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Blog von TeddeMehr

"Briefprotokolle der Detektei" (21.07. - 23.08.), No. 2

28. Mai 2014 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #T-Rixi

Schreiben der Detektei Umschau an Herrn Gregor Weil-Esch, Datum: 25.07.xxxx

 

 

"Sehr geehrter Herr Weil-Esch junior,

selbstverständlich, daß wir unsere Arbeit weitermachen.

Solange wir von der Detektei Umschau dafür bezahlt wurden, werden wir Dinge, die wir herausgefunden haben, liefern. Wenn sie von Interesse sind.

 

Eindeutig dazu geäußert, inwiefern Sie, Herr Weil-Esch junior, an den weiteren Nachforschungen durch die Detektei Umschau interessiert sind, was die Angelegenheiten 'Tagebuch Bernd Reil' betreffen, haben Sie sich bisher der Detektei Umschau gegenüber noch nicht.

Sie haben bisher lediglich anklingen lassen, daß die Detektei Umschau möglicherweise auch für Sie in der Sache weiterarbeiten könnte.

Nur - eine klare Aus-, Zusage ist das nicht.

Unzweideutig werden Dinge eigentlich erst, wenn sie sich zu guter Letzt auch wo wiederspiegeln. Zum Beispiel auf den Konten, die die Detektei Umschau bei der Bank hat.

Wenn auf einem Bankkonto was zu bemerken wäre, etwa, daß eine Überweisung getätigt wurde, aus deren Beleg hervorgeht, daß Sie, Herr Weil-Esch junior, derjenige waren, der überwiesen hat, dann hätte das vielleicht eine Bedeutung.

 

Bis jetzt arbeitet die Detektei Umschau immer noch für das Geld, das Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihr Vater, Herr Weil-Esch junior, der Detektei Umschau zukommen lassen hatte.

Hören wir doch auf mit dem Geldgeschwätz!

Diskutieren wir hier nichts weiter als Monitäres, kommt noch der Verdacht auf, wir von der Detektei Umschau, wir würden darum betteln, weiter für Sie arbeiten zu dürfen, Herr Weil-Esch junior. Weil wir von der Detektei Umschau Ihr Geld nötig hätten.

Frage: Haben wir das?

Antwort: Aber klar! Geldbeträge sind für die Arbeit einer Detektei von Interesse. Eine Detektei arbeitet für Geldsummen.

Wenn die nicht bezahlt werden, muß sich die Detektei mit was anderem beschäftigen. Irgendwann.

 

Das Obige so nebenbei, Herr Weil-Esch junior.

Noch haben wir hier keine größeren Probleme miteinander.

Herr Augustin und Wolfgang hatten Zeit, sich die Fotoaufnahmen, die von den Mitarbeitern der Detektei Umschau in der Umgebung der steil aufsteigenden Felswand nahe von Geiersdorf gemacht wurden, noch mal allesamt am Rechner ganz genau durchgesehen.

Mittels Zoom Bildausschnitte vergrößert. Einzelheiten am Rechner scharf gemacht, oder unscharfe Umrisse mit Hilfe des Programms verdeutlicht.

Dabei haben Herr Augustin und Wolfgang eine Entdeckung gemacht.

Auf sieben der Fotos ist eindeutig jemand zu sehen.

Zwei Fotos präsentieren sogar die Gesichter von zwei Personen.

 

Einmal eindeutig eine Person, die einen Strohhut am Kopf hat.

Auf einem Bild steht diese Person in voller Größe zwischen Bäumen. Ganz klar ein Trenchcoat, der ihn kleidet.

Die Frau an seiner Seite, die, die neben ihm herumsteht, eine Langhaarige mit den Gesichts-Punkten Frau Manuela Dombrowskis.

Ziemlich wenig im verborgenen, daß die beiden da herumstehen, meinte Herr Augustin.

Fransen und Manuela Dombrowski.

Vortreten hätten Fransen und Manuela Dombrowski können.

 

Herr Augustin hat alles unternommen, alle Fotos mit Personenumrissen zu bearbeiten.

Fransen ist der, der ständig dazusein schien, damals.

Auf drei Bildern zeichnet sich Fransens Gesicht zwischen den grünen Ästen einer Eiche ab.

Fransen hockte demnach oben in einem Baum, beobachtete die Szene auf der Lichtung, auf der sich Herr Augustin, Wolfgang, Regine und Thomas herumtrieiben, die Mitarbeiter der Detektei Umschau. Obwohl die von der Detektei Umschau sinnlos in der Gegend rumfotografieren.

Auf einem Foto konnte Herr Augustin Fransen aus dem Schatten ans Licht bringen. Seitlich mit der Schulter an den Baumstamm angelehnt, blickt Thomas, Regine und Herrn Augustin lässig hinterher. Die nichts von ihm wahrgenommen hatten.

Auf Foto Nummer sechs erhebt Fransen sich aus einer Mulde vom Boden. Hinter Gebüsch, das eigentlich nicht so dicht ist, daß man durchaus was erkennen hätte können.

Auf dem Nummer-sieben-Foto zeichnet sich Fransen Umriß bei einem hohen Strauch ab, da sind Thomas, Regine, Wolfgang und Herr Augustin bei ihren Autos zurück, während Wolfgang fotografiert.

 

Herr Augustin hat alles unternommen, die Fotos nachbearbeitet, Herr Weil-Esch junior.

Wir haben Gesichter.

Einmal das Gesicht Fransens alias Drakonie Rupertus Wanks. Dann das von Manuela Dombrowski.

Herr Drakonie Rupertus Wank und Manuela Dombrowski.

Beide an dem Ort fotografiert, der der Fundort Ihres Vaters ist.

Das Gefühl Thomas', Regines, Wolfgangs und Herrn Augustins war also nicht von ungefähr eins, das ihnen sagte, da wäre was in der Nähe. Irgendwer.

Und, es war kein Trug, Thomas, Regine, Wolfgang und Herrn Augustin, sie alle wurden genau beobachtet.

Von ihm, Herrn Drakonie Rupertus Wank.

Anscheinend gesellte sich zu Herrn Drakonie Rupertus Wank eine Frau dazu, die das Gesichtserkennungsprogramm als Manuela Dombrowski identifizierte.

 

Davon möchte ich Ihnen gegenüber erst überhaupt nichts erwähnen, Herr Weil-Esch junior, in welcher Gefahr Thomas, Regine, Wolfgang und Herr Augustin, die Mitarbeiter der Detektei Umschau, sich demnach beim Herumlaufen an dieser Örtlichkeit befanden.

Alles hätte Thomas, Regine, Wolfgang und Herrn Augustin geschehen können. ALLES.

Wolfgang, unser Neuer, hatte, als er von davon erfahren hatte, welches Glück er bereits bei seiner Arbeit hatte, die Hosen so was von gestrichen voll. Aufs Klo mußte Wolfgang. Anschließend für bei neue Hosen sorgen.

Selbiges mußte Regine zwar nicht. Beklommen auf den Teppichboden gesetzt hat Regine sich, die Hand gegen die linke Brusthälfte gepreßt.

Allen war es heiß und kalt, Thomas und Herrn Augustin auch.

So was kann auch im nachhinein schon mal vorkommen. Ist niemand dagegen gefeit.

Wer das nicht mag, obwohl er die Möglichkeiten in seinem Job kennt, sollte sich was anderes suchen.

Detektiv zu sein, das ist schließlich nur eine berufliche Möglichkeit. Daneben gibt es viele weitere.

 

Anscheinend ein riesiges Glück, das Thomas, Regine, Wolfgang und Herr Augustin an dem Tag hatten. Daß keiner von ihnen, obwohl zu viert bei der Felswand und der Umgebung herumspazierend, etwas von Drakonie Rupertus Wank alias Fransen bemerkt hatte.

Oder von Manuela Dombrowski.

Wer weiß, wäre man nicht blind gewesen, was sich daraus ergeben hätte.

Hätten Thomas, Regine, Wolfgang und Herr Augustin, die Mitarbeiter der Detektei Umschau, weil zu viert, etwas unternommen, Drakonie Rupertus Wank auf eigene Faust gefangensetzen zu wollen, einiges, was ihnen dann passieren hätte können.

Ob Thomas, Regine, Wolfgang und Herr Augustin, sie alle, so heil und gesund in ihre Hotelzimmer zurückgekommen wären?

Alle vier hätte das Unglück treffen können. Schließlich handelt es sich bei Drakonie Rupertus Wank um niemanden, der in seinen Reaktionen zu unterschätzen war.

Nicht jeder durfte mit so viel Glück rechnen, wie Herr Bernd Reil es hatte. Herr Bernd Reil, um dessen Tagebucheinträge wir von der Detektei Umschau Bescheid wissen.

Bei der Kurve, aus der es Manuela Dombrowskis auf der Geiersdorfer Bergstraße über die Leitplanke hinausgetragen hatte, ist Herr Bernd Reil Drakonie Rupertus Wank hinterrücks angeschlichen gekommen. Bernd Reil gelang es, Drakonie Rupertus Wank in die Flucht schlagen. Aus irgendeinem Grund wurde Bernd Reil ziemlich gut mit Drakonie Rupertus Wank fertig.

So was muß jedoch nicht immer geschehen.

Außerdem war da noch die am Platz bei der Felswand, jene, die nach Manuela Dombrowski ausschaute.

 

Wie wir von der Detektei Umschau die Lage bei Herrn Drakonie Rupertus Wank einschätzen: Herr Drakonie Rupertus Wank hatte eine soldatische Ausbildung mit Überlebenstraining. Er ist ein geübter Fassadenkletterer. Kann 'Parcours'.

Menschenleben zählen bei Drakonie Rupertus Wank nicht viel. Soviel, wie wir wissen. Wenn alles stimmte, was Josef Greitel meinen Mitarbeitern Thomas und Regine von Drakonie Rupertus Wank sagte, ist Drakonie Rupertus Wank ein Auftragsmörder. Einer, der in der Lage ist, die gesamte lokale Drogenszene aufzumischen, für Überdosen bei Leuten zu sorgen.

Herr Drakonie Rupertus Wank, also jemand, alles zuzutrauen.

Was das Beispiel des Schicksals Herrn Doktor Gregorius Weil-Eschs, Ihres Vaters, Herr Weil-Esch junior, uns des weiteren deutlich vor Augen führt.

 

Nun möchte ich Ihnen, Herr Weil-Esch junior, noch etwa auseinandersetzen.

Ihren Vater habe ich in diesem Schreiben jetzt bereits mehrfach erwähnt. Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, der unser Auftrag- und Geldgeber war.

Wir von der Detektei Umschau sind einer bestimmten Frage nachgegegangen.

Der Frage: Warum erscheint Herr Doktor Gregorius Weil-Esch unter dem falschen Namen Wendolin Gregoria im Mandlinger Hof? Aus welchem Grund hat Herr Doktor Gregorius Weil-Esch sich nach dem Mandlinger Hof begeben und sich an Ramona Gleibt herangemacht?

Auf dem Teppichparkett des Mandlinger Hofes, daß Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihr Vater, als Wendolin Gregoria Ramona Gleibt vor die Füße gelaufen ist.

Wenn Ramona Gleibt die Treppe hinauf- oder herunterstieg, ist Wendolin Gregoria in Ramona Gleibts Nähe gewesen. Auf dem Parkplatz des Mandlinger Hofes hat Wendolin Gregoria Ramona Gleibt angesprochen. Ramona Gleibt, die den Worten Wendolin Gregorias irgendwann durchaus bereitwillig lauschte.

Wendolin Gregoria schaffte es, daß Ramona Gleibt eine Nachricht von ihm überbrachte.

 

Keinem Mitarbeiter der Detektei Umschau ist dabei irgendwas Besonderes in den Sinn gekommen. Für Thomas, Regine und Agathe, die zu diesem Zeitpunkt noch für die Detektei Umschau arbeitete, war Wendolin Gregoria nichts weiter als irgendein Gast. Einer jedoch, der sich von Ramona Gleibt angezogen fühlte. Weiter dachten weder Thomas, Regine und Agathe nicht, als daß sie da einen alten Charmeur sehen würden, der es auf eine ein paar Jahre jüngere Frau abgesehen hatte.

In keinster Weise ist es Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch alias Wendolin Gregoria irgendwie eingefallen, sich einem Mitarbeiter der Detektei Umschau zu erkennen zu geben. Obwohl jeder der Detektei Umschau ihm mit Sicherheit zur Verfügung gestanden wäre. Wenigstens im Bereich der Möglichkeiten, die ein Mitarbeiter der Detektei Umschau hat. Schließlich war Herr Doktor Gregorius Weil-Esch der Auftrag- und Geldgeber der Detektei Umschau.

Trotzdem: In keinen seiner Pläne hat Herr Doktor Gregorius Weil-Esch einen der Detektei Umschau miteinbezogen. Vollkommen im Ahnungslosen wurden wir von Detektei Umschau von Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch gelassen.

Die ganze Angelegenheit gipfelte darin, daß Herr Doktor Gregorius Weil-Esch zu einem Treffen aufbrach. Alleine.

Zu einem Treffpunkt machte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch sich auf.

Alleine, unbewacht, einsam.

 

Der Stall, in dem Herrn Doktor Gregorius Fahrzeug geparkt stand, war nahe dem Wald unterhalb von Geiersdorf. Dort, in die Nähe dieser Stallung, mußte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch sich hinbegeben haben.

Zu welchem Zweck?

Warum sollten wir von der Detektei Umschau hier jetzt drumrumtexten? Mit wem sich Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihr Vater, Herr Weil-Esch junior, getroffen hat, ist jedem hier klar.

Mit IHM. Mit IHM hat Herr Doktor Gregorius Weil-Esch sich getroffen.

ER, das ist Herr Drakonie Rupertus Wank.

Um eine Begegnung mit Drakonie Rupertus Wank alias Fransen ging es Ihrem alten Herrn, Herr Weil-Esch junior.

 

Aus den Meldungen der regionalen Medien in Schrift und Ton haben wir von der Detektei Umschau erfahren, daß Herr Doktor Gregorius Weil-Esch vor seinem Ableben doch Torturen schlimmerer Art ertragen hat müssen. Sogar über Tage hinweg.

Was Herr Doktor Gregorius Weil-Esch erleiden hatte müssen, das hätte Herr Doktor Gregorius Wei-Esch auch in jedem Foltergefängnis erleiden können.

Bei der Obduktion der Leichenteile Herrn Doktor Gregorius Weil-Eschs kamen die Dinge an das Licht.

Wie es aussieht, Herr Weil-Esch junior, konnten Sie das nicht verhindern, daß Obduktionsergebnisse den lokalen Medien und somit der Öffentlichkeit zugespielt wurden. Wir von der Detektei Umschau wissen, daß Sie sich anwaltlich beschwerten, daß Sie einer Veröffentlichung nicht zugestimmt hatten.

Aus der Zeitung, Meldungen des Lokalradios und des regionalen Fernsehsenders wissen wir von der Detektei Umschau, daß Herr Doktor Gregorius Weil-Esch regelmäßig mit einem Elektroschocker malträtiert wurde. Mit Peitschen, Gerten, die am Körper kaum Spuren hinterließen, wurde Herr Doktor Weil-Esch geschlagen. Außerdem wurde Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch geschröpft. In beiden Armbeugen hat Herr Doktor Gregorius Weil-Esch Spuren einer Kanüle, die dort festgemacht war.

Daß Herr Doktor Gregorius Weil-Esch wegen seiner schwachen Konstitution und seines ohnehin schwachen Herzens nicht schon früher bei einer Mißhandlung verstarb, darüber darf man sich als Außenstehender verwundern. Zum Tod Herrn Doktor Gregorius Weil-Eschs kam es erst, nachdem sein Mörder begann, ihn bei lebendigem Leib zu zerlegen.

Wirklich ein grausames Los, das Sterben Herrn Doktor Gregorius Weil-Eschs, Ihres Vaters, Herr Weil-Esch junior, seinem Schinder hilflos ausgeliefert.

 

Nichtsdestotrotz: Herr Doktor Gregorius Weil-Esch hätte sich diesem Schicksal nicht aussetzen müssen. Niemand hatte das von Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihrem Vater, Herr Weil-Esch junior, verlangt.

Trotzdem, Herr Doktor Gregorius Weil-Esch hat sich auf die Reise begeben. Nach dem Mandlinger Hof ist er abgefahren. Um Ramona Gleibt zu begegnen.

Ob er, Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, sich dadurch in eine unübersichtliche Situation brachte, das war egal.

Nur - warum?

Ich wiederhole die Fragestellung, Herr Weil-Esch junior: Warum das Ganze? Weshalb nimmt Herr Doktor Gregorius Weil-Esch die Möglichkeit unüberschaubarer Geschehnisse bei sich in Kauf?

Kein Mensch, der über die wahre Identität Wendolin Gregorias Bescheid wissen durfte. Kein Mensch, bei dem daran gedacht wurde, er hätte Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch Begleitung sein können.

 

Nur einsame Entscheidungen bei Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch. Niemand, der eine Ahnung hatte.

Für seine Ehefrau - Ihre Mutter Anastacia, Herr Weil-Esch junior - war Herr Doktor Gregorius Weil-Esch auf einer Geschäftsreise. Seine Gemahlin, die daheimblieb, hegte nie den geringsten Zweifel daran, daß ihr Mann, Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, sich auch auf dieser geschäftlichen Reise befand.

Aber, es war eine Lüge.

Herr Doktor Gregorius Weil-Esch hat Anastacia, seine Frau, angelogen.

 

In den Mandlinger Hof war Herr Doktor Gregorius Weil-Esch aufgebrochen. Um Ramona Gleibt näherzukommen.

Dieses Zusammentreffen hatte nicht den geringsten sexuellen Aspekt. Was wollte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch nun aber von Ramona Gleibt?

Darauf wissen wir Antwort: Herr Doktor Rupertus Weil-Esch redete mit Ramona Gleibt darüber, daß er sich ein Zusammentreffen mit Herrn Drakonie Rupertus Wank wünschte. Diesen Wunsch sollte Frau Ramona Gleibt an den Adressaten weiterleiten.

Nur - weshalb wollte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch das, eine Zusammenkunft mit Herrn Drakonie Rupertus Wank? 

Wir sind eine Detektei, Herr Weil-Esch junior. Der Zweck der Detektei Umschau ist detektivische Arbeit, Dinge in Erfahrung zu bringen.

Das hat die Detektei Umschau denn auch gemacht.

Soweit wir von der Detektei Umschau dasherausfinden konnten, befand sich Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihr Vater, Herr Weil-Esch junior, die letzten fünf Jahre immer wieder in ärztlicher Behandlung. Grund: ein Krebsleiden.

Vor zwei Jahren hieß es, was die behandelnden Ärzte Ihrem Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihrem Vater, gegenüber auch schriftlich belegten, daß Ihr Vater die Chemotherapien und alles erfolgreich überstanden hätte.

Herr Doktor Gregorius Weil-Esch galt als geheilter Patient.

Bis vor einem halben Jahr. Da hatte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch einen Termin. Seine nächste regelmäßige Vorsorgeuntersuchung.

Das Ergebnis dieser Gesundheitsprüfung: Aufs neue wurde bei Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch Krebs festgestellt.

Diesesmal in der Galle.

Herr Doktor Gregorius Weil-Esch wurde darüber informiert, daß der Krebs innerhalb kürzester Zeit schon großflächig gestreut hatte. Jede Menge Metastasen hätten sich gebildet.

Das mit einer Chemotherapie begann für Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch von neuem, das ganze Programm, das Herr Doktor Gregorius Weil-Esch schon kannte.

Erst mal war die Entfernung der Galle in einer Privatklinik fällig. Dann kam in der Spezialklinik das mit den Spritzenkuren.

Die Ärzte machten Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch dann jedoch irgendwann eine Mitteilung.

Die, daß sie nichts mehr weiteres für ihn tun konnten, als sein Leiden im Zaum zu halten, die Schmerzen zu lindern.

In absehbarer Zeit, innerhalb des nächsten halben, bis dreiviertelten Jahres würde er, Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, seinem Krebsleiden erliegen.

 

Diesen ärztlichen Befund hielt Herr Doktor Gregorius Weil-Esch seit zwei Monaten vor seiner gesamten Familie, Ehefrau Anastacia, den erwachsenen Kindern, der Verwandtschaft geheim.

Kein Mensch außerhalb des Klinikums, der etwas davon wußte.

Weil Herr Doktor Gregorius Weil-Esch äußerlich einen alles anderen als hinfälligen, von schwerer Krankheit gezeichneten Mannes erweckte, kam kein Mensch, weil nicht informiert, aus dem familiären Umfeld auf den Gedanken, der Vater, Onkel, was immer, der könnte neue Probleme mit seiner Gesundheit haben.

Die Gallenoperation hatte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch mit einem gewöhnlichen Anlaß erklärt.

Erst nach dem Ableben Herrn Doktor Gregorius Weil-Eschs, nachdem sein privater Laptop eingeschaltet und aufgeklappt worden war, man Dateien öffnete, kam das tatsächliche Ausmaß von Herrn Doktor Gregorius Weil-Eschs Erkrankung ans Tageslicht.

Dadurch wissen Sie, Herr Weil-Esch junior, heute von der Rückkehr des Krebses bei Ihrem Vater, Herr Weil-Esch junior.

 

Trotzdem ist damit immer noch nicht abschließend geklärt, weshalb Herr Doktor Gregorius Weil-Esch unter dem falschen Namen Wendolin Gregorius die Nähe Frau Ramona Gleibts suchte.

Warum sollte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, der Auftraggeber der Detektei Umschau, persönlich aus dem Schatten treten wollen, um Teil des Falles zu werden, den die Detektei Umschau bearbeitete? Aus welchem Grunde könnte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch sich eine persönliche Begegnung mit demjenigen gewünscht haben können, der über Frau Ramona Gleibt herrschte? Die krude Schattengestalt, Trenchcoat an, Strohhut am Kopf auf, von der wir von der Detektei Umschau informiert haben, daß Frau Ramona Gleibt sich an flüchtigen Orten mit ihr traf. 

Wir von der Detektei Umschau, wir haben da gewisse Überlegungen, welche Gedankengänge Herr Doktor Gregorius Weil-Eschs dazu führten, daß Herr Doktor Gregorius Weil-Esch keine Mühe scheute, sich mit dem ein Treffen zu wünschen, den er in der näheren Umgebung Frau Ramona Gleibts wähnte.

Eine ganz simple Idee haben wir von der Detektei Umschau, weshalb Herr Doktor Gregorius Weil-Esch sich an Ramona Gleibt heranmachte. Ausgehend von unserem heutigen Wissen, daß Herr Doktor Gregorius Weil-Eschs Tage gezählt waren. Daß jeder neue Morgen, erlebte er ihn in einem einigermaßen gutem Gesundheitszustand, für Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch ein Geschenk war, ein Glück.

 

Das Ende, das nahte, Herr Weil-Esch junior. Und niemand starb gerne. Auch nicht Ihr Vater, Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, der Auftrag- und Geldgeber der Detektei Umschau.

Ein Krebsleiden hatte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch überwunden. Dachte, jetzt wäre wieder Ruhe im Karton. Um nach ein paar kurzen Jahren nach einer läppischen Regeluntersuchung bei seinem Hausarzt von der Nachricht ereilt zu werden, daß es schlimm um ihn stand. Viel schlimmer stand es um ihn wie während seiner anderen Krebserkrankung.

Das letzte Stündlein, das bald für ihn geschlagen hatte.

Daß er jeden Tag von der Ärzteschaft verordnete morphiumhaltige Filmtabletten einnehmen durfte, Freudensprünge machte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch deswegen keine. Eigentlich hätte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch das Mietauto, mit dem er auf dem Mandlinger Hof eintraf, wegen den schwerwiegenden Nebenwirkungen seiner Tabletten nicht selber fahren dürfen.

 Worum es Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch genau ging, was Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch alias Wendolin Gregoria veranlaßte, den Mandlinger Hof aufzusuchen, Herr Weil-Esch junior - hier muß ich weiter ausholen ...

Es hat mit der Geschichte zu tun, an der die Detektei Umschau arbeitete und bis heute weiterhin arbeitet. Diese Geschichte hat einen Aspekt.

Wir haben hier einmal ein Tagebuch. Das des Herrn Bernd Reil, eines ehemaligen Soldaten. Der ein Studium aufgenommen hatte.

In dem Tagebuch schreibt Bernd Reil, daß ihm nachmittags eine junge Frau über dem Weg läuft. Die Schönheit, die Bernd Reil tatsächlich kennt. Weil Bernd Reil und sie - Manuela Dombrowski - einmal ein Liebespaar waren. Ein Jahrzehnt her. Als Bernd Reil noch ein Teenager war, waren Manuela Dombrowski und er zusammen, ein Paar. Manuela Dombrowski war damals ebenfalls noch sehr jung.

Es ist ein Sommernachmittag, und diese Manuela Dombrowski tritt Bernd Reil in den Weg. Vor einem Kino des Städtchens.

Alles entwickelt sich angenehm für Bernd Reil. Ganz, daß es nach einem Techtelmechtel zwischen ihm, Berndie, und jener Manuela ausschaute. Miteinander möchte man zum Baden fahren.

Nach Hause bringt Herr Bernd Reil Manuela Dombrowski. Um anschließend von dem Haus, das er als das Wohnhaus Manuela Dombrowskis vermutet, abzufahren.

Zur ausgemachten Frist kehrt Herr Bernd Reil dorthin zurück, parkt sein Auto vorm Haus.

Eigentlich aber müßte Manuela dort schon stehen. Bei seinem Fahrzeug wartet Bermd Reil. Aus der elterlichen Wohnung oben, daß Manuela langsam zu ihm herunterkommen müßte.

Bernd Reil reißt der Geduldsfaden. In das mehrstöckige Wohnhaus, daß Bernd Reil irritiert hineingeht, nachdem er das Klingelknopfschild mit dem Namen der Familie Dombrowski nirgends entdecken konnte. Auch an keinem der Briefkästen im Gebäudeinnern war der Familienname Dombrowski angebracht. An der Wohnungstüre des Hausmeisters im Erdgeschoß klingelte Bernd Reil. Dessen Frau öffnete Bernd Reil die Türe. Was Bernd Reil von der Dame erfuhr, war, daß Manuelas Eltern schon vor Jahrem aus dem Haus ausgezogen waren.

Einen Schabernack hatte Manuela ihm gespielt, ging es Bernd Reil auf. Keine Ruhe ließ Bernd Reil das, Bernd Reil konnte das nicht auf sich sitzen lassen.

In ein Pilspub begab Herr Bernd Reil sich, eins, an das sich Herr Bernd Reil erinnerte, weil er in dem oft mit Frau Manuela Dombrowski zusammen drinnen war. Damals, als Manuela und er noch ein Liebespaar waren.

In dem Pub traf Bernd Reill Josef Greitel, Spitzname Beppi. Josef Greitel, ehemals, während den Teenagerjahren, mal ein Kumpel Bernd Reils.

Sogar Fransen erscheint dort in dem Pub. Zu Bernd Reil und Josef Greitel setzt Drakonie Rupertus Wank alias Fransen sich an den Tisch dazu.

Drakonie Rupertus Wank, diese Type, wird von Herrn Bernd Reil in seinem Tagebucheintrag als Pennertype mit schwarzen Zahnstummeln beschriebne. Beim Freibier säuft Fransen mit, obwohl es nicht gut für ihn zu sein scheint, weil ihm Soße die Mundwinkel herunterläuft.

In dem Pils-Pub, daß Herr Bernd Reil von Josef Greitel das Ungeheuerliche erfuhr. Das nämlich, daß Manuela Dombrowski seit ein paar Monaten tot sein soll. Überhaupt nicht möglich, daß er, Bernd Reil, am Nachmittag mit Manuela Dombrowski zusammen in der Stadt herumspazieren hätte können. Weil Manuela Dombrowski am Friedhof lag. In ihrem Sarg unter der Erde.

Mausetot, Manuela Dombrowski. Tot, wie eine nur tot sein konnte, sollte Manuela Dombrowski sein.

 

Was für eine Information für Herrn Bernd Reil, nicht wahr, Herr Weil-Esch junior.

Bernd Reil kann es durchaus nicht glauben, begreifen. Bernd Reil begibt sich anderntags auf den Friedhof, auf dem sich Manuela Dombrowskis letzte Ruhestätte befinden sollte, sucht das Grab Manuela Dombrowskis auf.

Vor einem mit einem schlichten Metallkreuz versehenen Grab mit Manuela Dombrowskis Bild dran angebracht, daß Herr Bernd Reil steht. Komische, mysteriöse Sachen ereignen sich bei Herrn Bernd Reil, als er das Kreuzfoto Manuela Dombrowskis näher in Augenschein nimmt, die man weitere Hirngespinste umschreiben könnte.

Verschiedene Unheimlichkeiten kommen in der Folgezeit weiter bei Bernd Reil vor.

Monate später gipfelte alles darin, daß Herrn Bernd Reils Freundin Angelika Rebhaus einer 'Manu' über dem Weg läuft. Diese Manu ähnelte Manuela Dombrowski derart frappant, daß Bernd Reil in seinen Tagebuch-Texten davon schreibt, daß jene Manu keine andere als Manuela Dombrowski war. Manuela Dombrowski, eine Untote, die ihn, Bernd Reil, weiterverfolgt hatte. Über Hunderte von Kilometern Wegstrecke hinweg.

Wie Bernd Reil das mit dieser Manu beschreibt, ist Manuela Dombrowski nicht nur aus ihrem Sarg heraus- und von unter der Erde heraufgestiegen, sondern ihm, Bernd Reil, auch noch über Hunderte von Kilometern hinweg nachgereist.

Fransen alias Herr Drakonie Rupertus Wank, er verfolgte Herrn Bernd Reil ebenfalls. Einmal an der Seite von Manuela Dombrowskis Schwester Christine. Dann war Fransen auch ein Begleiter Manuela Dombrowskis.

 

Die Tagebuchgeschichte Herrn Bernd Reils, Herr Weil-Esch junior, zusammen mit der detektivischen Arbeit, die wir von der Detektei Umschau vorangetrieben haben ... Könnte es möglich sein, daß da bei Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihrem Vater, ein Eindruck entstanden ist, einer, der bei ihm an Dinge denken hatte lassen ...?

Angesichts des Gesundheitszustandes Ihres Vaters ...

Allerdings haben wir von der Detektei Umschau Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihren Vater, Herr Weil-Esch junior, wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß wir, die Detektei Umschau, die Angelegenheit weiterhin bearbeiteten. Daß nichts sicher war. Die Hintergründe der in dem Bernd-Reil-Tagebuch beschriebenen mysteriösen Vorgänge sind keineswegs aufgehellt. Für alle unnatürlichen Geschehnisse kann es weiterhin auch natürliche Erklärungen geben.

Zugutehalten müssen wir Ihrem Vater, Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, daß er unter Drogen stand. Wegen seiner Krebserkrankung nahm Herr Doktor Gregorius Weil-Esch alle möglichen Tabletten und Mittelchen ein.

Wer morphinhaltige Filmtabletten ärztlich verordnet bekommt, bei dem kann es vorkommen, daß es ihm Kleinigkeiten vormacht. Daß er an Dinge denkt, an die er normal unter Umständen nicht denken würde. Solche, zu abwegig, jenseits des gesunden Menschenverstandes. 

Bei Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch kam denn die Perspektive des nahenden Todes hinzu. Die Zeit wurde Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch von Tag zu Tag knapper.

Da kann einer schon auf Einfälle kommen.

Zum Beispiel darüber nachdenken, daß Manuela Dombrowski, wie Herr Bernd Reil sie beschrieb, eine ziemlich hübsch anzusehende Wiedergängerin wäre. Eine, die eine Verwandlung erfahren hat, daß sie, obwohl gestorben, von den Toten auferstanden war.

Körperlich manifestiert war die junge Frau am Weiterleben.

Möglicherweise hatte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch sich wieder überlegt, daß der Name Drakonie bei Herrn Drakonie Rupertus Wank an Drakul erinnert. Eine Sagengestalt, die seit Jahrhunderten durch die Geschichten der Weltliteratur geistert. Der Charakter: ein Wesen, das alterslos ist. Geschieht ihm nichts Unvorhergesehenes, lebt diese Art Kreatur praktisch ewig.

 

Weil Herr Doktor Gregorius Weil-Esch keinen Spaß daran hatte, an einer unheilbaren Erkrankung zu leiden, an der er demnächst sterben müßte, hatte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch sich so einiges durch den Kopf gehen lassen.

Denken wir von der Detektei Umschau wirklich genauer darüber nach: Zu verlieren hatte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, Ihr Vater, Herr Weil-Esch junior, eigentlich nichts.

Von Herrn Drakonie Rupertus Wank wußte Herr Doktor Weil-Esch durch die regelmäßigen Berichte, die er von der Detektei Umschau erhielt, daß er sich ganz in der Nähe Ramona Gleibts aufhalten könnte. Ramona Gleibt war die, die ihn mit IHM zusammenbringen könnte.

Ein Treffen mit Herrn Drakonie Rupertus Wank wollte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch. Ramona Gleibt sollte es für ihn vermitteln, es ermöglichen. Ort, egal, Hauptsache, man traf sich bald.

 

Jedes Risiko war Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch das wert, so aussichtsreich schienen Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch seine Chancen.

Was Herr Doktor Gregorius Weil-Esch jedoch in Wirklichkeit fand, war nichts als grausame Enttäuschung.

Herr Doktor Gregorius Weil-Esch, er traf seinen Mörder. Nichts und niemand sonst.

Weiter war da nichts Besonderes.

Was im allerbesten Falle als besonders zu vermerken war, war die Kunst, die der Attentäter mit Herrn Doktor Gregorius Weil-Eschs sterblichen Überresten betrieb. Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch den Kopf abzutrennen, ihn an einen Ast in Gabelform dazwischenzustecken, den Rumpf Herrn Doktor Gregorius Weil-Eschs an abgebrochene Äste einer Fichte zu spießen, die abgetrennten Hände, Arme, Beine an Baumstämme zu nageln.

 

Was fällt hier sonst noch ein?

Vielleicht das, daß man sich schon fragen darf, warum Herr Doktor Gregorius Weil-Esch wie ein Drakul hätte werden wollen.

Der Wunsch, sich in Drakul zu verwandeln.

Sich immer nur vom Blut anderer Leute zu ernähren - und das nicht nur sprichwörtlich -, da schaudert es einen doch normal.

Das Begehr, sich in eine Person zu verwandeln, die am Ende nichts als Elend und Tod bringt  - auch wenn man dafür alterslos geworden ist ...

Daß Herr Doktor Gregorius so ein Geschick für sich gewollt hätte? Nur, um die Möglichkeit zu erlangen, nicht sterben zu müssen.

Oder hatte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch daran gedacht, gewährte der Drakul ihm das Letzte, er könnte das Probleme immer lösen, indem er auf Blutkonserven zurückgriff?

 

Solche Gedankengänge.

Kann man sich nur daran erinnern, daß Herr Doktor Gregorius Weil-Esch unter Drogen stand.

Morphinhaltige Filmtabletten, die Herr Doktor Gregorius Weil-Esch unter anderem täglich zu schlucken hatte. Tabletten, die der Schmerzlinderung dienen sollten, Übelkeit bekämpfen.

Bestimmt verändert so eine Droge den Charakter. Denkt man unter ihrem Einfluß anders. Dinge erscheinen einem anders erscheinen, als sie in Wirklichkeit sind. Im Tran hatte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch sich andere Einfälle, als die, die er normal gehabt hätte. Vielleicht hätte Herr Doktor Gregorius Weil-Esch im nüchternen Zustand nur den Kopf über sich geschüttelt.

Oder - was denken Sie, Herr Weil-Esch junior? Wie denken Sie sich das von Ihrem Vater?

 

Das wäre das mit Ihrem Vater, Herrn Doktor Gregorius Weil-Esch, Herr Weil-Esch junior.

Da wäre aber noch was anderes.

Was ich immer noch gerne wüßte. Eigentlich wir alle von der Detektei Umschau, wir würden darüber mal genau Bescheid wissen. Das würden wir gerne wissen ...

Sie, Herr Weil-Esch junior, haben, zusammen mit Tim Herd, dem Bruder Ihrer nordamerikanischen Gattin, während einer nächtlichen Unternehmung das Grab Manuela Dombrowskis aufgebuddelt gehabt.

Was war denn nun da? Was war nun in dem Sarg Manuela Dombrowskis, als Sie und Ihr Freund Tim Herd ihn öffneten?

Befand sich das, was heute noch von Manuela Dombrowski übrig ist, in dem Sarg drinnen, nachdem sie den Sargdeckel weggehoben hatten und über alles drüberleuchteten?

Oder war nichts drinnen im Sarg?

 

Das könnten Sie mir - uns allen von der Detektei Umschau - mal mitteilen, Herr Weil-Esch junior.

Weiß überhaupt nicht, warum wir von der Detektei Umschau das nicht in Erfahrung bringen können. Nichts als eine Wand des Schweigens, das die Polizeibehörden hier uns gegenüber an den Tag leben. Genauso wie Tim Herd und Sie, Herr Weil-Esch junior.

Daß man sich fragt: Warum sagt hier keiner was? Keine undichte Stelle nirgendwo. Richtig unheimlich, das.

 

Ein einfaches 'Ja' oder 'Nein' von Ihnen, Herr Weil-Esch junior, würde uns von der Detektei Umschau schon genügen.

'Ja', würde heißen, sie war drinnen.

'Nein', das hätte die Bedeutung, sie war nicht drinnen.

 

Bitte, Herr Weil-Esch junior, darüber können Sie mir, uns doch Mitteilung machen.

 

 

Hiermit verbleibe ich,

mit freundlichen Grüßen

 

 

___________________

 

Anlage

1 Liste (aufgeführt alle Arzneimittel, die Herr Doktor Gregorius Weil-Esch die letzten Monate bis zu seinem Tod zu nehmen hatte.)

10 Fotos (das private Klinikum Vert, in der Herr Doktor Gregorius Weil-Esch die Chemotherapie machte, um als von seiner Krebserkrankung geheilt entlassen zu werden. Auch die Gallenoperation wurde im Klinikum Vert durchgeführt ...)

1 Foto (die Ärztebelegschaft des Klinikums Vert mit allen aktuellen Krankenschwestern und Büromanagern, -innen.)

20 Fotos (die Umgebung des Steinbruchs nahe von Geiersdorf mit der Lichtung, auf der Herr Doktor Gregorius Weil-Eschs sterbliche Überreste gefunden wurden, aus landschaftlicher, touristischer Perspektive aufgenommen. Weit und breit keine Spur, von Herrn Drakonie Rupertus Wank. Oder jemanden, der Frau Manuela Dombrowski ähnelt. Nach Höhlen haben wir von der Detektei Umschau nicht mehr gesucht, seitdem ...)

15 Fotos (der Großbauernhof Herrn Hans-Georg Taberts vor drei Tagen; der Bauernhof der Familie Strauchinger, in der Nachbarschaft des Tabert'schen Geländes.)

8 Postkarten Geiersdorfs (am Marktplatz mit Brunnen mitten in Geiersdorf gekauft; zu sehen, wie sich Geiersdorf für in- und ausländische Touristengruppen präsentiert. Sie, Herr Weil-Esch junior, haben bis heute noch keine Höhlenforscher angeworben, ihnen den Weg gewiesen, wo sie zu suchen hätten. Frage: Warum? Ist es nicht von Interesse?)"

 

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