginnen müssen. Schließlich wollte er jede Kugel verschießen, sich nicht eine einzige sparen.

Ob Mann oder als Frau kostümiert, wirkten sich in Grau oder Schwarz wie anständige Bürgersleute. Auch wenn überall die üblichen Merkmale eines menschlichen Gesichts fehlten

Nase, Mund, Augen, -brauen, Ohren - nichts dergleichen war erkennbar vorhanden.

Nirgendwo Haare am Kugel- oder Eierkopf, verbarg kein Stetson den Schädel.

Etwas wie ein Bart sprießte gleichfalls niemandem.

 

Liebend gerne hätte Jo, der Revolvermann, seine beiden Sechsschüsser herausgerissen, zu ballern angefangen.

Allerdings hätte auf welche geschossen, von denen niemand Anstalten machte, nach seiner Waffe zu greifen.. 

Irgendwie hatte Jo, der Revolvermann, aller Schießwütigkeit zum Trotz, nicht das Gefühl, mir nichts, dir nichts drauflos schießen zu dürfen.

Es blieb dabei: Damit mit der Schießerei begonnen werden konnte, mußten sie mehr unternahmen, als bloß seltsam aussehend rumzustehen. Und Jo, dem Revolvermann, den Weg zu versperren.

 

Das Aussehen der kugel- und ovalköpfigen nasen-, mund-, augen-, ohrlosen Gestalten in Anzügen und Frauenkostümen war für das Grauen. Allesamt wären sie gut dafür gewesen, mittenrein in sie zu schießen. Nur, dafür hätte Jo, der Revolvermann, mehrere Winchester dabeihaben müssen. Das hatte er nicht, weil er gedacht hatte, seine zwei Revolver in ihren Holstern würden ihm reichen. Wenn er den Willy der Willys zu einem Duell herausforderte.

So blieb das der Sachverhalt, es waren viel zu viele. Wobei das Patt anscheinend darin bestand, daß Jo, der Revolvermann, weiter keine einzige seiner Kugeln verschossen hatte.

Nur - wie sollte das jetzt weitergehen?

Jo, der Revolvermann, hatte sich zu entscheiden, voranzulatschen, mitten hinein in die Meute. Oder er erwählte für sich die Umkehr. Hinaus aus Pain Way, dieser Willy-Stadt, in der sich zu vieles für ihn in die falsche Richtung entwickelte.

Langsam mußte Jo, der Revolvermann, wirklich zu etwas entschließen.

 

Zwölf Kugeln, die er verschießen konnte. Läppische zwölf Kugeln.

Zwölf verschossene Kugeln, dann würde er ein wenig Zeit brauchen, die beiden Revolver einen nach dem anderen neu zu laden.

Die Gelegenheit, seelenruhig frische Patronen in die Revolvertrommen reinzuschieben, die würde er nicht haben.

Darauf konnte er Gift nehmen: Zusehen würde die Menge ihm nicht, beim Nachladen seiner Revolver .

 

Bisher war er nur rumgestanden, wie DIE rumstanden.

Abgewandt hatte er sich nur ein Momentchen von IHNEN.

Sich wirklich darangemacht, fortzugehen, das hatte er noch gar nicht.

Nicht die geringste Ahnung hatte er, wie SIE das aufnehmen würden, daß Jo, der Revolvermann, beabsichtigete, sich von dannen zu machen.

Was geschah, wenn er ihnen den Rücken zudrehte und fortging?

Wäre es nicht besser, sofort sich herumzwerfen und loszurennen?

Lief er weg, hatte er zahllos Verfolger auf den Fersen.

Vielleicht, konnte er entkommen, wenn er die Trommel eines seiner Revolver hinter sich leerschoß. Vielleicht konnte er im Laufschritt die leeren Hülsen aus der Revolvertrommel herausschütteln, neue Patronen reinschieben.

 

Viel zu viele, die ihm unverletzt hinterhergerannt kamen.

Die Hauptstraße zurück er ein Stückweit laufen können. Dann hatten SIE ihn.

In Fingerspielen übte Jo, der Revolvermann, sich, hielt die die Hände in Holsternähe, bezeigte, daß er bereit war, jederzeit zu ziehen.

Die Lage, in der er sich befand, stank Jo, den Revolvermann, an. Hinunter auf den Straßenboden deutete er nochmals, auf das Wort Willy, das im Staub geschrieben stand.

 

Über die weiterhin anwachsende Bevölkerung glotzte Jo, der Revolvermann, hinweg. Hoffte, daß man in seinen Augen nicht so viel von der Verzweiflung lesen konnte, die ihn langsam heimzusuchen begann.

Die, die ihm den Weg versperrten, ihrer waren einfach viel zu viele, und sie schienen mehr und mehr werden zu wollen. War doch echt nicht möglich, daß die Willy-Stadt Pain Way solch eine Menge an Stadtbwohnern hatte. Jeder Großstadt im Osten machte Pain Way Ehre.

Obwohl, Ehre ... Was hieß in einer Willy-Stadt Ehre?

Ein anderes Völkchen als dieses Volk aus dem Gruselkabinett brauchte kein Willy. Willy-Leute waren SIE. Zu solchen, daß die Willys ausgezeichnet dazupaßten. Wie die Faust aufs Auge.

Der eine Willy der Willys, für Jo, den Revolvermann, war der das Allerletzte.

Die Willys, dieses oberfeige Pack. Typisch, daß die andere vorschickten, statt sich ihrem Schicksal zu stellen, Jo, dem Revolvermann, gegenüberzutreten.

 

 

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