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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 10.1

28. Mai 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Jo, der Revolvermann, stieg von Susan, dem Wallach, herunter, nahm beschwingt die vier Lattenstufen der Verandastiege. Oben, auf der Schreitfläche, begab Jo, der Revolvermann, sich zur mit Einschüssen übersätzen Haustür des Farmgebäudes hin. Hob die Hand, bog den Finger, um mit dem Knöchel gegen die Türfläche zu klopfen ...

Zurück am Rücken Susans, des Wallachs, entdeckte sich Jo, der Revolvermann. Erhob sich mittels der Steigbügel im Sattel, schwang das Bein. Von Susan, dem Wallach, daß Jo, der Revolvermann, abstieg. Die vier Lattenstufen der Verandastiege nahm Jo, der Revolvermann, in einem Sprung. Begab sich geradewegs zur Haustür des Farmgebäudes. Mit dem Knöchel des Mittelfingers seiner Rechten wollte Jo, der Revolvermann, an der Tür klopfen ...

Das nächstemal, daß Jo, der Revolvermann, sich zurück im Ledersattel am Rücken Susans, des Wallachs, wiederfand.. Im Sattel stellte sich Jo, der Revolvermann, auf, schwang das Bein, von Susan, dem Wallach, herunterzusteigen. Je zwei der vier Lattenstufen der Verandastiege nahm Jo, der Revolvermann, in einem Sprung. Mit dem Fingerknöchel seiner Linken wollte Jo, der Revolvermann, anklopfen, die Rechte nahe dem Lederholster, in einem Augenblick den Revolver zu ziehen ...

Aufs neue wurde Jo, der Revolvermann, sich im Ledersattel auf der Rückenpartie Susans, des Wallachs, Gewahr. Diesesmal regte er sich nicht, blieb im Sattel sitzen, unternahm nichts, als nach der zerschossenen Holzveranda und der Fassade des Farmhauses zu starren, an der auch nicht wenige Einschußlöcher erkennbar waren.

 

Irgendwie war Jo, dem Revolvermann, nur eins gestattet, sich von Susan, dem Wallach, herabzuschwingen. Jene Holzlattenstiege zu nehmen, die kurze Strecke zur hölzernen Eingangstür. Sobald er den Fingerknöchel reckte, gegen das Holz zu klopfen, war die Geschichte vorüber. Er befand sich zurück im Sattel am Rücken Susans, seines Wallachs, und dort blieb er dann auch hocken.

Der seltsamen Meinung war er, er hätte es längst überall ein paarmal versucht. Hinten am Farmhaus, an den breiten Seiten des Holzbaus, vielleicht durch eine Fensteröffnung einzusteigen.

Dauernd hatte er versucht, mal einen Blick ins Innere hinein zu werfen. Ohne Erfolg. Nichts als Finsternis war drinnen in jedem Gemach zu gewahren.

 

Das einzige, das ihm möglich schien: im Ledersattel auf der Rückenpartie Susans, des Wallachs, zu sitzen, Richtung Veranda zu starren, die bei genaurer Betrachtung genauso kaputtgeschossen war wie die Fensterscheiben. Das Wenigste am Wohngebäude der Farm zierte kein Einschußloch.

Nicht die geringste Lust hatte Jo, der Revolvermann, ständig dasselbe zu erleben. Als wirke auf ihn irgendeine Zauberei.

War es ihm nicht erlaubt, den Wohnsitz einer Farmerfamilie zu betreten, sollte es so sein. Er mußte nicht nach denen sehen, die sich vielleicht im Innern aufhielten. Bestimmt war es denjenigen auch möglich, zu Jo, dem Revolvermann, herauszukommen. Wenn sie mal ihren Mut zusammennahmen.

Jo, der Revolvermann, er hatte das Seinige unternommen, war ein paarmal an der einen Holztüre. Um Zauberei zu erfahren.

 

Wer immer das drinnen in dem Wohnhaus war.

Die einzige, von der Jo, der Revolvermann, eindeutig etwas wußte, war Marga, die Barfrau. Ansonsten war ihm klar, wie die Ortlichkeit hieß. WILLIES KOMMEN - war oben auf dem Holzschild geschrieben gestanden.

Also waren auch Willys die Möglichkeit. irgendeiner der Willy-Bagage. Oder Marga, die Barfrau, sie befand sich zusammen mit dem Willy der Willys vor Ort. Hatte sich dem Willy der Willys dazugesellt. Als die, die zu einem Treffpunkt kam. Wie ausgemacht. Wäre nicht das erstemal bei Marga, der Barfrau, gewesen.

Der Willy der Willys, der war der, dem Jo, der Revolvermann, am besten sofort eine Kugel zwischen die Augen verpassen sollte, kaum, daß er den Willy der Willys wo blickte: den Revolver ziehen - feuern.

Ein Kugel zwischen die Augen, jedem weiteren Willy auch, daß das geschehen hätte dürfen, kam er Jo, dem Revolvermann, unter die Nase. Genauso, wie es Marga, die Barfrau, hätte treffen können, dieses und jenes Geschoß. Auch um Marga, die Barfrau, wäre es nicht schade gewesen, hätte sie mal ein wenig Blei abbekommen.

 

Dann rang Jo, der Revolvermann, doch mit sich. Konnte nicht einfach am Rücken Susans, des Wallachs, davongaloppieren. Ein allerletztesmal wollte er den Versuch unternehmen, hinein In Wohngebäude am Farmgeländes zu gelangen.

Aus den ledernen Sattelwerk schwang Jo, der Revolvermann, sich vom Rücken Susans, des Wallachs, herunter. Kaum, daß er mit beiden Stiefeln einen Moment auf der weißfarbenen Fläche herumstand, sank er ein.

Verzweiflung machte sich in einem Augenblick in Jo, dem Revolvermann, breit. Bis er das merkte, daß das Weißliche des Bodenuntergrunds unter seinen Füßen zwar nachgab. Allerdings nicht weiter, als solle er glatt hindurchfahren. Ein Widerstand bremste erst mal ab, als er bis Mitte den behosten Schienbeinen drinnenstak.

Es war rein zum Verrückwerden. Die dümmste aller Ideen war es gewesen, trotzig nochmals die Holzlatten der Verandastiege hochhüpfen zu wollen.

 

Es mußte etwas passieren, konstatierte Jo, der Revolvermann, der bis zu den Knien eingesunken war.

Nach vorn, daß Jo, der Revolvermann, sich fallen ließ, um bis zu den Ellenbogen hinunter in dem Weißlichen zu landen. Während Susan, der Wallach, den Pferdekopf heruntersenkte, ihn nach seinem Besitzer hin verdrehte, als wundere er sich darüber, was sein Herr für eine Geschichte aufführte.

Susan, der Wallach, der hatte jenes Kümmernis nicht, das Jo, dem Revolvermann, mitspielte. Die Befürchtung entstand Jo, der Revolvermann, daß er, je länger er sich nichts einfallen ließ, bald so tief eingesunken war, daß eine Rettung überhaupt nicht mehr vorstellbar war. Nachdem sich alles nur mehr nachgiebig, sulzig anfühlte.

Wohl niemand, der viel nach Jo, dem Revolvermann, fragen würde, wenn es für ihn haltlos die Wattewolke hindurch- und abwärtsging.

 

In die Tiefe zu stürzen, aus viel zu hoher Höhe irgendwann unten auf hartem Boden aufzuschlagen, das wünschte sich Jo, der Revolvermann, nicht das bißchen.

Verzweifelt nahm Jo, der Revolvermann, all seine Kraft zusammen, schwang den rechten Arm aus der Glubschmasse heraus. Um tatsächlich aufs erstemal den Sattelgurt unten am Bauch Susans, des Wallachs, zu fassen zu kriegen, als wäre der Gurt nicht knapp genug festgezurrt. Oder hätte der Wallach in der Sekunde ausgeatmet, daß ... Jedenfalls konnte Jo, der Revolvermann, das Gurtteil erwischen und die Finger zwischen Gurt und Pferdebauch schieben.

Fest hielt sich Jo, der Revolvermann, am Stoffgurt, zog sich mühevoll an ihm hinauf und voran. Bemerkte dabei, daß unmittelbar unter Susan, dem Wallach, härtester Grund war. Die Stiefel, er konnte sie  aufsetzen und mit ein paar Verrenkungen hinaufgreifen, sich tatsächlich am Nackenhaar des Wallachs festhalten und sich aus windend und das Bein hochwerfend, auf den Pferderücken hinaufschwingen.

Es war für Jo, dem Revolvermann, unbegreiflich, wie er es gemacht hatte, sich zurück im Ledersattel wiederzufinden. Obwohl seine Lage vor ein paar Augenblicken noch so war, daß mit dem Ausgang der Geschichte nicht zu rechnen war.

 

Alles präsentierte sich Jo, dem Revolvermann, wie eh und je. Als wäre zwischenzeitlich nichts losgewesen.

Unheimlich war es Jo, der Revolvermann, zumute, und er hatte ein weiteresmal das Gefühl, daß er beobachtet würde. 

Alles bei ihm in der Umgebung was für die Ungemütlichkeit pur. Gut, abzudrehen und auf Susan, dem Wallach, davonzureiten.

Bloß, das schaffte Jo, der Revolvermann, dann nicht, die Stiefel wieder in den Steigbügeln, locker am Zügel zu zerren. Damit Susan, der Wallach, sich von dem Wohngebäude abwandte, die Strecke, die er und sein Reiter gekommen waren, zurückzugaloppieren. Als wäre Jo, der Revolvermann, auf der Flucht, Jo, der Revolvermann, dem keiner der Sechsschüsser aus den Hüftholstern links und rechts gerutscht war. Obwohl auch das gut die Möglichkeit sein hätte können.

 

 

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