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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 17.3

29. März 2021 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Die Frage der Fragen: Wo war Lena Gesing hinverschwunden?

Im Grunde, daß Lena Gesing sich ihrer Gewandung so nicht entledigt haben konnte. Wie Joachim sie in Augenschein nehmen durfte.

Quasi, alles in einem Stück. Eher so sah es aus, als hätte Lena Gesing sich nicht ausgezogen, sondern in Luft aufgelöst.

 

Es war die Welt nicht zu fassen für Joachim. Der Schädel stach ihm.

Wenn Lena Gesing irgendwelche seltsamen Einfälle gehabt hätte, etwa den, spontan einen Stripease hinzulegen, dann hätte Lena Gesing sich ihrer Kleidung einzeln entledigt, Stück für Stück.

Während das Kleidungsbündel, bei dem Joachim sich hingesetzt hatte, wirkte, als wäre der Stoff in sich zusammengesunken. Als hätte Lena Gesing sich zwischendurch einfach entmaterialisiert, entstofflicht.

 

Nirgends mehr Lena Gesing, währenddessen die eingestäubte Kleidung zurückblieb.

Alles, das in sich zusammensank, weil einfach keine Lena Gesing mehr drinnenstak. Nichts weiter mehr war von Lena Gesing mehr war, als Luft. Oder war der feine Staub das, was von Lena Gesing noch übrigblieb?

Kalt lief es Joachim den Rücken hinunter. Was war das für eine Gruselwelt, in der er sich wiederfand? Der reinste Alptraum, aus dem er nicht erwachte, seit er in dieser Gegenwart zu sich kam. Blutüberströmt.

 

Lenas gesamte Unterwäsche: dick eingestäubt.

Wenn Joachim hinfaßte, rieselte der Staub dick.

Dabei, daß es bliebt, daß Joachim sich vor der feinen Substanz ekelte. Nur höchst ungern, daß er mit den Fingern mit ihr in Berührung kam.

Irgendwas glaubte er. Irgendein Wissen war in ihm, was das für eine Staubmasse wäre.

Trotzdem, daß er nichts klarzukriegte. Daß er was  zu wissen glaubte, war kein Wissen.

 

Es war das, was sich mit Lena Gesing ereignet haben sollte, für Joachim genausowenig zu begreifen, wie das, das mit der Frauensperson geschehen war, deren bauschigen Pelzmantel er auf der Aufzugstürschwelle daliegen gesehen hatte.

Eine Angelegenheit, der er sich nicht ausführlicher widmen konnte, weil er schnellmachen mußte. Um Stockie, dem Wohnungshund der Dottler-Leute zu entkommen.

 

 Die Idee, daß Lena Gesing ihre Kleider einfach so von sich runtergezerrt hätte, ließ Joachim nicht los. Nur, daß es trotz dieses Faszinosums, da was so nicht gegeben haben konnte.

Schon alleine wegen den Turnschuhen Lena Gesings, in denen noch die Nylonstrumpfhose Lena Gesings stak.

Sicherlich ein Ding der Unmöglichkeit, daß alles so wie bei dem Stoffbündel aussehen würde, hätte Lena Gesing seltsame Anwandlungen gehabt und die Kleidung von sich geworfen, um nackt im Wohnhaus herumzulaufen. Oder auch nur draußen, unter freiem Himmel, in den Straßen der Stadt.

 

Das vielfältig nutzbare reisefähige Telefon wurde von Joachim noch mal hochgenommen und eingeschaltet.

Kurz, daß die Anzeige aufleuchtete, um sofort danach aufs neue auszugehen, als die PIN von Joachim verlangt wurde.

Ein Totalausfall blieb die Gerätschaft, die Joachim dann auf Lena Gesings im Grundton roten Mantel draufplazierte

Als nächstes griff Joachim sich die Papiertaschentuchpackung, riß sie auf. Holte zwei der papiernen Tücher raus, entfaltete sie, sich zu schneuzen.

Das mit dem Schneuzen war ein schlimmer Fehler.

Blut stürzte wie toll bei Joachim aus den Nasenlöchern. Die rote Soße, die Joachim sich am Papier ausdehnen sah.

Die blutrote Tropferei aus der Nase heraus bereitete Joachim ihm Sorge. Bis das Nasenbluten nach einer halben Ewigkeit doch nachließ.

 

 Daß er weiterhin, so wie die Kleidung und das restliche Lena Gesings drapiert war, was von  Striptease vermuten wollte, da faßte Joachim sich nicht. 

Die Nylonstrumpfhose Lenas Gesings, deren Fußabscchnitte in den Sportschuhen blieben, war das Unfaßlichste von allem.

 Der blauen Windjacke Lena Gesings widmete Joachim sich, patschte an ihr herum, faßte in den Kragen, zog ein grau vollgestaubtes rotes Halstuch hervor.

Der Knoten am seidenen rotfarbenen Tuch war nicht gelöst. Aus den Falten des Tuches, rutschte unvermittelt ein Doppel goldener Tropfenohrringe heraus, kugelte unkontrolliert über den Aufzugboden.

Drinnen im Anorak erblickte Joachim etwas. Mit zwei Fingern holte Joachim das  ziemlich dick grau Eingestäubte hervor, schüttelte die Substanz von der Halskette herunter.

Silberne Kettenglieder mit einem dunkelroten Anhänger. Das Anhängersymbol, wohl ein asiat Glückssymbol. Eins, mit dem Marga früher etwas anzufangen gewußt hätte. Marga, die Joachim die Bedeutung erklären hätte können.

 

 

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