"Briefprotokolle der Detektei" (09.10. - 12.12.)
Schreiben der Detektei Umschau an Herrn Gregor Weil-Esch, Datum: 09.10.xxxx
"Sehr geehrter Herr Weil-Esch,
die Detektei Umschau ist zur Arbeit bereit, man muß die Detektei Umschau jedoch für ihre Arbeit bezahlen. Nur des Interesses halber beschäftigen wir von der Detektei Umschau uns mit nichts.
Sie, Herr Weil-Esch junior, Sie haben danach gefragt.
Obwohl für Sie ist alles zu einem Ende gekommen, alles abgewickelt, was mit dem Tod Ihres Vaters, des Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, zu tun hatte, haben Sie noch etwas entdeckt, das Sie gerne wissen und haben möchten.
Stimmt, wir von der Detektei Umschau, wir haben das durchaus noch.
Es fehlt Ihnen, haben Sie an uns von der Detektei Umschau geschrieben, ein bestimmtes Schreiben.
Ein Schreiben der Detektei Umschau an Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihren Vater. Und zwar das vom 02.05. dieses Jahres.
Dieses Dokument, das bei Ihnen ganz abgeht - warum dem so ist, ich habe davon keine Ahnung.
Das heißt, Sie finden den Text nirgends, haben aber in dem bestimmten Ordner, in dem Herr Doktor Gregorius Weil-Esch das Anschreiben abgeheftet hätte sollen, nur die Erwähnung dieses Briefes in der Inhaltsangabe. Mit einem handschriftlichen Vermerk Ihres Vaters mit dem Namen Wank und Ausrufezeichen.
Natürlich können wir von der Detektei Umschau jenen Brieftext liefern. Er befindet sich auf dem Stick, auf dem in Ordnern von der Detektei Umschau an Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihren Vater, gesandte Schriftstücke nach dem Datum abgespeichert sind.
Den hierher für Sie, Herr Weil-Esch junior, herüberzuholen, kein Problem.
Könnte durchaus die Möglichkeit sein, Herr Weil-Esch junior, daß Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihr Vater, den Inhalt dieses Schreibens besonders behandelt hat.
Schließlich hat Herr Doktor Weil-Esch die Blätter entnommen. Nicht, um den Drucker anzuwerfen, eine Kopie anzufertigen, alles zurückzutun.
Wahrscheinlich, weil die Textinhalte für Ihren Vater eine besondere Bewandtnis hatten. Vielleicht schätzen Sie das ganz richtig ein, Herr Weil-Esch junior.
Möchte mich überhaupt nicht damit beschäftigen, was in Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, krebskrank und hoffnungslos, wie er war, vorgegangen ist.
Sie, Herr Weil-Esch junior, behaupten allerdings, daß Herr Doktor Gregorius Weil-Esch die Zeilen der Detektei Umschau an ihn erst zum Anlaß genommen hätte, seine späteren Handlungen in die Wege zu leiten.
Frage: Wie kommen Sie, Herr Weil-Esch junior, eigentlich da drauf, wenn Sie, wie Sie der Detektei Umschau wissen lassen, das Schreiben nicht mehr haben?
Oder meinen Sie etwas das, Sie kennen die Briefe der Detektei Umschau an Ihren Vater? Auch das besagte Schreiben? Früher mal haben Sie irgendwann darin gelesen, oder was?
Jetzt hätten Sie gerne, daß die Detektei Umschau Ihnen dieses Schreiben vom zweiten fünften an Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihren Vater, noch mal schickt. e-Mail, könnte die Detektei Umschau auch machen.
Wofür auch immer Sie den Brief haben wollen, Herr Weil-Esch junior. Schwer zu sagen.
Für Handlungen Ihres Vaters übernehmen wir von der Detektei Umschau keinerlei Verantwortung, das können Sie mir glauben, Herr Weil-Esch junior.
Mit Sicherheit wird die Detektei Umschau das nicht tun. Schließlich wurde niemand von der Detektei Umschau von Ihrem Vater ins Vertrauen gezogen.
Leibwächter war keiner der Detektei Umschau. Keiner der Detektei Umschau war in der Geschichte ein Ratgeber Herrn Doktor Gregorius Weil-Eschs, Ihres Vaters.
Herr Doktor Gregorius Weil-Esch war eine Person über achtzehn Jahre. Er war nicht entmündigt oder so, und deshalb für sein Handeln selber verantwortlich sind.
Das war Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, soweit wir von der Detektei Umschau das überblicken, bis zu seinem Tod immer noch.
In seiner Geschäftsfähigkeit in keinster Weise eingeschränkt hatte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch hatte alle Rechte. Konnte irgendwo Geschäfte abschließen, Verträge unterschreiben. Mußte deswegen niemanden um seine Einwilligung bitten.
Herr Weil-Esch junior, mit allem kann man es versuchen. Bei der Detektei Umschau wie woanders auch.
Mal sehen, ob uns von der Detektei Umschau irgendwas viel ausmacht. Unseren Anwälten macht es nichts aus, müssen sie in der Angelegenheit tätig werden.
Als der Inhaber und Leiter der Detektei Umschau habe ich weiter nichts getan, als Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch dieses Schreiben am zweiten Mai auf dem Postweg zukommen zu lassen.
Für mich ist es ungefähr das gleiche, will man die Detektei Umschau für ihre Arbeit in Regreß nehmen zu, als wenn man den Überbringer einer schlechten Nachricht für die schlechte Nachricht zur Verantwortung ziehen will.
Hätten wir von der Detektei Umschau auch nur die geringste Information darüber gehabt, was Herr Doktor Gregorius Weil-Esch vorhatte, hätten wir ein Auge auf Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch gehabt. Glauben Sie mir das, Herr Weil-Esch junior.
Statt dessen ist Herr Doktor Gregorius Weil-Esch unter falschem Namen im Mandlinger Hof abgestiegen. Unerkannt ist er im Mandlinger Hof gewandelt. Um Frau Ramona Gleibt zu begegnen.
Und Herr Doktor Gregorius Weil-Esch konnte sich als Wendolin Gregoria an Ramona Gleibt heranmachen. Innerhalb von ein paar Tagen hatte es Herr Doktor Gregorius Weil-Esch alias Wendolin Gregoria geschafft, Ramona Gleibt hat tatsächlich Nachrichten von ihm weitergeleitet. Das von Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch Gewünschte hat Ramona Gleibt in die Wege leiten können.
Und die Mitarbeiter der Detektei Umschau, obwohl alles direkt unter ihren Augen geschah, hatten nicht die allergeringste Ahnung. Deswegen hat Herr Doktor Gregorius Weil-Esch seinen Mörder ja erst treffen können. Und niemand der Detektei Umschau, der für Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch arbeitete, der auch nur irgendwie in Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch näherer Umgebung war, als sich das Schlimme bei ihm abspielte.
Das Ihnen, Herr Weil-Esch junior, noch einmal wiederholt: Unter diesen Voraussetzungen machen wir von der Detektei Umschau uns nichts von dem zu eigen, was bei Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihrem Vater, geschah. Wir machen das sicher nicht zu unserem Problem.
Des weiteren werden wir von der Detektei Umschau uns Mit allen Mitteln werden wir von der Detektei Umschau uns gegen alle Versuche zur Wehr setzen, will jemand es zu unserem machen.
Sie verlangen danach, Herr Weil-Esch junior. Frage: Warum sollten wir es Ihnen nicht Wort für Wort übermitteln. Das Dokument, das Sie nicht in den Unterlagensammlungen Herrn Doktor Gregorius Weil-Eschs, Ihres Vaters, finden können.
Das ist der Text, den die Detektei Umschau per Briefpost an Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, Datum: 02.05.xxxx, schickte:
Sehr geehrter Herr Doktor Weil-Esch,
hier habe ich etwas. Was die Angelegenheit betrifft, an der wir für Sie arbeiten.
Das zum Thema, daß Zufälle auch zum Ziel führen. Es gibt Leute, die nennen Zufälle Glück. Oder Geschick.
Womit soll ich anfangen?
Wieder mal die Rede von persönlichen Kontakten von mir.
Erst mal will ich ein klein bißchen in Privates abschweifen. Etwas Privatheit von mir.
Sie, von der ich hier im weiteren Text spreche, ist mehr als eine gute Bekannte von mir.
Ich und sie, wir haben uns an der Universität kennengelernt, an der wir gemeinsam studierten.
Sie war eine fleißige Studentin, ich ein leichtfertiger Lebemann.
Das ist der Grund, warum aus ihr eine Professorin geworden ist, während ich in der Gegenwart eine Detektei leite, deren Geschäfte mehr oder weniger gut laufen.
Meine Freundin hat ihre Studiengänge damals alle erfolgreich abgeschlossen, während ich schon nach ein paar Semestern von der Uni abgegangen war.
Ich wurde schließlich exmatikuliert.
Während ich mich als Türsteher, Leibwächter und dergleichen Tätigkeiten über Wasser gehalten habe, ging bei ihr alles seinen gewohnten Gang.
Ihre Abschlüsse gehörten zum Besten des damaligen Jahrgangs.
Heute ist sie eine angesehene Professorin, hält Vorträge an Polizeifachschulen und lehrt an der Universität.
Ihr Fachgebiet ist die Kriminalgeschichte. Ein weites Feld.
Könnte ich nicht bewältigen.
Weiß noch, ich und sie, wie wir uns kennengelernt haben ...
Sie ist in der Mensa mit der Schulter gegen mich gerempelt. Mein Tablett ist seitlich gekippt; alles, was an Mensa-Essen auf ihm drauf war, über ihr weißes Kleid, in dem sie damals sehr schlank aussah, drüber.
Vor allem die Spaghetti mit roter Sauce. Ein Brüller. Die Spaghetti klebten an ihr, lösten sich von ihr ab, landeten am Boden. Die Tomatensauce ... Sie sah aus, als hätte sie einiges am Unterleib geblutet. Wäre erst Opfer eines Verbrechens geworden.
Ab dem Moment waren ich und sie miteinander bekannt. Auch zusammen im Bett.
Seit unserem Studentendasein, obwohl ganz andere Lebensläufe daraus wurden, ist der Kontakt von mir zu ihr nie abgerissen. Wir schreiben uns in schöner Regelmäßigkeit e-Mails.
Nicht nur private Sachen, die wir uns mitteilen. Ich informiere auch über so Fälle, die die Detektei Umschau bearbeitet.
Jemanden zu kennen, den man problemlos ein paar Dinge fragen kann, wenn man über alte Kriminalfälle Bescheid wissen möchte, das ist allererste Sahne.
Das ist das Thema: Mir, Herr Doktor Weil-Esch, ist es eingefallen, meiner alten Freundin das Phantombild von Fransen alias Herrn Drakonie Rupertus Wank zu schicken. Dazu habe ich ihr einen Überblick über gewisse Einzelheiten gegeben, die wir von der Detektei Umschau in Erfahrung bringen konnten, was diesen Herrn Drakonie Rupertus Wank alias Fransen angeht.
Die Berliner Wohnung und so. Das Wohnhaus, das ein Stockwerk weniger hat.
Herausragend, die Nennung der Adresse Gründelicher Straße 6. Die Information, daß Drakonie Rupertus Wank im Haus Gründelicher Straße 6 im Stockwerk über der letzten Etage eine Wohnung hat, mit dieser beim Meldeamt geführt wird.
Das Haus Gründelicher Straße 6 - ein Gebäude, an dem es ein sechstes Stockwerk überhaupt nicht gibt.
Als das Wohnhaus nach Beendigung des zweiten Weltkriegs hergebombt in Trümmerns stand, hatten die Leute, die es wiederaufbauten, am Ende beschlossen, daß fünf Stockwerke reichen mußten, es nicht wieder sechs sein müßten.
Dort in dem Mietshaus Gründelicher Straße 6 befindet sich an der Wand - wie wir von der Detektei Umschau mit eigenen Augen gesehen und es auf Fotos dokumentiert haben - ein Briefkasten. Der letzte der Käste der doppelten Wandreihe. Die Briefkastenbeschriftung: Wank, 6. Stock.
Das Obige, Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, das habe ich meiner alten Freundin in der e-Mail detailliert geschrieben. Und das, daß wir von der Detektei Umschau es hier wieder einmal mit einem dieser obskuren Fall zu tun haben. Diesesmal eine Mischung aus einer Art Untoten-, Vampirgeschichte und Kriminalfall.
Eine sofortige Antwort konnte ich von Frau Professor auf mein Schreiben hin nicht erwarten. Aber gestern habe ich morgens meinen Posteingang aufgemacht, war tatsächlich eine Antwort-Mail von ihr, Frau Professor, eingetroffen.
Eineinhalb Monate, die in der Zwischenzeit vergangen waren.
Frau Professor hat mir in dem Text eröffnet, daß sie das von der Detektei Umschau verfertigte Phantombild Fransens beziehungsweise Drakonie Rupertus Wanks einer Gruppe ihrer Studenten vorgelegt hätte.
Die Studentengruppe hatte anschließend die Aufgabe, nach altvorderen Fotografien und Steckbriefen zu gucken. Dabei ein biometrisches Gesichtserkennungsprogramm der Polizei zu benutzen. Nach Herrn Augustins Zeichnung hatten die Studenten ein ähnlich hübsches 3-D-Bild von Herrn Drakonie Rupertus Wank anzufertigen, wie wir von der Detektei Umschau es Ihnen, Herr Doktor Weil-Esch, auch schon mit der Post geschickt haben.
Der Behördengroßrechner, auf den die studentische Arbeitsgruppe Zugriff hatte, dient der Polizeihistorie. Zahllose Fotos und Dokumente von Verbrechern, Mördern aus dem neunzehnten, zwanzigsten Jahrhundert waren auf dem Rechner abgespeichert. Auch behördliche Fahndungsbilder aus noch früheren Zeitepochen.
Auf dem besonders gelungenen dreidimensional überblickbaren Bildnis Herrn Drakonie Rupertus Wanks, das ich von Frau Professor erhalten habe, wirkt Herrn Drakonie Rupertus Wanks Gesicht so plastisch auf den Betrachter, daß man fast meint, Herr Drakonie Rupertus Wank wäre das persönlich. Jede Sekunde könnte er zu sprechen anfangen, lebendig, einem was von sich erzählen.
Ein echtes Zauberwerk an Lebhaftigkeit. Richtiggehend beseelt.
Dem Drakonie Rupertus Wank sehr ähnlich, dem wir von der Detektei Umschau in der jüngsten Zeit öfters begegnet sind. Ohne ihm direkt nahezukommen.
So richtig in den Weg getreten, ist keiner der Detektei Umschau bisher Herr Drakonie Rupertus Wank abends, nachts.
Wirklich beängstigend, so was Rechneranimiertes, wenn das Antlitz von jemand aussieht, als könnte der Mund sich jede Sekunde öffnen, anfangen, einem was Schönes zu erzählen.
Derjenige, auf den sich das von der Studentengruppe angefertigte 3-D-Bildnis bezieht, eine Person, in der Gegenwart in der Lage, Spaziergängern und Pilzsuchern aus den Waldboden herauszukrabbeln. Ein Mann mit soldatischer Einzelkämpferausbildung. Bereit für den Überlebenskampf in der freien Natur. In der Stadt ein geschickter Fassadenklettern, einer, der Parcouring kann.
Darüberhinaus ein übler Verbrecher. Vielfacher Mörder.
Bezahlt man ihm den Sold, erledigt der Herr Drakonie Rupertus Wank für Leute die Drecksarbeit, was das Morden angeht.
Für Herrn Hans-Georg Tabert soll Herr Drakonie Rupertus Wank das in der Vergangenheit besonders getan haben. Uns von der Detektei Umschau wurde bereits berichtet, daß Drakonie Rupertus Wank für Hans-Georg Tabert für eine Disziplinierung der lokalen Drogenszene gesorgt hat. Etliche Drogentote sollen auf das Werk Drakonie Rupertus Wanks zurückgehen.
Das Obige, schwer zu beweisen, ist Gegenwart.
Aber, wer oder was ist Herr Drakonie Rupertus Wank sonst noch. Hat diese Gestalt eine Vergangenheit? Wie weit kann die zurückreichen?
Kann denn das am Schluß die Möglichkeit sein? Ein und dieselbe Person, wie soll das zugehen?
Die Schlußfolgerungen dessen, was mir von Frau Professor, meine alte Freundin, nahegebracht hat, sind wahnsinnig.
Es ist die Erkenntnis des Irrsinns.
Da könnte es Leute geben, die sagen könnten, wem wollen wir von der Detektei Umschau so was denn eigentlich verkaufen? Das können wir von der Detektei Umschau uns doch nicht einbilden, daß wir mit so was rüberkommen könnten?
Sie verstehen, Herr Doktor Weil-Esch, wenn ich Ihnen das oben so schreibe, daß das nur bedeuten kann, daß es ein Vorkommnis gegeben hat.
Die Arbeitsgruppe von Studenten, die sich bei meiner Freundin im Kurs befinden, dort haben die Mitglieder jeder für sich bei Herrn Drakonie Rupertus Wank die biometrische Merkmale ermittelt.
Und die von der Studentengruppe haben mit ihren Gesichtserkennungsprogrammen, die die Daten Herrn Drakonie Rupertus Wanks als Ausgangspunkt hatten, Verbrecherfotos aus alter Zeit durchforstet.
Um Annäherungen, Verwandtschaftmerkmale zu entdecken.
Wenn normale Leute an Gesichtserkennung denken, meinen sie zumeist, das hätte irgendwas mit dem ganzen Gesicht zu tun. Dabei ist die Gesichtserkennung nichts anderes als ein Rechenprogramm. Das mit Hilfspunkten arbeitet. Zu denen Linien gezogen werden. Winkel werden daraus errechnet, Kreise.
Alles im Grunde genommen nichts als pure Geometrie. Die Punkte des Gesichtsfelds vereinfachen das gesamte System einfach immens.
Auch die Modebranche arbeitet mit solchen Gesichts-Punkten. Nur unter einem anderen Aspekt. Bei den Modeleuten entscheiden die Punkte im Gesicht über den Marktwert eines weiblichen, männlichen Modells.
Das ist geradezu ähnlich wichtig wie der Körpermaß-Index, die Körpergröße, die Länge der Beine.
Unter Umständen muß einiges an Voraussetzungen bei einem Mädchen zusammenkommen, will es für eine bekannte Modefirma auf dem Laufsteg Kleider vorstellen. Dinge, an die dieses Mädchen nie denken würde, wenn es daheim in den Spiegel schaut und sich für so hübsch hält, daß es sogar Model werden könnte.
Trotzdem gibt es sie, die all das haben, was als Modell verlangt wird. Die, die jede der oben genannten Kategorien erfüllen. Das sind allerdings nicht viele. Und mit Schönheit muß das am Schluß nicht viel zu tun haben. Daß ein Modell in der Modebranche noch hübsch ist, ist eher ein nützlicher Nebeneffekt.
Sie überfliegen diese Zeilen, Herr Doktor Gregorius Weil-Esch ... Könnte sein, daß sie alles schon zum zweitenmal lesen.
Die Studenten von Frau Professor, meiner alten Freundin, haben mit Hilfe von Gesichtserkennungsprogrammen auf ihren Computern, zahllose Fotografien von Verbrechern aus der Vergangenheit durchforstet.
Und die Kriminologiestudenten sind während ihrer Beschäftigung unheimlicherweise auf etwas gestoßen. Was es so nicht geben sollte.
Aus der Spielerei wurde sozusagen ernst. Ein Aufreger.
Uralte Fotoaufnahmen. Schwarzweiß.
Von zwei Schwerverbrechern. Die Verwandte hätten sein können, Vater, Sohn.
Oder auch schlichtweg sind sie ein und dieselbe Person.
Was sagen wir nur dazu, Herr Doktor Weil-Esch? Wie nennen wir das?
Der eine, sein Name ist Herr Drache Ruberto Apolonius Wänk. Geboren 1847, verstorben 1909.
Herr Drache Ruberto Apolonius Wänk, auf den mit den Fotoapparaten der damaligen Zeit von 1902 bis 1904 gemachten Bildern immer mit Binder, weißem Hemd, schwarzem Knitteranzugjackett und Bowler am Kopf der Nachwelt festgehalten.
Das letzte Bild Herrn Drache Ruberto Apolonius Wänks in Gefangenenkluft hat ein Polizeifotograf angefertigt.
1909 wurde Herr Drache Ruberto Apolonius Wänk in der Totenburg in Oberschlesien im Burghof vor Schaulustigen gehängt. Nach dreijähriger Kerkerhaft. im Burghof der Totenburg in Oberschlesien, im zweiten Weltkrieg von russischem Militär dem Erdboden gleichgemacht, vor Hunderten Schaulustiger gehängt.
In seinem Prozeß von Dezember 1905 bis Januar 1906 war Herr Drache Ruberto Apolonius Wänk des zehnfachen Mordes für schuldig befunden worden.
Zwei Familien, die Herr Drache Ruberto Apolonius Wänk in der Region der Totenburg in Oberschlesien ausgelöscht hat. Als Auftragsmörder.
Über seine Auftraggeber hat Herr Drache Ruberto Apolonius Wänk sich ausgeschwiegen. In den Verhören die Morde jedoch unzweifelhaft zugegeben.
Der Bericht, wie die damaligen Polizeibehörden Herrn Drache Ruberto Apolonius Wänk auf die Schliche gekommen sind, wie sie ihn erwischten, davon ist der Nachwelt nichts erhalten geblieben. Nur das Dokument mit dem Schwarzweißfoto Herrn Drache Ruberto Apolonius Wänk. Und ein Foto, auf dem man die Galgenanlage sieht, Herr Drache Ruberto Apolonius Wänk schon an einem dicken Strang aufgeknüpft, inmitten eines dichtgedrängten Mobs an Zusehern.
Der andere, von dem wir hier sprechen, Herr Doktor Weil-Esch, präsentiert sich auf einer schwarzweißen Polizeiaufnahme aus der Mitte der zwanziger Jahre. Jahreszahl: 1923.
Ein Herr Drako Rubertus Wankel.
Die Tafel mit der Nummer, die sich Herr Drako Rubertus Wankel - schwarzes Jackett, schwarze, dünne Krawatte, weißes Hemd - vor die Brust hält: '23-5/801/7'.
Als er beim nachkolorierten Bild in das Gesicht Herrn Drako Rubertus Wankels blickte, meinte jeder der Detektei Umschau unverzüglich, er schaue in das Antlitz Drakonie Rupertus Wanks. In genau dieses.
Muß man sich wirklich richtig bewußt machen, daß wir in der Gegenwart leben und das andere, woher die Fotoaufnahmen stammte, tiefste Vergangenheit ist. Die neunzehnhundertzwanziger Jahre. Die Weimarer Republik.
Herr Drako Rubertus Wankel, wurde die Bestie von Lemberg genannt. Ein vielfacher Mörder. Zum Tode durch den Strang verurteilt.
Das Todesurteil war gesprochen, sollte aber erst nach fünfjähriger verschärfter Kerkerhaft an Herrn Drako Rubertus Wankel vollstreckt werden. Im Grunde genommen war die Lemberger Bevölkerung mit diesem Urteil, das gesprochen worden war, einverstanden. Trotzdem heizte sich die Stimmung in Lemberg und Umgebung nach ein paar Monaten innerhalb von zwei, drei Tagen plötzlich auf, was Herrn Drako Rubertus Wankel anbetraf. Lynchen wollte der Pöbel Herrn Drako Rubertus Wankel, setzte der Lemberger Polizei die Frist von einem Tag, bis die Behörden Drako Rubertus Wankel in die Hände der Leute übergeben sollten. Es geschah, daß die Lemberger Stadtpolizei beschloß, Drako Rubertus Wankel in einer Nacht-und-Nebel-Aktion woandershin zu verbringen.
Allerdings gelang Drako Rubertus Wankel auf mysteriöse Weise die Flucht aus dem von einem Polizeipferdegespann gezogenen Kastenwagen. Gefunden wurde der überfällige Gespannwagen von einem berittenen Suchkorps der Gendarmarie bei einem namenlosen Wäldchen hinter Gebüsch. Sämtliches zur Begleitung und zur Bewachung Herrn Drako Rubertus Wankels abkommandiertes Personal: tot.
Den vier Wachmännern, die Gewehre hatten, an denen die Bajonette aufgesetzt waren, die mit Herr Drako Rubertus Wankel im Kastenwageninnern mitfuhren, wurde von Herrn Drako Rubertus Wankel mit den Zähnen in einem obszönen Blutrausch die Gurgeln zerfleischt. Dem Gespannlenker und den links und rechts von ihm auf dem Kutschbock sitzenden Gendarmen waren, als sie gefunden wurden, die Gesichter auf den Rücken gedreht. Die fünf Reiter, die bei dem Kastenwagen hinten und vorne dabei waren, lagen allesamt erschlagen neben ihren toten Pferden. Ein beigebrachter Veterinär meinte, die Kadaver der Zugpferde in Augenschein nehmend, daß die Tiere erschlagen wurden, und zwar mit der bloßen Faust. Mit der bloßen Faust gegen die Pferdestirn.
Schwer bewaffnete Leute, Gewehre, Pistolen, zusätzlich mit Degen an der Hüfte, waren die Reiter. In dem beigehefteten Geheimbericht stand zu lesen, daß Herr Drako Rubertus Wankel von den Männern des Reiterkorps auch beschossen wurde. Ziemlich heftig sogar. Nur stoppen hatten Schüsse Herrn Drako Rubertus Wankel so nicht können. Herr Drako Rubertus Wankel verschwand nach der Ermordung von Mensch und Tier spurlos. Arzt wurde im Umland von keinem kontaktiert, der Herrn Drako Rubertus Wankel ähnlich schaute.
Das größte Rätsel in dem Fall war für die untersuchenden Kriminalbeamten aus der fernen Hauptstadt der Weimarer Republik, wie Herr Drako Rubertus Wankel sich von den schweren Eisenketten, an denen er an Armen und Beinen festgemacht war, befreien hatte können.
An den Ketten fanden sich keinerlei Beschädigung. Als wären sie mit dem Schlüssel geöffnet worden.
Einen Schlüssel jedoch hatte nur ein Staatsbediensteter dabei, der Polizeirittmeister, der mit seinen Reitern hinter sich dem Kastenwagen üblicherweise vorausritt. Dieser Rittmeister hatte, als man ihn tot bei seinem erschlagenen Pferd fand, den Schlüsselbund, an dem man den einen Schlüssel unter vielen erst herausfinden hätte müssen, an der Gürtung seiner Hose festgemacht. Als wäre dort nichts angefaßt worden.
Es wirkte nicht, als wäre Herr Rittmeister Peter Katzmann anderswo gewesen als auf dem Pferderücken. Deshalb war die Fragestellung: Hatte Herr Drako Rubertus Wank einen Universalschlüssel?
Nur, wie hätte Herr Drako Rubertus Wankel sich solch einen Schlüssel besorgt? Von wem? Warum sollte jemand Herrn Drako Rubertus Wankel solch einen Allzweckschlüssel ausgehändigt haben? Und wann? Herr Drako Rubertus Wankel hatte Einzelkerker und Sonderbehandlung. Die einzigen, denen Herr Drako Rupertus Wankel in seinem Kerkerloch begegnete, waren Kerkerwächter, die ihm zu dritt, zwei von der Tür her auf alle Geschehnisse drinnen aufpassend, das Essen in einem Blechnapf hineinbrachten und abstellten.
Nicht einmal ein Kirchenmann erschien noch bei Herrn Drako Rubertus Wankel, nachdem Herr Drako Rubertus Wankel dauerhaft die Beichte aller Sünden verweigerte, keinerlei Reue für seine Taten zeigte. Außerdem hatte Drako Rubertus Wankel, den Priester dauernd dazu veranlassen versucht, näher an ihn heranzukommen. Als der Mann der Kirche das einmal machte, konnte er Drako Rubertus Wankel nur mit Mühe entkommen. Hatte eine tiefe Bißwunde am Hals.
Toll, was, Herr Doktor Weil-Esch?
Auf den der Nachwelt erhaltenen Seiten des Berichts der Vorgänge um Herrn Drako Rubertus Wankel hätte alles ruhig klarer beschrieben sein können.
Liest sich alles irgendwie wie Verhau. Dabei sollte in deutschen Amtstuben der Weimarer Republik doch Zucht und Ordnung und Klarheit herrschen.
Als Herr Drako Rubertus Wankel sich noch in Freiheit befand, beging er die meisten seiner Morde in der Art und Weise, daß er seinen leicht betäubten männlichen, weiblichen Opfern mit dem gestärkten, geschärften Daumennagel den Hals langsam aufschlitzte.
Dann neigte Herr Drako Rubertus Wankel sich vor, trank das Blut des oder der Unglücklichen.
Mehr gibt es nicht von den Mordunternehmungen des Herrn Drako Rubertus Wankels zu wissen.
Eigentlich nicht viel, was vom polizeilichen Aktenordner Herrn Drako Rubertus Wankels bis in die Gegenwart blieb. Ob Herr Drako Rubertus Wankel etwa wieder eingefangen werden konnte, wissen wir nicht. Kann man nicht sagen. Genausowenig wie das, warum die Bestie von Lemberg als Kriminalfall nicht berühmter ist.
Wahrscheinlich die Schuld daran, daß der größte Teil der Akte durch das Walten der zerstörerischen Kräfte des Zweiten Weltkriegs verlorenging.
Dafür müssen wir leider Verständnis aufbringen, Herr Doktor Weil-Esch.
Das ist immer noch nicht alles, was meine alte Freundin mir und der Detektei Umschau an Interessantem übermittelt hat.
Vorletzte Woche war Frau Professor, meine alte Freundin, mit ihrer Studentengruppe für fünf Tage in Berlin. In Berlin-Brenzlau.
Dort, in Berlin-Brenzlau, befindet sich ein ehemaliges Polizei-Archiv. In dessen Räumen durften sich die Studenten unter der Anleitung von Frau Professor sich in dem alten Archiv über die Ordner hermachen.
Alte Berliner Kriminalfälle. Kriminalfälle aus der Weimarer Republik. Dem Dritten Reich.
Während dem Dritten Reich gab es zu allem dazu auch noch Kriminalität, stellen Sie sich vor, Herr Doktor Weil-Esch.
Dann: Die Kriminalität in der Nachkriegszeit, dem Rest der neunzehnhundertvierziger Jahre. Schließlich die fünfziger, sechziger, siebziger Jahre.
Einer der studentischen Reisetruppe Frau Professors, meiner alten Freundin, hockte vor seinem Computer, und ihm fiel es ein, die Namen Drache Apolonius Wänk und Drako Rubertus Wankel als Suchanfrage in den Computer, vor dem er hockte, einzugeben.
Und der Monitor präsentierte dem jungen Mann ein Ergebnis.
Der Student informierte seine Professorin darüber. Zusammen, daß Frau Professors und der Student der Sache weiter nachgingen, weil angegeben war, wo im Archiv das Dazugehörige zu finden war.
Was Frau Professor und der eine Student dann auffanden, war relativ enttäuschend: eine dünne Papperdeckel-Akte.
Der mit dem Wort 'Kopie' versehene Akt zeigte zwei rote Hakenkreuzstempel. Die Jahreszahlen 1935 und 1941. Daneben krakelige, unleserliche Unterschriften.
Inliegend zwei angekokelte Zwischenseiten, die Jahreszahlen 1929 und 1932 in der Blattmitte aufgedruckt, sonst nichts.
Der kümmerliche Rest der kopierten Lemberger Akte, die Herrn Drako Rubertus Wankel anbetraf.
Nur ein einziges Ding, das gab es doch zu entdecken: ein Schwarzweiß-Foto von Herrn Drako Rubertus Wankel. Ein Standporträt, Herr Drako Rupertus Wankel im teuren Anzug mit Hut auf dem Schädel in einer Bürokulisse mit Hitler-Bild rechter Hand.
Hinten am Foto der Stempel des Fotografen: 'Heinz Meier, Dresdener Fotohaus, Januar 1935'.
Es gibt aber noch was dazu zu erwähnen, Herr Doktor Weil-Esch.
Meine Freundin aus der Studentenzeit, die heute Kriminalgeschichte an der Uni lehrt, hat ein Bild aus einem preußischen Mörder-Almanach aus dem Jahre 1838 kopiert und mir auf den Rechner geschickt. Mit den Worten Biometrische Übereinstimmung!
Diese Art Almanach in Preußen gesuchter Verbrecher wurde jährlich herausgegeben, durch Postreiter auf die Polizeistationen des Königreiches Preußen verteilt. Sogar über die Grenzen Preußens hinaus fanden diese Almanache Verbreitung.
Holzdrucktechnik. Kunstvoll, detailreich. Die Gesichtszüge, die Gestalt der Abgebildeten mit höchstem handwerklichen, künstlerischen Geschick einwandfrei herausgearbeitet. Ein derartiges Abbild ließ für den Betrachter ebensowenig zu wünschen übrig wie eine Fotografie späterer Jahrhunderte.
Stellen Sie sich vor, Herr Doktor Weil-Esch, in diesem Almanach von 1838 gab es einen Treffer.
Schon mit bloßem Auge ist die Ähnlichkeit zu erkennen.
Als Frau Professor das ausgedruckte Almanach-Blatt dann durch das Bilderkennungsprogramm überprüfen ließ, war alles klar. Bingo.
Aber, etwas, was es nicht geben sollte.
Wobei die Gesichtserkennung außerdem ausschloß, daß das ein Verwandter, ein Urururgroßvater des einen sein könnte.
Was das Programm aussagte, war, das war ER. ER, Herr Drakonie Rupertus Wank.
Das Computerprogramm funktionierte einwandfrei. Auch mit einem zweiten benutzten Programm für biometrische Daten ergab sich das genau gleiche Ergebnis.
Das, Herr Doktor Weil-Esch, was mit dem ausgefeilten Phantombild Herrn Augustins, das ich Frau Professor mal so zugeschickt habe, angefangen hat, das ist meiner alten Freundin und den Mitgliedern ihrer Studentengruppe zu einer unübersichtlichen, unverständlichen Angelegenheit geworden. Etwas Unglaublichem.
Denn: Herr Drache Apolonius Wänk, hingerichtet 1909.
Herr Drako Rubertus Wankel, der sich seiner Hinrichtung 1924 entzogen hat. Von dem sich in einem leeren Ordner mit vielen Hakenkreuzstempeln ein Foto aus dem Jahre 1935 fand.
Und, der Gipfel von allem: Herr Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz. Herr Egberto Graf von Leutschnytz, dessen Abbild in dem Mörder-Almanach aus dem Jahre 1838 zu entdecken war.
Denn, es war ungeheuerlich: Diese drei Personen aus unterschiedlichester Zeit sollten ein und dieselbe Person sein.
Jedenfalls sagten fehlerfrei auf funktionierenden Rechnern laufende Programme zur Gesichtserkennung das.
Sämtliche biometrische Daten, die übereinstimmten. Mit denen des Herrn Drakonie Rupertus Wank.
Als ob jemand tief aus der Vergangenheit bis heute weitergelebt hätte. Beinahe alterslos.
Ein menschlicher Freak, einer, der nicht stirbt. Der, kaum besehen von seiner normalmenschlichen Umwelt, die Jahrhunderte überdauert.
Oder was ist das ? Was denken Sie, Herr Doktor Weil-Esch?
Die biometrischen Daten von einer Person, die vor Jahrhunderten gelebt hat, die mit jemand übereinstimmen, der heute lebt.
Schon unfaßlich. Ein Ding der Unmöglichkeit.
Denn könnte heißen, derjenige aus der Vergangenheit und der der Gegenwart, die könnten ...
Nein! Nicht wahr?
Zu Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz gibt es sogar eine Geschichte. Frau Professors Studenten, fleißige Leutchen, haben sie aufgestöbet und meine alte Freundin hat mir das Gesamt im Paket mit übermittelt.
Mehrere eng beschriebene Seiten in altdeutscher Schrift. Die Frau Professor von einem Semantiker für alte Sprachen, den sie in Berlin kannte, in heutige Sprache übersetzen hat lassen.
Ein Text, in dem Kleinigkeiten des Treibens des Grafen von Leutschnytz von 1808 bis 1817 beschrieben werden.
Die wortgetreue Übersetzung, Herr Doktor Weil-Esch, bekommen Sie in der Anlage dieses Schreibens hier zugesandt.
Worum es sich in den Zeilen dreht: Prunkvolle Feste, auf denen sich viel Adel einstellte, hat Herr Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz, der sich in der Umgebung von Leipzig ansiedelte, regelmäßig gegeben. Kostspielig bis zum Abwinken. Purster Prunk, Dekadenz und Verschwendung.
Nichts, das der Graf von Leutschnytz seinen Gästen nicht anbieten konnte. Nichts an Gaumenspeisen, Trunk.
Auch junge, hübsche Landmädchen und -burschen aus der Umgebung des Landguts wurden von den Helfershelfern des Grafen dazugeholt. Damit der Herr Graf von Leutschnytz und seine Gäste mit ihnen Spaß haben konnte.
Einer vor der Verbringung auf das Grafenschloß unschuldigen Bauerntochter, die der Herr Graf von Leutschnytz auf seinem Schlosse behalten hatte, gelang die Flucht vom Schloßgelände dessen von Leutschnytz. Obwohl der Schönheit gräfliche Jägersleute mit Bluthunden dicht auf der Spur waren, schaffte es die, die mit Namen Margarete hieß, früh morgens auf die Landstraße zu taumeln und sich vor die nahende Postkutsche zu werfen. Die auf dem Kutschbock hielten für Margarete, am Ende ihrer Kräfte, an. Der Kutscher hob das verzweifelte Mädchen in die Kutsche. Mit nahmen die Postleute Margarete nach Leipzig hinein.
Auf einer Polizeistation landete Margarete. Wie ein Wasserfall plapperte es bei den Polizisten aus Margarete heraus. Gar Gräuliches wußte Margarete, das brave Kind eines armen Bauern, von dem hochwohlgeborenen Grafen von Leutschnytz und Vorkommnissen auf seinem vielräumigen, großen Schlosse zu erzählen.
Nicht nur das, daß sich auf dem Schloß, wenn die Feste ihrem Höhepunkt zustrebten, die orgiastischsten Dinge abspielten, solche zwischen Mann und Frau, mehreren Männern und Frauen. Mann mit Mann. Frau mit Frau. Einige der Festivitäten gipfelten darin, daß Herr Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz auserwählte Gäste in bestimmte Hallen seines weiten Schlosses führte. Dort waren Altäre errichtet. Heidnisch, blasphemisch, die Riten für die Blutopfer, die mitten in der Nacht auf besudelten, dem Bösen geweihten Altären vollzogen wurden, gab Margarete kund.
In allen Einzelheiten berichtete Margarate, die dem Hof des hohen Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz entfliehen hatte können, behördlicher Zuhörerschaft, daß Graf Egberto Hälse aufschlitzte, seine Zähne in hilflose Jungfrauen, Mädchen schlug, die ausschließlich für diesen Zweck von weit her auf das Schloß des Grafen Egberto gebracht worden waren. Direkt an den Sterbenden trank Graf Egberto Blut. Während bei denen, die dem schaurigen Schauspiel beiwohnten, Kelche voller Blut kreisten. Ab und zu, daß es sich abspielte, daß Graf Egberto sich zu einem Thron begab. Davor ließ Graf Egberto sich von Dienerinnen mit einer Mischung aus Öl und Blut am ganzen Körper salben. Um sich zum Schluß feierlich eine güldene, siebenzackige Krone aufs Haupt aufsetzen zu lassen. Als wäre er eine Art König, der über die Lande herrschte, befahl Herr Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz den Anwesenden, vor ihm die Knie zu beugen. Dann hielt Herr Egberto Graf von Leutschnytz hof, sprach Recht und erließ Gesetze.
Natürlich wehrte sich der hochwohlgeborne Graf von Leutschnytz gegen die verleumderischen Anschuldigungen des närrischen, ungebildeten Bäuernmädchens, die am preußischen Königshof über ihn verbreitet wurden. Einflußreiche Freunde zeigten sich, Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz beizustehen, ein gutes Wort für ihn beim Hofmarschall einzulegen. Trotzdem nahm das mit dem guten Ruf des hochherrschaftlichen Herrn praktisch mit jedem Tag immer größeren Schaden. Weil das mit den Geschichten über das Treiben des Grafen Egberto, nachdem das Gerede einmal angefangen hatte, nicht wieder aufhören wollte. Überdies stellte sich heraus, daß Herr Egberto im Hofstaat des preußischen Königs sehr mächtige Feinde hatte. Intrigen gegen Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz waren im vollem Gange. Am Ohr des Königs wurde geflüstert, er solle etwas gegen Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz unternehmen. Zu mächtig, daß der Graf von Leutschnytz langsam werde, zu viele Lande gewann; es drohe ein Staat im Staate.
Am Schluß kam es so weit, daß Graf Egberto sich mit seinen getreuen Bediensteten hinter den Schloßmauern verschanzte, um eine königliche Depesche nicht entgegennehmen und entsiegeln zu müssen.
Nach ein paar Tagen unverrichteter Dinge, daß sich der Bote unter der königlichen Delegation in ein Lager der preußischen Armee begab. Bei einem Waldgebiet in zwanzig Meilen Entfernung von dem Grundbesitz des Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz hatten mehrere Divisionen für Manöverzwecke ihre Zelte aufgeschlagen. Der General sah das Siegel des preußischen Königs, hörte sich die von dem Depeschenboten übermittelte Botschaft mit offenen Ohren an. Am nächsten Morgen rückte eine ganze Kompanie Fußsoldaten, Kavalleristen und Reiter aus, machte sich auf den Weg nach Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz Schloß.
Trotzdem er sich einer Übermacht unter Waffen gegenübersah, wollte sich der Graf von Leutschnytz nicht ergeben und herauskommen aus seinem Gemäuer, um die Königsdepesche zu empfangen. Vierundzwanzig Stunden Zeit, daß man dem hohen Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz gewährte, sich eines Besseren zu besinnen. Schließlich mußte er nichts weiter tun, als die königliche Depesche entgegenzunehmen, sie aufzubrechen, durchzulesen und seine Schlüsse daraus ziehen.
Das Ultimatum lief ab, ohne daß es aus dem Schloß des hohen Grafen von Leutschnytz zu einer irgendeienr Reaktion gekommen wäre. Obwohl Herr Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz nur einen Moment einen Blick aus dem Schlosse heraus wagen mußte, um die Übermacht zu überblicken, die ihn umzingelt hatte. Als Folge ließ der preußische General Kanonen in Stellung bringen. Nach einer weiteren Aufforderung, zur Vernunft zu gelangen, das Schloßtor friedlich zu öffnen, erteilte der General den Feuerbefehl.
Die Schloßmauern wurden kartätscht, schließlich die Mauern gestürmt.
Alles, was nach dem Beschuß hinter dem Mauerwerk des Schlosses des hohen Grafen von Leutschnytz an Besuchern, Dienerschaft am Leben geblieben war, töteten die Soldaten, ohne viel Rücksicht auf irgendwas zu nehmen. Herr Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz' Gestalt fand sich jedoch nicht unter den Leibern der Getöteten, die die preußischen Uniformträger wie Jäger nach einer Jagd das erlegte Getier außerhalb des Schlosses auf den Erdboden auslegten.
Daraufhin begannen die Soldaten im Schloß mit einer neuen Suche, begannen, Trümmer zur Seite zu räumen, wo Trümmer weggeräumt werden mußten. Die Tatsache wurde entdeckt, daß der hohe Graf von Leutschnytz sich mit ein paar seiner treuesten Diener durch einen Tunnelbau, den man im Schloßkeller hinter einer Geheimtüre entdeckte, davongemacht hatte.
Den gesamten Schloßbau schliff der Armeehaufen daraufhin, bis tief unter die Erde hinab. Nicht ein einziger Stein, der auf dem anderen blieb. Das heißt, kein Tourist, der in der Gegenwart das Schloß des Herr Egberto Alucarde Grafen von Leutschnytz besuchen kann. Wo das vielräumige, prächtige Bauwerk mit weitläufiger Gartenanlage sich ehedem befand, wächst auch in der Gegenwart dichter Wald hoch.
Herr Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz wurde für vogelfrei erklärt, sein Name von Leutschnytz für alle Zeit geächtet.
Der gesamte Besitz des hohen Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz fiel an den preußischen Staat, wie alles, was einem von Leutschnytz gehörte.
Vollständig wurde der Name derer von Leutschnytz aus dem Register der Adeligen und von den Grundbesitztafeln in den Behördenstuben getilgt.
Für die Ergreifung des Herrn Egberto Alucarde Grafen von Leutschnytz wurden viele Jahre lang aus dem preußischen Staatssäckel hohe Summen ausgelobt.
Das ist also das, was es von mir zu Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz zu sagen gibt, Herr Doktor Weil-Esch.
Um uns die Dinge hier abschließend noch mal klar und deutlich zu machen: Die Fotos der Herren Drache Apolonius Wänk und Drako Rubertus Wankel wurden miteinander mit Hilfe verschiedener Gesichtserkennungsprogramme abgeglichen.
Die Übereinstimmung ist fabelhaft zu nennen.
Als ob die beiden oben namentlich erwähnten Herrschaften ein und dieselbe Person wären.
Ebenso geschah es in Berlin mit einem solchen Programm mit dem Holzschnittbild Herrn Egberto Alucarde Graf von Leutschnytz'.
Wollen Sie sich selber überzeugen, Herr Doktor Weil-Esch, was dabei herauskommt, wenn Sie selber solch ein Programm für die biometrische Gesichtserkennung nutzen, können Sie das tun, indem Sie das Ihnen hier mit diesem Schreiben auf dem zweiten, dem roten Stick abgespeicherte und mitgeschickte Programm selber zur Nutzung auf Ihren Rechner laden.
Eine ausführliche Gebrauchsanweisung ist mit dabei.
Sollten trotzdem noch Fragen, Probleme ergeben, haben Sie die Nummer Herrn Augustins. Herr Augustin wird Ihnen sicher gerne bei allen möglichen Fehlermeldungen, sollten solche auftreten, helfen.
Das war der Text des Schreiben, daß ich Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch auf dem Postwege - wie zwischen Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch und der Detektei Umschau üblich - zugesandt habe.
Im übrigen, Herr Weil-Esch junior, hat Herr Doktor Gregorius Weil-Esch Herrn Augustin, der für die Detektei Umschau arbeitet, nie kontaktiert. Das heißt, Ihr Vater ist bestens mit dem Hilfsprogramm zurechtgekommen. Die Ergebnisse haben ihn voll und ganz überzeugt.
Vielleicht hat Ihr Vater sich sogar noch ein zweites verschafft, die Ergebnisse gegenzuprüfen.
Warum der Vorgang im Aktenordner Ihres Vater samt allem, was wir von Detektei Umschau mitgeschickt hatten, fehlt - die Gründe müssen Sie wirklich bei Ihrem Vater suchen. Wir von der Detektei Umschau jedenfalls haben für Herrn Doktor Weil-Esch alles in ein Postpaket verpackt und an Herrn Doktor Weil-Eschs Firmenadresse abgeschickt.
Mehr gibt es von unserer Seite nicht dazu sagen.
Damit will ich das hier beschließen.
An der Stelle verbleibe ich,
mit freundlichen Grüßen
Hochachtungsvoll
_______________________"
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Schreiben der Detektei Umschau an Herrn Gregor Weil-Esch, Datum: 12.12.xxxx
"Sehr geehrter Herr Weil-Esch junior,
warum beantworten Sie mir die Frage denn nicht? Was ist denn dabei?
Kann das Problem nicht sehen, das Sie haben, mir das zu beantworten.
Meine Frage, ganz simpel, lautet: War Frau Manuela Dombrowski in dem Sarg drinnen, als Sie und Ihr Freund Tim Herd, der Bruder Ihrer Frau, den Sargdeckel weggestemmt hatten und über den Inhalt drüberleuchteten?
Bitte, das werden Sie mir doch kurz mitteilen können, Herr Weil-Esch, oder?
Ein kurzes Ja, ein kurzes Nein. Oder ein Pluszeichen in einer SMS, ein Minuszeichen.
Sonst - sind Sie auf dem laufenden, Herr Weil-Esch junior? Sind Sie da noch am Ball, was die Sache angeht ...?
Zum Beispiel, was Herrn Hans-Georg Tabert anbetrifft.
Herr Hans-Georg Tabert wird im März nächsten Jahres entlassen.
Im März nächsten Jahres hat die Freiheit den Mann wieder. Wirklich. Er kehrt zurück in den Schoß seiner Familie. Zu seinen Brüdern und Schwestern.
Was ein guter Anwalt, den man sich leistet, nicht alles ausmachen kann. Dazu: die gute Führung ...
Das alles, was zu einer vorzeitigen Haftentlassung führt, ist bei Hans-Georg Tabert.
Ein paar Jahre hat Herr Hans-Georg Tabert zumindest hinter Gittern verbringen müssen. Muß man damit zufrieden sein.
Frau Ramona Gleibt - Sie wissen, Herr Weil-Esch junior, die junge Frau, Bankangestellte, deren Nähe Ihr Vater im Mandlinger Hof gesucht hatte, um Kontakte zu knüpfen - wehrt sich mit allen Mitteln dagegen, daß dauernd an ihrer geistigen Gesundheit gezweifelt wird.
Ramona Gleibt leugnet es nicht, eine Mörderin zu sein. Aber, eine Verrückte genannt zu werden, das gefällt ihr nicht.
Schon wieder soll ein neues psychologisches Gutachten angefertigt werden, Ramona Gleibts Geisteszustand anbetreffend.
Die Fragestellung: War das die richtige Sicht auf die Geschehnisse bei Ramona Gleibt, zu erklären, daß Ramona Gleibt gesund im Kopf sei? Oder hätte man nicht besser daran getan, Frau Ramona Gleibts Mord an ihrem Geliebten Josef Hänsel und die grausigen Begleitumstände der Tat, einer zuzuschreiben, bei der es an der Zurechnungsfähigkeit haperte und die deswegen abnormale Verhaltensweisen an den Tag legte?
Schließlich eine Tatsache: Ramona Gleibt hat ihrem Freund Josef Hänsel zerstückelt und in Plastiktüten in die Kühltruhe getan. Jeden Tag hat sich Ramona Gleibt was aufgetaut, entweder für den Kochtopf oder für die Bratpfanne. In der Küche des von ihr Ermordeten hat Ramona Gleibt sich das Zubereitete serviert und am Küchentisch seelenruhig gegessen. Etwas davon hat Ramona Gleibt sogar mit in die Arbeit genommen. Arbeitskolleginnen durften das Finger-Food probieren.
Nun ist das das Problem Ramona Gleibts. Unter keinen Umständen, daß Ramona Gleibt in die geschlossene Abteilung einer Nervenklinik möchte. Ramona Gleibt läßt ihren Anwalt darauf verweisen, daß sie sich im Gefängnis ganz normal benimmt.
Von Fransen beziehungsweise Herrn Drakonie Rupertus Wank hat seit Monaten kein Mensch mehr etwas gehört oder gesehen, Herr Weil-Esch junior.
Seit dem Tod Ihres Vaters und den folgenden Fahndungsmaßnahmen durch die Polizei ist Herr Drakonie Rupertus Wank spurlos verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt, der Mann.
Sein altes Paßfoto, das auch heute der Realität seines Aussehens entspricht, hängt, auf Din-A4-Format vergrößert, auf den verschiedensten Polizeiinspektionen an Pinnwänden aus.
Haben wir von der Detektei Umschau in jüngster Zeit im Vorbeigehen selber gesehen.
Eine Fotoaufnahme, die auch während den neunzehnhundertzwanziger Jahren, im neunzehnten Jahrhundert von dem Mann ähnlich ausgehangen sein könnte, dürfen wir den ermittelten Übereinstimmungen der Gesichtserkennungsprogramme glauben schenken. Was man im Grunde genommen immer tut, betrifft es in der Gegenwart lebende Personen.
Es geht nur darum, daß es sich hier um Übereinstimmungen mit Personen handelt, die in der Gegenwart kaum mehr am Leben sein dürften.
Zweifeln, das muß man an den Programmen für die biometrische Datenerhebung nun trotzdem nicht. Davon abgesehen funktionieren sie wirklich einwandfrei.
Beweisen sie im Dutzend. Jedes Gesicht - und wenn es dein eigenes ist - einwandfrei wird es zugeordnet. Unbestechlich wird der Name preisgegeben, dem die Gesichtszüge gehören.
Das heißt, diese Rechenprogramme sind keine Fehlerquelle. Viel eher dürfen wir das getrost so sehen, daß uns durch diese Programme eine Nachricht übermittelt wurde.
Um es anders zu umschreiben: Die benutzten Gesichtserkennungsprogramme, sie funktionierten alle einwandfrei.
Sie haben in der Angelegenheit Herr Drakonie Rupertus Wank lediglich eine Problematik aufgezeigt, die mit einem anderen Ansatzpunkt gelöst werden müßte.
Wir von der Detektei Umschau arbeiten jedoch nicht länger daran, jene Vorkommnisse weiter aufzuhellen. Mit keinem des oben genannten Personenkreis hat die Detektei Umschau weiter etwas zu tun.
Solange Sie, Herr Weil-Esch junior, nichts Gegenteiliges entscheiden, einen entschieden größeren Einsatz zeigen - war es das mit dieser Geschichte für uns von der Detektei Umschau.
Wir von der Detektei Umschau, wir haben neue Beschäftigungen.
Für die die Detektei Umschau auch bezahlt wird.
Und sei es nur, für uns beauftragende Arbeitgeber krankgeschriebene Mitarbeiter gesund und munter beim Joggen zu fotografieren. Schwarzarbeiter bei der Arbeit am Bau. Untreue Ehemänner, -frauen.
Es gibt immer was zu tun für die Detektei Umschau, Herr Weil-Esch junior.
Auch wenn das Arbeitsverhältnis, das wir von der Detektei Umschau mit Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch hatten, schon ein Besonderes war.
Hiermit verbleibe ich,
mit freundlichen Grüßen
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PS.
Noch einmal: Muß zugeben, darüber wüßten ich und meine Mitarbeiter nur zu gerne Bescheid ...
Auf was haben Sie und Ihr amerikanischer Freund Tim Herd geblickt, Herr Weil-Esch junior, als Sie in den geöffneten Sarg Frau Manuela Dombrowskis hineinleuchteten?"
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Telefonkurzmitteilung, gesandt an die Detektei Umschau: 14.12.xxxx, 02:32 Uhr, Anschlußbesitzer früher: Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, heute: Frau Anastacia Weil-Esch.
nehmt euch doch ein paar schaufeln. den friedhof kennt ihr, wißt, wo das grab ist. wenn ihrs wirklich sonst nicht erfahren könnt - dann grabt selber. dürft euch nur nicht erwischen lassen.
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