1. Teil: 5.5
Jo, der Revolvermann, hatte sich blitzartig herumgedreht, beide Revolver aus den Lederholstern links und rechts an seinen Hüften herausgerissen.
Jo, der Revolvermann, zielte auf die vielen Kugel- und Ovalköpfigen. Die reglos verharrten, als hätte kein einziger von ihnen die Gelegenheit nutzen wollen, sich auf Jo, den Revolvermann, zu stürzen, nachdem Jo, der Revolvermann, ihnen die Rückansicht zukehrte.
Jo, der Revolvermann, schwang den Sechsschüsser in seiner Linken nach links, den in seiner Rechten nach rechts und zurück.
Alles war dasselbe wie vorher. Bloß, daß sie, anders wie zuvor, nicht einmal kurz zurückzucken wollten, obwohl Jo, der Revolvermann, mit beiden Revolvern auf sie zielte.
Schießen hätte Jo, der Revolvermann, doch können; die Revolvertrommeln in sie hinein leerschießen.
Trotzdem harrten sie stoisch den Dingen.
Auch, als Jo, der Revolvermann, die Revolverhähne zurückrasten ließ, danach die Revolver in ihre ledernen Holster zurückschob, blieben sie unbewegt.
Es war nicht zu verstehen: Keiner der Gegenseite, der die Gelegenheit für irgendwas nutzen hätte wollen. Obwohl Jo, der Revolvermann, sich ihnen von hinten präsentierte.
Beinahe viel zu lange.
Überwältigen hätten sie Jo, den Revolvermann, zwischendurch gekonnte, hätten sie sich nur zu irgendwas entscheiden können.
Einzig und alleine, es hatte sich nichts ereignet.
Jetzt stand Jo, der Revolvermann, aufs neue breitbeinig rum, hatte weiterhin keine einzige Kugel verschossen. Gar nichts hatte sich abgespielt; nichts spielte sich ab.
War es wirklich das, was Jo, den Revolvermann, vor seinem Schicksal bewahrte? Das, daß keiner der gesichtslosen Kugel- und Ovalköpfigen mit viel zu langem Hals unter den ersten sein wollte, den eine Revolverkugel Jo's, des Revolvermannes, erwischte?
Hinten hatte Jo, der Revolvermann, jedoch keine Augen.
Hätte einer der nächststehenden Lederhautköpfe heranhüpfen wollen, er hätte vielleicht ganz dicht an Jo, den Revolvermann, herankommen können. Und wären ein paar weitere die nicht allzu weite Strecke mitgesprungen, vielleicht, daß Jo, der Revolvermann, zwei, drei getroffen hätte. Aber der Rest der vielen, der hätte Jo, den Revolvermann, gehabt, Jo, den Revolvermann, entwaffnen und niederwerfen können.
Jetzt hatte Jo, der Revolvermann, weiter seine zwölf Schuß.
Die eingestäubten Kugel- oder Ovalköpfe in grauen, schwarzen Männeranzügen oder im Frauenkostüm mit den entsprechenden Andeutungen von Oberweite, die waren am Ausharren.
Ihre Pficht und Schuldigkeit taten sie allesamt, für die verkommenen Willys. An der Willys Statt.
Jo, der Revolvermann, am Ende hatte er einen Ruf. Den, schnell zu ziehen, alles mit seinen Schüssen zu treffen, worauf er zielte.
Zwölfmal innerhalb kürzester Zeit zu feuern, dazu war Jo, der Revolvermann, imstande.
Zwölf, die am Ende am staubigen Erdboden rumliegen mochten. Das hieß, so mußte es sein, daß die Getroffenen denn tatsächlich reglos im Dreck rumlagen, wenn sie die Bleikugeln Jo's, des Revolvermannes, zu fürchten hatten.
Mit dem Mund formte Jo, der Revolvermann, ein Wort: Willy.
Den Zeigefinger hob Jo, der Revolvermann, deutete dann mit der Fingerspitze Richtung Boden.
Nachdem alle unbewegt blieben, beugte Jo, der Revolvermann, sich hinunter, schrieb das Wort Willy in den Staub, die einzelnen Buchstaben umgedreht, daß die der Menge sie sicher lesen konnte.
Nichts änderte sich daraufhin, wie sich schon auf der Hauptstraße nichts geändert hatte, obwohl Jo, der Revolvermann, da ebenfalls nach einen der Willys verlangt hatte.
Eine abfällige Handbewegung Jo's, des Revolvermannes, die den Rumstehenden bedeuten sollte, daß er alle für das Letzte hielt.
Einem Willy zu dienen, das war auch das Allerletzte. Ausgespuckt wurde von Jo, dem Revolvermann.
Den Revolver im Lederholster an seiner rechten Hüfte riß Jo, der Revolvermann, blitzschnell aus dem Holster.
Daß es nicht mißzuverstehen war, richtete Jo den Revolverlauf auf das Wort Willy.
Einen Schuß deutete Jo, der Revolvermann, an, hob den Revolverlauf vor die Lippen, blies nicht vorhandenen Rauch von der Fingerspitze fort.
Seinen bestiefelten Fuß schwang Jo, der Revolvermann, hinweggewischt war das Wörtchen Willy schlagartig wieder.
Der Unterbelichteste mußte das verstehen, was Jo, der Revolvermann, den Sechsschüsser in den Fingern seiner Rechten, meinte.
Und Jo, der Revolvermann, war sich dessen auch sicher, daß die im Halbkreis jede Einzelheit haargenau mitkriegten. Was sich bei bei Jo abspielte, hatten sie ziemlich gut in der Wahrnehmung. Obwohl sie nicht mal mit Knopfaugen versehen waren, wie sonst so eine Kinderpuppe.
Am Stiefelabsatz schwang Jo, der Revolvermann, sich herum. Er beugte sich herunter, schrieb die Worte Willy+Marga mit dem Revolvergriff in den Staub.
Daraufhin wandte Jo, der Revolvermann, sich seelenruhig wieder um, richtete den Revolverlauf auf einen seitlich dastehenden Ovalköpfigen, zeigte dann mit dem Finger auf sich selber und auf das Lesbare am Staubboden. Willy+Marga.
Vielleicht wollte da einer sich aufmachen, mal was unternehmen. Beispielsweise da, den Willy der Willys herbeizuholen. Und, wenn irgend möglich, Marga, die Barfrau.