Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

1. Teil: 8.1

6. April 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Der Bleiche, Jo, der Revolvermann, er schien ihr entkommen zu sein. Oder - was war das, was er sah?

Eine häßliche weiße Fläche eröffnete sich dem Blick seiner Augen.

Körniges Weiß. Weißfarbener Anstrich. 

Dorthin, wo er hinaufglotzte, das war die Flurdecke. In seiner gewöhnlichen Wohnung.

 

Den Kopf, den Joachim anhob, bei sich nach linker und rechter Hand herumstarrte.

Mit irgendwas einer weltverschlingenden Bleiche hatten die weißgestrichenen Flurwände seiner Wohnung nichts zu schaffen. Ebensowenig wie die weiße Malerfarbe oben an der Decke.

Er war nicht länger in der Welt von Jo, dem Revolvermann.  In der Realität war er zurück. Einer, in der auch etwas nicht so war wie gewohnt. Manches war dort etwas, ebenfalls kaum zu glauben.

Hätte er nur darauf kommen können, was sich abspielte, daß er am Fußboden seines Wohnungsflurs herumzuliegen hatte. In einem miserablen körperlichen Zustand.

 

Es dauerte, bis sich Joachim Herzschlag einigermaßen beruhigt hatte. Der Schreck war nicht von schlechten Eltern, der ihm im Nacken saß. Angstschweiß war das, das ihm in die Haut biß, während er ganz einfach am Rücken herumlag. Nicht großartig in Lage, andere Dinge unternehmen zu können.

Nahezu zwei Wirklichkeiten. Die Jo's, des Revolvermannes, und die andere, die die realen Begebenheiten zu sein schienen.

Unverhofft war er zu sich gekommen, jenseits des Alptraums bei Jo, dem Reolvermann. Wiewohl ihm alles, das ihm als Jo, der Revolvermann, mitspielte, so detailliert vorkam, gleichzeitig ein Geschehen, irre lang.

So ewig hatte er sich seinem Gefühl nach in der Willy-Stadt Pain Way aufgehalten. Es war beinahe eine halbe Ewigkeit. Und doch war von dort zurückzukehren, dem Ort, wo jene Bleiche so knapp hinter ihm war, der er im Sattel Susans, seines Wallachs, im Galopp allem floh.

 

Der nächste Alptraum, der ihn überwältigt hatte. Mit nichts als nutzlos schrecklichen Szenen. Mit denen es erst aufhörte, als er außerhalb der Willy-Stadt Pain Way auf Susan, seinem Wallach allen Geschehnissen hinter ihm davongaloppierte.

Unfaßlich war es trotzdem.

Am ganzen Leib zitterte Joachim. Es schüttelte ihn regelrecht.

Mit der Zitterei, daß er überhaupt nicht mehr aufhören wollte.

Das dauerte, am Teppich im Flur seiner Wohnung herumliegend, bis das mit dem Zittern nach und nach weniger wurde.

 

So nahe war er als Jo, der Revolvermann, der Bleiche. Dieser Schreckensbleiche.

Im Nacken spürte er sie weiterhin, dieses bleiche feindselige Schrecknis, das, das alle Welt hinterrücks von ihm zum Verblassen und zum Verschwinden brachte.

Unmittelbar verfolgt fühlte Joachim sich weiterhin.

Ganz knapp ging es zu, daß sie ihn nicht erwischt hatte, jene Bleiche, die hinterrücks von ihm war, während er auf Susan, seinem Wallach, floh.

Unvorstellbar, das, der sich schon in der zerstörerischen, alle Welt auslöschenden Bleiche herumgelaufen war. Mittendrinnen. Ohne Schaden zu nehmen.

Unbegreiflich war das, sich urplötzlich außerhalb der Willy-Stadt wiederzufinden.

 

Hilflos vor Schwäche konnte Joachim nichts weiter, als daliegen und die Augen in jede Richtung zu verdrehen.

Nach überall in jeden einsehbaren Flurgangwinkel stierte er die Decke hinauf. Bloß, seinen Hinterkopf konnte er erst mal nicht mehr vom Fußboden hochwuchten.

Nichts hätte ihn während diesen Sekunden mehr entsetzen können, als urplötzlich auch hier, erst mal jenseits des Alptraums von Jo, dem Revolvermann, was jener Bleiche wahrzunehmen. Sein Gefühl sagte Joachim, das Schreckliche war ihm ganz nahe. 

Mit Pein und Schmerz hatte er sich umzutun. Als müßte er darum noch froh sein. Weil, solange er das Unterschiedlichste spürte, manche Fragen ihm unbeantwortet blieben.

 

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post