Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

1. Teil: 5.6

21. Februar 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Es blieb für Jo, den Revolvermann, dabei, daß sich im Umkreis nichts abspielte.

Rein gar nichts.

Die Kugel- oder Ovalköpfigen, die standen in ihren schwarzen, grauen Kleidern rum. Selbst wenn Jo, der Revolvermann, auf Willy+Marga, das in den Staub Gekritzelte, hinabzeigte, änderte das an allem nichts.

 

Es gab dabei vor allem ein Problem: daß keine der befremdlichen Gestalten sich mal aufzumachte, einen der Willys herbeizuschaffen. Oder den Willy der Willys persönlich. Marga, die Barfrau, die hätte der eine Willy sofort mitbringen können.

War doch nichts dabei, ereignete sich ohne größere Umstände alles in einem Aufwasch.

Statt dessen wurde für die feigen Willys Mut präsentiert. Im Angesicht von Jo, dem Revolvermann.

Entscheiden hätte sich augenblicklich was können, wäre ein Willy herbeigekommen. Oder hätte man ihn herbeigeholt.

 

Es wurde fast so getan, als hätte ein Willy sich waffenlos Jo, dem Revolvermann, gegenüber hinstellen müssen. Dabei war es Jo, dem Revolvermann, vollkommen gleichgültig, wie viele Revolver, Gewehre ein Willy anschleppte. Mit sich führte, wenn er vor Jo, den Revolvermann, hintrat.

War doch gut für Jo, dem Revolvermann, meinte ein Willy, schwer bewaffnet, wie er war, Jo, den Revolvermann, fertigmachen zu können. Ereignete sich endlich mal was, das Jo, dem Revolvermann, in den Kram paßte, hatte ein Willy Bewaffnung.

Hätte ein Willy oder der Willy der Willys sich dafür entschieden, endlich in der Willy-Stadt Pain Way durchzuregieren, dafür auch noch Marga, die Barfrau, mit herbeigebracht, hätte alle Welt in Pain Way sofort anders ausgesehen.

 

Kaum, daß Jo, der Revolvermann, den rechten Revolver in sein Lederholster zurückgeschoben hatte, riß Jo, der Revolvermann, die Waffe erneut aus dem Holser. Wild fuchtetlte er mit dem Lauf Richtung Erdboden herurum. Zeigte unvermißständlich auf den Schriftzug Willy+Marga. Deutete an, in nächster Zeit mal mit dem Schießen zu beginnen, wenn sich nicht bald was abspielte.

All das unternahm Jo, der Revolvermann, um nichts als die traute Regungslosigkeit zu erfahren.

Gleichmütige Ruhe beherrschte die Örtlichkeit. Nicht mal der kleinste Windhauch belebte die erstorbene Szene.

 

Jo, der Revolvermann, spürte Zorn in sich kochen.

Er beschwor sich, nicht durchzudrehen. Trotz allem noch ein bißchen hinzuwarten. Es mußte doch noch mal was anderes bei den vielen passieren. Damit auch sie sich von der Örtlichkeit hinfortbegeben konnten. Ohne von Jo, dem Revolvermanns, und seinen Schießeisen bedroht zu werden. 

Zwölfmal konnte Jo, der Revolvermann, mit seinen Kugeln einfach jeden treffen.

 

Das war denn kein Zustand für Jo, dem Revolvermann, Nicht begreifen konnte er, daß er herumstand und herumstand, ansonsten sich zu nichts entschließen konnte. Zu nichts, als den Sechsschüsser in sein Holster an der rechten Hüfte zurückzuschieben.

Blitzartig riß Jo, der Revolvermann, seine beiden Sechsschüssern aus ihren Hüftholstern, starrte drohend ins Rund.

Von rechts nach links ließ Jo, der Revolvermann, die Revolverläufe von einer lebendig gewordenen Kramerladenanziehpuppe zur andern wandern. Stetson auf oder nicht. Im grauen oder schwarzen Anzug oder Damenkostüm.

 

Da war etwas gewesen, daß Jo, der Revolvermann, beinahe das erstemal geschossen hätte.

Bloß war der Druckpunkt am Abzug denn doch nicht erreicht. Obwohl der rechte Finger gezuckt hatte.

Schuß fiel keiner.

Was war das? Jo, der Revolvermann, verstand es nicht. Das, was er erlauscht hatte hatte wie ein Seufzen geklungen. War was Ähnliches wie ein sehr trauriger Seufzer.

 

Nur - woher? Wer seufzte denn hier? Die Kugel- und Ovalköpfe, ihre hautfarbene Lederhautart präsentierte keine Münder, Nasen, Augen, Augenbrauen. An den Kugel- und Ovalformen waren Ohren oder Haare nicht mal aufgezeichnet angedeutet.

Spontan hatte Jo, der Revolvermann, den Lauf des Revolvers in seiner Linken auf einen Ovalköpfigen ohne Hut gerichtet. Als vermute er, daß diejenige Gestalt es war, von der das Geseufze hergekommen war.

Die Gestalt in einem dunkelgrauen verstaubten Anzug und schwarzledernen Stiefeln war scheinbar unbewaffnet. Nichtsdestotrotz wirkte sie seltsam wichtig.. Geradezu, als müßte dieser Ovalköpfige Jo, dem Revolvermann, irgendwas zu bedeuten haben.

 

Das konstatierte Jo, der Revolvermann, daß der gesichtslose Ovalköpfige irgendwas in der Lederhandschuhfaust hielt.

Ein fingerdickes strohfarbenes Stück Seil war das, erkannte Jo, der Revolvermann. Aus Hüfthöhe, daß das Seil bei dem Ovalkopf auf die Staubbodenfläche herunterfiel.

Seine Augen ließ Jo, der Revolvermann, an dem Strick entlang laufen. Richtung großer Holzschuppen verlief das Seil, ran an die Holzwand zur Dachrinne hinauf, wo sich der Hanf unter weißfarbenen Leinenstoff verlor.

Körniges schwarzes Teertuch war als Regenschutz auf die Holzlatten des Dachs des großen Schuppens genagelt.

Schwer, für Jo, den Revolvermann, das, sich vorzustellen, daß es an dem Ort mal regnete. Daß es über der Willy-Stadt Pain Way mal aus einer Regenwolke herausregnete.

 

Der eine der Ovalköpfe hatte nicht die geringste Angst davor, daß Jo, der Revolvermann, drauflosballern könnte. Herum drehte der Anzugträger sich, zog kräftig an dem Seil, schwang es über Handschuhhand und den Oberarm.

Jo, der Revolvermann, sparte sich tatsächlich den Schuß. Feuerte nicht drauflos, glotzte lediglich doof aus der Wäsche.

Das weiße Leinen fiel nach einem alles beschließenden Armzug auf die Staubbodenfläche beim großen Holzschuppenbau herab.

Jetzt, daß Jo, der Revolvermann, das mitkriegte, daß nahe der Dachrinne des größeren Holzschuppengebäudes ein im Grundton schwarzfarbenes Holzschild angebracht war. Ziemlich lang, das Schild.

 

Fassen wollte Jo, der Revolvermann es nicht,  was er oberhalb las.

Schwarzer Hintergrund, weiße Schrift.

Was es in weißen Großbuchstaben zu lesen gab, war das Wort Totenwacht.

Totenwacht?

Was Totenwacht? Wer sollte tot sein? Über wessen Totenruhe wurde hier gewacht?

 

Jo, der Revolvermann, steckte seine beiden Sechsschüsser in ihre Holster zurück.

Begreiflich war ihm das am Holzschild droben am großen Schuppen nicht. Mit Jo, dem Revolvermann, konnte es nicht viel zu schaffen haben. Jo, der Revolvermann, fühlte sich lebendig. Außerdem hatte er noch nicht einen einzigen Schuß abgegeben, nicht einmal seine Revolver sprechen lassen.

Gewöhnlich hielten Stadtbewohner wo dann eine Totenwacht ab, wenn Jo, der Revolvermann, nachdem Jo, der Revolvermann, aus ihrer Stadt fortgeritten war.

Das war Jo, dem Revolvermann, tatsächlich noch nicht begegnet, daß er wo hinkam und eine Totenwacht gehalten wurde. Und er war für die Totenwacht nicht verantwortlich.

Eine Totenwacht, ohne daß Jo, der Revolvermann, jemand eine Kugel zwischen die Augen verpaßt hatte.

 

Eine Totenwacht sollte das sein, was die Kugel- und Ovalköpfigen hier abhielten? Eine stille Totenwache. Ein Ausdruck von Trauer. 

Nahe des Willys Welcome, das die Kugel- und Ovalköpfigen, in grauen, scharzen Männerkleid oder Frauenkostüm, das Ableben von irgend jemandem betrauerten. Mit dem Jo, der Revolvermann, nicht bekannt war.

Als würde die Trauer schuld daran sein, daß sich so viele an einem Ort versammelten. Weil sie einem Verstorbenem die letzte Ruhe zu erweisen?

Wer war tot? Ein Willy? War ein Willy irgendwie ums Leben gekommen?

 

Bloß, woran hätte Jo, dem Revolvermann, das erkennen sollen, daß in der Umgebung des einen Willys Welcome getrauert wurde? Auf ihn wirkten die gesamten Geschehnisse eher bedrohlich. Ihm gegenüber, daß viele Kugel- oder Ovalköpfe lauerten.

Hätte Jo, der Revolvermann, unbedachtereweise die Trommeln seiner Revolver leergeschossen, gewiß, daß die der Menge, die keine Kugel erwischt hatte, angestürmt gekommen wäre, Jo, den Revolvermann, anzupacken. Ihn in die Mangel zu nehmen,zu überwältigen.

Vor seinem geistigen Auge sah Jo, der Revolvermann, sich aufgeknüpft. Von einem dicken hohen Ast herabbaumeln. Ein anderes Geschehen war für ihn wirklich nicht zu vermuten.

 

 

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post