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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 9.6

11. Mai 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Irgendwie hatte Jo, der Revolvermann, ständiges Glück.

Obwohl die, die er als Marga, die Barfrau, kannte, auch an Orten schwebte, an denen keine Wattewolke war, mußte Jo, der Revolvermann, kein bißchen von der Verfolgung Margas, der Barfrau, ablassen.

Kaum brachte Jo, der Revolvermann, Susan, den Wallach, zum Stehen, verdrehte suchend den Hals, schob sich die nächste weiße Wattewolke heran.  Verharrte solange auf gleicher Höhe mit dem Rand des Wolkengebildes, wo Susan, der Wallach, sich aufhielt. Bis Jo, der Revolvermann, dem Wallach mittels kurzem Zügelzug die Richtung anzeigte. Woraufhin Susan, der Wallach, sich in Galopp brachte. Den richtigen Absprungpunkt für den Satz hinüber, traf Susan, der Wallach, auf diese Weise ganz wie von selbst. Als müßte nie irgendwas das kleinste Problem sein, bei der Verfolgung der einen, die Marga, der Barfrau, ähnelte.

Drüben aufkommend, gab nichts unter den Hufen Susans, des Wallachs, nach. Als wäre alles richtig gemacht worden. Von Jo, dem Revolvermann, und Susan, dem Wallach. Überdies währte es nur eine kurze Strecke des Vorantrabens, bis Jo, der Revolvermann, der am Rücken seines Wallachs im Sattel hockte, jene Marga, die Barfrau, wiedersah.

 

Was da Sache war, Jo, der Revolvermann, wollte es mal ganz genau wissen. Abermals war eine Nachbarwolke herangekommen. Susan, der Wallach, der es ebenfalls bemerkte, wollte schon in Galopp verfallen. Als Jo, der Revolvermann, ihn zügelte, ihm mit einem Zügelzug nach links bezeigte, daß diesesmal eine andere Richtung genommen werden sollte, mittenhinein in die weiße Wattewolkensuppe.

Es dauerte ein geraumes Weilchen, bis Susan, der Wallach, der sich den Weg selbsttätig suchte, den gegenüberliegenden oder irgendeinen anderen seitlichen Wolkenrand erreichte.

Die dahinschwebenden weißfarbenen Wattebauschwolken, die Jo, der Revolvermann, überblickte. Um Susan, den Wallach, wartend längs traben zu lassen.

 

Nichts, das sich abspielte. Keine Marga, die Barfrau, die irgendwo erschien.

Weil sich nichts abspielte, überlegte Jo, der Revolvermann, Susan, den Wallach, den Rückweg nach der gegenüberliegenden Seite antreten zu lassen.

In dem Moment, als er die Zügel fester faßte, schaute er sie erneut, jene Marga, die Barfrau.

Als wäre die Schwebende auf der Suche gewesen. Hätte einfach nicht darauf verzichten können, mal die eine Wolke zu umkreisen. Alles, um nach dem Verbleib Jo's, des Revolvermannes, Ausschau zu halten.

 

Jo, der Revolvermann, hatte zur Kenntnis zu nehmen, daß die Wattewolken, auf denen Susan, der Wallach, dahintrabte, nachdem der Wallach auf sie hinübergewechselt war, immer rascher abbauten. 

Unter den Hufen Susans, des Wallachs, lösten sie sich die Wolkengebilde in der Sekunde auf, sobald der Wallach mit Jo, den Revolvermann, im Sattel hinübersetzte. Daß Jo, dem Revolvermann, das Denken an ein Glücksmoment schwerer und schwerer fiel.

Mit dem Wort Glück war das nicht zu umschreiben, daß jedesmal zufällig eine Wolke sich in ausreichender Nähe befand, daß Susan, der Wallach, fast im letzten Augenblick, auf sie hinüberspringen konnte.

 

Das, was sich von mal zu mal unvermittelter ereignete, Jo, der Revolvermann, haßte es regelrecht. Genauso, wie er den Umstand haßte, daß Marga, die Barfrau, nie lange auf sich warten ließ.

Kaum wurde die Sicht auf einer Wolke für Jo, den Revolvermann, klarer, tauchte Marga, die Barfrau, innerhalb kürzester Frist auf.

Marga, die Barfrau, an der nie irgendwas anders aussah. Ihr brünetter langer Haarschopf umwirbelte sie durch den Wind, daß es ein Wunder war, daß Marga die Barfrau, überhaupt etwas sehen konnte. Jo, der Revolvermann, der äußerst selten irgendwas von ihrer Miene zu Gesicht kriegte.

 

Ein heftiger Wind, der Marga, die Barfrau, umwehte, an dem Jo, der Revolvermann, die Tatsache komisch, daß, wenn ein Windstoß in das weißfarbene Kleid hineinschoß, nicht einmal kurz mehr von den Beinen Margas, der Barfrau, zu überblicken war, als ihre bloßen Füße. Nicht das bißchen von dem, was sonst noch möglich gewesen wäre, was an einer Frauengestalt zum Vorschein kommen hätte können, wenn so eine steife Brise wehte.

An dem Aussehen Margas, der Barfrau, änderte sich grundsätzlich nichts. Außer den herumwehenden brünetten Haaren war an Marga, der Barfrau, alles regungslos. Daß Marga, die Barfrau, so, wie sie daherschwebte, genausogut auch tot hätte sein können.

Oder war diese Marga, die Barfrau, überhaupt nicht echt? Handelte es sich bei ihr um irgendein Abbild, während die echte Marga, die Barfrau, ganz woanders war?

 

Gute Lust hatte Jo, der Revolvermann, das mit der Verfolgung Margas, der Barfrau, aufzugeben. Schließlich: Wer wollte eigentlich irgendwas an einer Toten erkennen, was jeder lieber an einer Lebenden entdecken hätte wollen?

Einzig und alleine, Jo, dem Revolvermann, war es unmöglich, Susan, den Wallach, mittels eines Zügelzugs in eine andere Richtung als die eine zu lenken. Die Bodenflächen unter den Hufen Susans, des Wallachs, waren nur noch in Auflösung befindlich. Zu schnellem Galopp war der Wallach gezwungen, nach ein paar Metern Galoppstrecke auf der einen auf die nächste nahe Wolke rüberzuwechseln.

Froh durfte Jo, der Revolvermann, darüber sein, daß Susan, der Wallach, jedesmal den richtigen Absprungpunkt erwischte.

 

Mittlerweile, daß der Dauergalopp Susan, den Wallach, anstrengte. Laute Keuchlaute ließ der Wallach hören. Daß Jo, der Revolvermann, sich Sorgen zu machen begann, wie das mit dem Wallach weitergehen sollte.

Als Jo, der Revolvermann, sich im Sattel vorbeugte, sah er, daß Susan, dem Wallach, die Zunge weit aus dem Maul heraushing.

Im wahrsten Sinne des Wortes, daß Susan, der Wallach, im Vollgalopp dahinflog. Um womöglich bald niederzustürzen. Oder doch mal einen viel zu kurzen Sprung zu machen, obwohl er vor kurzem den Satz hinüber noch wie nichts unternommen hatte.

 

Jo, der Revolvermann, verfluchte seine Lage. Alles mußte ein Ende nehmen. Voraus, daß Susan, der Wallach, auf eine herrlich weiße Schönwetterwattewolke, zuhielt.

Das stank Jo, dem Revolvermann, gewaltig an, daß ihm das aufging, daß er jene, von der er glaubte, sie wäre Marga, die Barfrau, länger nicht mehr gesehen hatte.

Aufs neue, daß Susan, der Wallach, auf das nächste Wölkchen hinübersetzte. Und noch mal auf eine, sofort unmittelbar darauf.

Immer gewaltiger kam Jo, dem Revolvermann, dieaw weißfarbene Schönwetterwolke vor. Einmal, weil Susan, der Wallach, auf der einen Wolkenparcoursstrecke auf sie zugaloppierte. Während das groß sich bauschende Wolkengebilde sich herandrückte.

 

Susan, der Wallach, wankte bedenklich. Nicht mehr lange, der Vierbeiner würde niedergehen. Vielleicht, um sich nicht noch mal zu erheben.

Ein Glück, daß die eine Großwolke schon dermaßen nahe war, daß Susan, der Wallach, nicht das nächstemal abspringen würde müssen, drüben in dem Weißwattierten einzutauchen.

Kühl blickte Jo, der Revolvermann, noch mal herum. Die in ein weißes Tuch  gekleidete Frau sah er rechter Hand wieder, die eine, von der er dachte, sie wäre Marga, die Barfrau.

Dichter und dichter, daß die eine an die Wolkenlandschaft heranschwebte. Die eine, die aussah, wie eh und je. Lediglich ihr langes brünettes Haar wehte herum, ebenso wie das weißfarbene Tuch etwas flatterte.

An den Wolkenwülsten entlang, daß sie aufwärts schwebte.

 

Keine Ahnung hatte Jo, der Revolvermann, wie er jener Marga, der Barfrau, diesesmal hinterherkommen könnte. Genausowenig, wie sie ähnliches bei ihm anstellen könnte.

Wie es aussah, würde er Marga, die Barfrau, auf ein neues aus den Augen verlieren. Wenn keine Lösung für dieses Problems ergab, vielleicht für alle Zeit.

Obwohl - wäre das so schlimm gewesen, für Jo, den Revolvermann, Marga nicht noch mal wiederzusehen?

 

Dann gab es für Jo, den Revolvermann, nichts mehr als Watteweiß zu sehen. Die Riesenwolke, Susan, der Wallach, war in die Riesenwolke eingetaucht. Und Jo, der Revolvermann, hatte nicht die geringste Ahnung davon, was er mit Susan, dem Wallach, anstellen sollte.

Schlecht ging es Susan, dem Wallach, dessen Pferdebeine vor Schwäche zitterten. Zumindestens konnte Susan, der Wallach, weiter ein Bein vor das andere setzen. Ausschreiten.

 

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