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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 7.2

28. März 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Das nächstemal, daß Jo, der Revolvermann, sich der vielen langhalsigen Kugel- und Ovalkopfgestalten entsann. Diejenigen, die wirkten wie irgendwie beseelte Kleiderpuppen, wie sie des öfteren in Kramerläden herumstanden.

Bloß, das hier die beiden Beine nicht fehlten, alle Schuhe an den Füßen anhatten

In einer langgezogenen Reihe, daß sie Jo, dem Revolvermann, gegenüberstanden. Reglos. Monster auf der Lauer.

Wünschte Jo, der Revolvermann, sich zwischen ihnen hindurchzudrängeln, um von der Örtlichkeit zu verschwinden, daß Jo, der Revolvermann, sich sicher war, daß es augenblicklich mit der Reglosigkeit vorbei sein würde. Desgleichen konnte geschehen, wenn er seine Revolverkugeln zu verschwenden anfing.

 

Alle in den grauen, schwarzen Männeranzügen oder Damenkostümen, die darauf zu warten schienen, daß Jo, der Revolvermann, die Geduld verlor. Oder darauf, daß Jo, der Revolvermann, seine Revolver in sie hinein leerschoß.

Womit die Übriggebliebenen, von den Kugeln Jo's, des Revolvermannes, verschont, augenblicklich herbeigestürzt kommen würden. Über Jo, den Revolvermann, herfallen, Jo, den Revolvermann, in einem Moment überwältigen.

Vom großen Holzschild oben am Schuppendach konnte der Strick herunterbaumeln, den Jo, der Revolvermann, um den Hals, hatte.

Viel Federlesen, daß mit Jo, dem Revolvermann, nicht gemacht würde.

 

Nicht die angenehmste Vorstellung, die man haben konnte, vom großen Holzschuppen herabzuhängen, die Füße knapp über den Staubboden, ohne die Bodenfläche irgendwie erreichen zu können. 

Jo, der Revolvermann, riß seine Revolver aus ihren Lederholstern, um sie augenblicklich zurückzustecken.

Von Marga, der Barfrau, war für Jo, den Revolvermann, seit ein Weilchen kein Körperumriß mehr zu gewahren. Obwohl die Augen Jo's, des Revolvermanns, sich damit abmühten, Marga, die Barfrau, doch noch mal an ihrem Schwebeplatz zu erkennen.

Unvermittelt fiel Jo, dem Revolvermann, etwas auf: Durch die kugel- und ovalköpfigen Gestalten in ihren Anzügen und Kostümen war hindurchzublicken. Wie durch Marga, die Barfrau, durchzusehen gewesen war.

Durchsichtig wurden die unübersichtlichen Kreaturen. Die Monsterhaftes an sich hatten.

 

Schrecklich fand Jo, der Revolvermann, das, daß der komisch gesichtslosen Kleiderpuppenmeute dasselbe mitspielte, wie Marga, der Barfrau. Regelrecht ein Horrormoment.

Überdies war noch etwas anderes, für Jo, den Revolvermann, zu bemerken: Die eine Bleiche war, unbesehen näher herangerückt. Viel zu nahe war sie.

Geradezu hatte dieses Milchig-Bleiche bereits die kleinen Holzschuppen halb verschluckt. Ebenso wie das Dach des großen Schuppenteils, als Jo, der Revolvermann, genauer hinblickte.

Auch das eine Holzschild Totenwacht war nun fort. Nur noch Bleichheit, die als Grundton dort jegliches beherrschte.

 

Die gesamte Hinterhofumgebung des Willys Welcome befand sich in Auflösung begriffen, konstatierte Jo, der Revolvermann. Auch an Jo, den Revolvermann, daß jene Bleiche näher und näher heranrückte. Daß es Jo, dem Revolvermann, nicht recht überblickwar war, was das am Ende noch hier werden würde.

Auch er selbst, Jo, der Revolvermann, er würde in absehbarer Zeit erreicht werden. Selber befand er sich schlußendlich auch nirgendwo anders. An Ort und Stelle, daß er ausharrte. Obwohl Marga, die Barfrau, nicht mehr war, ebenso wie die zahlreichen Kugel- und Ovalköpfe.

Wenn Jo, der Revolvermann, sich nicht vom Stelle rührte, dann würde das eine demnächst an ihn herangerückt sein. Um ihn zu verschlingen.

 

Zittrig zuckend hob Jo, der Revolvermann, den eigenen Arm, betrachtete seine graufarbenen Jackenärmel.

Ein zufriedenes Gefühl überkam Jo, den Revolvermann. Nur weil an ihm einstweilen nichts am Unsichtbarwerden war. Anders wie Marga, der Barfrau, und die Kugel- und Ovalköpfe hatte er seine körperliche Gestalt weiter. Alles an ihm war wie eh und je.

 

Den Revolver rechter Hand riß Jo, den Revolvermann, aus dem ledernen Holster.

Den Revolverhahn ließ Jo, der Revolvermann, hörbar einrasten.

Nur - was bezweckte Jo, der Revolvermann, mit dem Unsinn? Auf wen oder was wollte er schießen, wenn niemand mehr da war?

Keine Marga, die Barfrau, mehr. Die gesichtslosen Kugel-, Ovalköpfigen  - von ihnen lagen die grauen,schwarzen Anzüge und Kostüme am Staubboden herum. Während Marga, die Barfrau, auch ihr weißfarbenes Kleid nach dort mitgenommen hatte, wo sie hinverschwand.

An sich war keiner mehr gegenwärtig, in den eine Bleikugel einschlagen konnte.

 

Schlagartig wurde Jo, der Revolvermann, etwas klar. Daß er sich über sich selbst wunderte, daß ihm das nicht längst aufgegangen war.

Das Verschwinden Margas, der Barfrau, war an sich nicht größer von Bedeutung. Aber, die Kugel- und Ovalköpfe, die waren dafür verantwortlich, daß Jo, der Revolvermann, hinter dem Willys Welcome verweilte. Und nun waren sie allesamt nirgends mehr zu erkennen, die Kugel- oder Ovalköpfigen. Nichts mehr von ihnen war vorhanden, einzig und alleine ihre grau-, schwarzfarbene Gewandung, die noch auf der Bodenfläche herumlag.

 

Diejenigen, die Jo, den Revolvermann, an Ort und Stelle gehalten hatten, waren nicht länger. Was nichts anderes hieß, als daß sich Jo, der Revolvermann, unbesorgt von dannen machen konnte.

Lange genug, daß das auf dem Hinterhof des Willys Welcome für ihn angedauert hatte, jetzt konnte er sorglos verschwinden.

Das einzige, was für ihn zu unternehmen: sofort die Beine in die Arme zu nehmen, nachzusehen, wo Susan, sein Wallach, sich herumtrieb.

 

 

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