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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 5.4

16. Februar 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Die verschieden großen Holzschuppen waren hölzern fahl grau. Der mittlere größere, die kleineren zu beiden Seiten drangebaut.

Neuerlich ließ Jo, der Revolvermann, seine Hände nach seinen zwei Sechsschüssern zucken. Ohne tatsächlich zu ziehen.

Herab duckten sich die traurigen gesichtslosen Gestalten ein Stückweit, in Erwartung der Bleikugeln. Als würde das Getue etwas nützen, hätte Jo, der Revolvermann, wirklich gezogen und zu schießen angefangen.

Das beobachtete Jo, der Revolvermann, wie der erste sich wieder entspannte, weil er merkte, daß Jo, der Revolvermann, seine Schießeisen stecken ließ. Zu voller Größe aufgerichtet, daß man sich hinstellte. Jedoch sonst nicht von der Stelle kam.

 

Der große mittlere und die beiden kleinen Schuppenaufbauten, sie wirkten plötzlich nur noch schäbig, grobklotzig zusammengezimmert, konstatierte Jo, der Revolvermann.

Jo, der Revolvermann, ballte seine Finger zur Faust, öffnete sie wieder

Im Grunde mußte es jenen in Männerkleid oder Frauengewandung mit wirklich erkennbaren Brusthügeln ein Begriff sein, daß Jo, der Revolvermann, keinen besonderen Plan hatte. An sich nicht wußte, wie er sich weiter verhalten sollte.

Ballerei wollte Jo, dem Revolvermann, einfach nicht das Rechte scheinen. Das Geschieße, das war das letzte Mittel. Das, das ihm am Schluß blieb.

 

Schwer zu sagen, was mit Jo, dem Revolvermann, los war. So unentschieden war er selten.

Er war dann und wann auch schon einer Meute gegenübergestanden, um einfach drauflos auf sie zuzulatschen.

Da hatte er allerdings einen umgelegt gehabt, und die vielen, die standen unter dem Eindruck von der vielgeübten Schnelligkeit Jo's, des Revolvermanns. Wie blitzartig es die Geschichte war, für den anderen, der sich breitbeinig Jo, dem Revolvermann, gegenüber aufgestellt hatte.

Allerdings waren das gewöhnliche Menschen, normale Spießbürger. Bewohner eines Städtchens, die einen Sheriff gebraucht hätten, der sich vordrängte und sich bei dem mit Jo, dem Revolvermann, einmischte.

So beherrschte Jo, der Revolvermann, den Augenblick. kühl auf sie zumarschierend. Kaltblütig. Ohne irgendwas anerkennend. Erst trat der eine beiseite, dann der andere, schaute zu, möglichst der unmittelbaren Nähe Jo's, des Revolvermannes, zu entkommen.

Während das bei den Kugel- und Ovalköpfigen etwas anderes war. Nicht so wirkte, als könnte Jo, der Revolvermann, bei ihnen auf irgendwas ihm von früher her Bekanntes vertrauen.

 

Wie angewurzelt, daß Jo, der Revolvermann, auf der Stelle rumstand.

Jo, der Revolvermann, regte sich nicht. Die Kugel- oder Ovalköpfigen harrten regungslos aus.

Zumindestens beabsichtigte weiter keiner, den Anfang zu machen und auf Jo, den Revolvermann, loszumachen.

Näher an Jo, den Revolvermann, heranzukommen, dem Rest damit seine eigene Furchtlosigkeit bezeigte, seinen Mut. Damit war es auch kein kleines bißchen was.

Wiewohl, doch eine Hingabe für die Willys. Die Kugel- und Ovalköpfigen, die am Platz geradezu für die Willys einstanden. Jene Willys, die im Grunde über die Stadt Pain Way geboten. Pain Way war eine Willy-Stadt.

Schwer zu sagen, wie die Willys diese Gestalten behandelten. Wie der letzte Dreck? Trotzdem waren sie es, die dastanden, verweilten. Für die Willys. Kugel- und Ovalköpfige, die aussahen, als würden sie sich regelmäßig im Staub der Straße wälzen.

 

Willy, das war für Jo, den Revolvermann, das Stichwort. Er hatte ein Willys Welcome im Rücken. Aus dem Willys Welcome war er auf den freien Platz herausgetreten. In das Willys Welcome konnte er immer noch wieder zurück.

Wenn er sich auf den Stiefelabsätzen herumwarf, zur Hintertür hinsprang, war er schneller wieder drinnen, als die vielen Kugel- und Ovalköpfigen herankommen konnten.

Drinnen brauchte er nur die Tür hinter sich zuwerfen, dann waren die Kugel- und Ovalköpfigen erst mal ausgesperrt. Und am Flur des Willys Welcome konnten sich nicht so viele Jo, dem Revolvermann, gegenüber aufstellen. Schoß Jo, der Revolvermann, sich kurz den Weg frei, riß dem ersten der Rumliegenden den Revolver aus dem Holster und feuerte weiter. Dann, war der Weg frei, eilte er Flurgang hoch, um durch die Tür in den Schankraum des Willys Welcome zurückzukehren.

 

Vielleicht hatte er mit den Treppenstufen in die höheren Stockwerke hoch mehr Glück.

Oben im Willys Welcome waren überall Fenster.

Vielleicht konnte Jo, der Revolvermann, durch eines der Fenster im ersten, zweiten Obergeschoß hinaussteigen und zu einem`der seitlichen Nachbargebäude hinüberklettern. Entweder drüben hinein durch ein Fenster, um die Flucht durch Zimmerfluchten, über Flurgänge fortzusetzen.

Oder es war der Giebel eine Möglichkeit, sich die Fassade hinaufzuhangeln. Konnte er droben angelangen, war dort gut, sich entlangzubalancieren. Von Dach zu Dach, bis er es wo nicht zu weit hinab hatte, auf die Hauptstraße hinunterspringen konnte. Um davonzurennen. Nur noch auf und davon.

 

Alles hätte Jo, der Revolvermann, mittlerweile dafür gegeben, aus der Willy-Stadt Pain Way entkommen zu sein. Aus dieser Stadt der Willys, in der ihm alles bis zum Rand anstank.

Und das, ohne auch nur ein einzige Begegnung mit einem Willy gehabt zu haben. Kein Willy ließ sich blicken. Der Willy der Willys schon gar nicht. Ebensowenig wie Marga, die Barfrau. Nicht die Nasenspitze hatte Jo, der Revolvermann, von Marga, der Barfrau, gesehen.

Als sich Jo, der Revolvermann, überraschend herumwarf, er die Hintertüre hinein in das Willys Welcome ins Auge faßte, klang ein ganz unzweideutiges Geräusch von der Hintertür her auf. Nichts daran war mißzuverstehen: Irgendwer war drinnen an der Tür zugange, hatte den Schlüssel im Schloß gedreht.

Für Jo, der Revolveramnn, war die Hintertür des Willys Welcome abgesperrt.

 

Jemand, der die Geschehnisse am Hinterhof und Jo, den Revolvermann, im Blick hatte, hatte sofort drinnen zugeschlossen, kaum daß Jo, der Revolvermann, Anstalten machte, sich zurück ins Willys Welcome begeben zu wollen.

Keine Fenster hatte die hintere Fassade, hielt Jo, der Revolvermann, für sich fest, als er hochstarrte.

Wahrscheinlich löste das Rätsel dieses und jenes Holzauge in den genagelten Bretten der Rückwand. Darunter konnte gut ein Guckloch. Irgendwie war innerhalb irgendwem ein Zeichen gegeben worden, augenblicklich zuzusperren.

Wenn Jo, der Revolvermann, ins Gebäudeinnere zurück wollte, dann würde er das Türschloß entzwei schießen müssen. Etwas, das Jo, dem Revolvermann, die eine oder andere Kugel kostete.

 

 

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