DeMehr's K.K.-Expo, I 7
25. März 2013 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #K.K.
7. 2 Haie, frisch geliefert
* An Bord der "Peter" hatte kein Mensch etwas von dem Strandgeschehen mitbekommen; gar keiner. Erst als Markus' Rufe klangen, hatte Raul ein Seil für Markus hinabgeworfen, das Dingi festzumachen, eine Strickleiter, damit der Knabe raufsteigen konnte. Und keiner wollte Markus' Bericht Glauben schenken; es brauchte, bis einer den Blick zum Strand hin richtete.
* Mit dem Fernglas überblickte Anton Dieger die Strandszene. Alles Entsetzen der Welt herrschte an Bord der "Peter"; niemand wollte das Geschehnis auf die Reihe kriegen. Margot Unger, Naddas hysterische Mutter, mußte beruhigt werden. Dann kam Wut: Raul rannte unter Deck, um sich ein Gewehr zu holen. René Depart rief seine Freunde zur Ordnung, schlug Raul den Lauf seiner Waffe zur Seite, weil Raul zum Strand hin zielte.
* Noch zweimal mußte Markus Unger seine Geschichte erzählen, schließlich nickte René Depart. Auf Anweisung Departs wurden die Riffhaie aus dem kühlenden Wasserbecken in der Kombüse geholt. Dieger begab sich in das Dingi hinunter, anschließend hob Depart Dieger die Plastikwannen mit den Haien hinab. Und René Depart, wieder an Bord zurückgekommen, entschied darüber, daß er selber, Helmut Unger, der Vater Naddas, und Markus, Naddas Bruder, an den Strand rudern würden.
* Die Ruderei zum Sandstrand war schnell erledigt, das Dingi an den Strand geschoben. Markus und René Depart hoben die Plastikwannen mit den Haien drinnen aus dem Holzboot heraus. Markus und Depart trugen die Wannen in die Nähe der unbeschwert miteinander zwitschernden Reptilienabkömmlinge. Als alles geschehen war, stellten Depart und Markus sich vor das Dingi hin, um zu sehen.
* Markus hatte es erraten, was die Ungeheuer wollten: Fisch! Fisch wollten sie. Der Echsen-Kerl mit dem roten Flecken hob seinen Hai mit dem Maul an, griff dann mit den Brustarmen zu. Das andere Exemplar hinter Nadda wollte jedoch nicht losmachen. Er, sie benahm sich irgendwann, daß es zu beunruhigen anfing. Renè Depart fiel ein, daß das Gewehr in Hammers Händen schuld haben könnte. Depart befahl Hammer, die Waffe wegzutun. Ivan Hammer gehorchte widerwillig, legte den Schießprügel in den Sand.
* Das war es. Das entschied die Szene. Das zweite Groß-Reptil kam, sich ebenfalls seinen Fisch zu holen. Ein letztes Gezwitscher des Duos, und die Monster rannten los, waren auf ihren muskelbepackten Laufbeinen im Nu zwischen den dicht wachsenden Palmen und dem Strandgesträuch verschwunden. Es war, als hätte es den Spuk nicht gegeben. Lediglich die Spuren im Sand bewiesen, daß nicht alles bloß ein Traum war.
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