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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 9.8

17. Mai 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Susan, der Wallach, war es zufrieden, dahinzutraben. In einem mäßigen Tempo.

Den Stetson schob Jo, der Revolvermann, die Stirn hoch.

Am ledernen Zügel riß er, ohne sich großartig viel zu denken.

Richtung seines Reisters ruckte der Hals Susans, des Wallachs. Was Jo, dem Revolvermann, jedoch wenig ausmachte. Ebensowenig, wie ihn das interessierte, ob Susan, der Wallach, zornig war oder nicht.

 

Richtig hatte Jo, der Revolvermann, die Lage eingeschätzt. Die Sprungkraft Susans, des Wallachs, sie war tatsächlich nicht vonnöten. Er brauchte das nicht auszutesten, ob Susan, der Wallach, über den hohen Lattenzaun hinwegkam oder nicht.

Einen Durchritt näherte sich Jo, der Revolvermann, auf Susan, dem Wallach, im Sattel sitzend.

Mehr als das Dreifache an Manneshöhe hatte das Holzbogengestell, von dem ein im Grundton weißfarbiges Holzschild herunterhing.

In schwarzen Blockbuchstaben waren zwei Worte auf das Schild draufgepinselt: WILLIES KOMMEN.

 

 Die Örtlichkeit hieß WILLIES KOMMEN.

War es denn zu glauben? Willies sollten kommen.

Welche Willies kamen hier?

Jo, der Revolvermann, kannte Willys. Hinter Willys war Jo, der Revolvermann, her. Insbesonder hinter dem Willy der Willys.

Jo, der Revolvermann, er hatte zwar Marga, die Barfrau voranschweben gesehen. Oder glaubte das zumindestens, daß die eine Dahinschwebende Marga, die Barfrau, sei. Nichtsdestotrotz, richtig aus der nächsten Nähe beguckt hatte er sich die noch nicht. Weiterhin konnte die Schwebende eine sein, die Marga, der Barfrau, ähnelte, sonst nichts.

 

Willies, daß die kommen sollten, in dieser Wattewolke ... Unbegreiflich.

Darauf wäre Jo, der Revolvermann, bis zur Sekunde nicht gekommen, daß irgendwo in dieser weißen Wattebauschwolke Willies nach irgendwohin kamen.

Nichtsdestotrotz, der Blick Jo's, des Revolvermannes, war aufwärts gerichtet. Es blieb dabei, WILLIES KOMMEN - das waren die beiden Worte, die das hölzerne Schild schmückten.

Etwas niederbücken mußte sich Jo, der Revolvermann, im Ledersattel am Rücken Susans, des Wallachs, unter dem Holzschild durch auf das unbekannte Gelände hineinzureiten. Dann seinem Wallach den Trab freizugeben.

 

Für Jo, den Revolvermann, war es schwer, damit zurechtzukommen, daß hier Willies kommen sollten. Waren denn jene Willies die Willys, die er zur Genüge kannte.

Seit ewigen Zeiten jetzt schon, daß Jo, der Revolvermann, hinter dem einen Willy her war. Dem Willy der Willys eine Kugel zwischen die Augen zu verpassen. Die Golddollars hatte Jo, der Revolvermann, auch schon erhalten. Dafür, daß er seine Arbeit als Kopfgeldjäger machte.

Und jetzt begegnete Jo, der Revolvermann, dem Willy der Willys womöglich innerhalb einer Wattebauschwolke. Hatte er sich nicht darin getäuscht, daß Marga, die Barfrau, war, die längere Zeit bei ihm in der Umgebung von Wolke zu Wolke dahinschwebte. Eigentlich reglos. Wie eine Schlafende. Oder doch eine Tote?.

Wenn hier Willies kamen, das tatsächlich jene Willys waren, mußte Marga, die Barfrau, irgendwo voraus zu finden sein. Dann mußte er Marga, die Barfrau, wiedersehen.

 

In einem etwas hellerem Weiß, das sich zu den Aufbauten und weiter zum einen Farmgebäude hinschlängelte, vermutete Jo, der Revolvermann, eine Straße.

Seine Stiefel haute Jo, der Revolvermann, in die Flanken, damit Susan, der Wallach, sich wieder flotter in Bewegung brachte, ehe dem Wallach wegen seiner Langsamkeit noch etwas geschah. War schließlich nicht das Angenehmste, mit den Beinen einzusinken, in der Wolke. Eine Situation, die ein schlimmes Ende nehmen konnte. Ab dem Moment, wenn Susan, der Wallach, hindurchzustürzen anfing. Was eine ständige Bedrohung war, weswegen aufgepaßt werden mußte.

Neugierig war Jo, der Revolvermann, was das voraus war.

Viel zu nett, daß alles aus der Entfernung aussah. Allzu handfest überdies. Obwohl sich alles nirgendwo anders als in einer wattierten Schönwetterwolke fand. Mit WILLIES KOMMEN war es auf eine Weise umfassend benannt, die man erst herauszufinden hatte.

Ganz klar, daß es für Jo, dem Revolvermann, mit dem Örtchen eine Bewandtnis hatte. Fernbleiben konnte Jo, der Revolvermann, zumindest nicht. Wenn er schon mal am Platz eingetroffen war. Durch die unglaublichsten Umstände.

 

Nicht so sonnenklar, was für Willies an dem Örtchen kam. Diese Willys?

Eins besagte das auf jedem Fall: daß mit Willys gerechnet werden konnte. Wo WILLIES KAMEN war, mußten Willys zwingend wo auftauchen. Und wenn Willys in Erscheinung traten, dann war auch auf Willys zu schießen. Waren SIE abzuknallen. Das, was man mit jedem Willy tun sollte.

Was Jo, dem Revolvermann, zu stören begann, war, daß er sich dem Farmgebäude und dem Rest mit jedem Moment mehr annäherte. Und das ohne die geringste Deckung weit und breit. Im Grunde genommen war Jo, der Revolvermann, nichts als eine lebende Zielscheibe war. Auf die bestens zu zielen war.

Jeden Moment konnte er von irgendwoher krachen, der Schuß.

Entweder traf die Kugel Susan, den Wallach, oder Jo, den Revolvermann. Wobei Susan, der Wallach, das bessere Ziel abgab.

Nur war Jo, der Revolvermann, je näher man ihn heranreiten ließ, ebenfalls kaum mehr zu verfehlen. Ein gezielter Gewehrschuß konnte dafür reichen, und Jo, der Revolvermann, der stürzte aus dem Sattel.

 

Es war nichts Angenehmes, das im Kopf zu haben, daß irgendwo jemand auf Posten stand. Daß hier durch ein mit einer Linse versehenes Zielfernrohr geguckt wurde, den Finger am Abzug.  

Jeden Moment erwartete Jo, der Revolvermann, den Knall zu hören, den Einschlag am Oberkörper zu spüren. Oder, daß die Welt für ihn schwarz würde, weil ihn ein Kopfschuß erwischt hatte.

Allerdings blieb für Jo, dem Revolvermann, die Szene dieselbe. Der Schuß, er ließ auf sich warten.

Was mindestens genauso schlimm war: er konnte es sich nicht noch mal anders überlegen konnte. Plötzlich an Lederzügel zu reißen, Susan, den Wallach, kehrtmachen zu lassen, das war es nicht. Dann kriegte er die Kugel denn eben in den Rücken. Beim Fortreiten, auf der Flucht.

 

Die Reue befiel Jo, dem Revolvermann. Von Haus aus hätte er nicht auf den Einfall verfallen sollen, auf Susan, dem Wallach, überhaupt in die unmittelbare Nähe der Farm und seiner Nebengebäude zu traben.

Beim Durchritt WILLIES KOMMEN hätte er alles wissen können. Um sich zu entscheiden, in eine andere Richtung voranzureiten.

Bloß, wie hieß die Örtlichkeit: WILLIES KOMMEN? Mußte Jo, der Revolvermann, nicht zwingend nach dorthin, wo Willies kamen?

Marga, die Barfrau, war lange genug bei ihm geschwebt.

Das letztemal, daß er Marga, die Barfrau, gesehen hatte, war, als sie die Beulen der wattierten Schönwetterwolke hinaufschwebte. Herumgewirbelt hatte ihr Haarschopf. Das weiße Kleid flatterte nur so an ihr. Ohne daß sich deswegen der Kleidersaum anhob, sich die Länge der nackten Beine Margas, der Barfrau, zeigte.

 

Gut möglich, daß Marga, die Barfrau, die eine, die mit dem einen Willy der Willys traut umging, in dem Farmhaus eingetroffen war. Daß Marga, die Barfrau, vielleicht längst irgendwo war. 

Marga, die Barfrau, sie konnte nirgendwo anders hingeschwebt sein, als zum gezimmerten Hauptgebäude mit der Verandafront. Das Farmhaus mußte das Ziel der einen sein, in der Jo, der Revolvermann, Marga, die Barfrau, sah.

Bildlich sah Jo, der Revolvermann, Marga, die Barfrau, vor sich. Marga, die Barfrau, engumschlungen mit dem einen Willy der Willys auf einer gepolsterten Liege. Der eine Willy der Willys fummelte am und unter dem weißen Kleid Margas, der Barfrau. Ließ seine Finger herumtanzen.

 

Die Sporen beider Stiefel trieb Jo, der Revolvermann, Susan, dem Wallach, in die Flanken.

Susan, der Wallach, der nahezu wieder der alte war, ertrug das Treiben seines Reiters nicht gleichmütig, nicht, wie noch vor kurzem. Laut wieherte der Wallach, bockte und stellte sich auf die Hinterbeine. Um einen Satz nach vorn zu machen und voranzuhüpfen.

Alle Mühe hatte Jo, der Revolvermann, im Ledersattel zu bleiben, den Wallach zu zügeln.

Als Jo, der Revolvermann, seine Aufmerksamkeit wieder auf seine Umgebung richten konnte, bemerkte er, daß er dem Hauptgebäude im Wildwest-Stil schon sehr nahegekommen war.

Links und rechts nahm Jo, der Revolvermann, die ledernen Halteschlaufen von den Hähnen seiner Revolver herunter. Zog die Sechsschüsser ein Stückweit heraus, schob die Dinger sofort in ihre Holster zurück.

Alles war bestens, ereignete sich eine Schießerei.

 

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